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Präsentierten ihre Weine (v. l., stehend): Attila

Zwei Länder, eine Rebsorte

16.10.2014

Dass Blaufränkisch eine spannende Rebsorte ist, haben die österreichischen Winzer schon lange erkannt. Unsere ungarischen Nachbarn ziehen nun nach

Text: Bernadette Altenburger

Der Unternehmer und Neo-Winzer Rainer Garger lud in den Wiener Weinclub 7, um den aktuellen Jahrgang 2010 seines Weinprojektes Nador zu präsentieren. Die Trauben dafür wachsen auf der ungarischen Seite des Eisenbergs. „Kaum jemand weiß, dass dort ein hervorragendes Terroir für Blaufränkisch-Weine zu finden ist", so Garger. Vor etwa zwölf Jahren begann er, seinen Traum vom eigenen Wein umzusetzen, und 2009 kam schließlich der erste Jahrgang auf den Markt.


Österreich-Ungarn 2.0

Nador ist ein Gemeinschaftsprojekt: Gargers Cousin Imre Garger bearbeitet die vier Hektar Weingärten, und der südburgenländische Winzer Reinhold Krutzler vinifiziert den Blaufränkisch, der in Ungarn Kékfrankos heißt. Waren es vom Jahrgang 2009 noch 500 Mag-numflaschen (bereits ausverkauft), rechnet er in den nächsten Jahren mit ca. 4.000 Flaschen pro Jahr. Der Wein ist laut Garger nach dem Gründer des ehemaligen Klosters Pernau, István Nador, benannt worden.

Nun zum Wein: Nador 2010 wurde in geschlossenen Gärständern spontan vergoren und 24 Monate in gebrauchten Fässern ausgebaut. 2012 kam er auf die Flasche und nach zwei Jahren Reife nun in den Verkauf. Da Rainer Garger auch abseits seines Projektes zeigen möchte, was ungarischer Blau-
fränkisch kann, hat er acht befreundete Winzer eingeladen. Bálint Losonci erklärte, dass in den letzten Jahrzehnten wenige Kollegen ernsthaft Kékfrankos gemacht haben. Doch der Qualitätsaufschwung ist schmeckbar! Wie zum Beispiel beim Lagen-Kékfrankos „Gereg" 2011 von Losonci oder beim „Kék" 2010 von Imre Garger. Aber auch der trockene Furmint „Dobogó Furmint" 2012 vom Weingut Dobogó oder der Furmint 2011 aus der Einzellage „Krakó" vom Weingut Pendits überzeugen. Die Weningers setzen schon länger – zu Recht – auf das ungarische Terroir, wie der „Steiner", eine Einzellage in Balf/Sopron, beweist.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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