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Die OÖ Landesküchen gehen bereits freiwillig mit gutem Beispiel voran.

Kennzeichnung von Nahrungsmitteln - gleiches Recht für alle!

30.01.2019

Der Handelsverband fordert, dass auch Gastronomie und Großküchen die Herkunft der verwendeten Lebensmittel klar deklarieren sollen.

Die österreichischen Umwelt- und Tierschutzstandards sind so hoch wie in kaum einem anderen Land. Daher setzt der heimische Lebensmitteleinzelhandel (LEH) in vielen Bereichen auf österreichische Produkte – häufig zertifiziert mit dem AMA Gütesiegel. In den Regalen findet sich eine Vielzahl an regional und lokal produzierten Qualitätsprodukten, häufig aus biologischem Anbau. Damit trägt der Handel entscheidend zum Erhalt landwirtschaftlicher Strukturen und Produzenten in Österreich bei. Darüber hinaus werden österreichische Produkte auch seitens der Konsumenten dezidiert bevorzugt, obwohl sie im internationalen Vergleich etwas teurer sind. Heute hat Österreich den EU-weit höchsten Bio-Anteil im Lebensmitteleinzelhandel. 

Handelsketten offen für Gespräche

Auch in der Herkunftskennzeichnung ist der Handel im EU-Vergleich bereits vorbildhaft und massiv in Vorleistung gegangen. Laut Regierungsprogramm soll es künftig für die Gemeinschaftsverpflegung in Österreich eine verpflichtende nationale Kennzeichnung der Lebensmittelherkunft geben. Für die Gastronomie ist zumindest ein Anreizsystem zur Herkunftskennzeichnung von Fleisch und Eiern vorgesehen.Vor diesem Hintergrund möchte der Handelsverband – der die führenden Lebensmitteleinzelhändler Rewe, Spar, Hofer und Lidl in dieser Thematik vertritt – anlässlich der aktuellen medialen Berichterstattung erneut klarstellen, dass der Lebensmittelhandel konstruktiven Gesprächen über eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Lebensmittel durchaus offen gegenübersteht. "Es gibt seitens des Handels keine Vorbehalte gegen die von der Bundesregierung geplante verpflichtende Herkunftskennzeichnung der Primärzutat bei Produkten mit Fleisch, Ei und Milch, sofern diese auch in der Gemeinschaftsverpflegung Anwendung findet", bestätigt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will, "Eine einheitliche Kennzeichnungspflicht ist auf jeden Fall sinnvoll, egal ob ein Konsument seine Lebensmittel im Handel, in der Kantine oder im Lokal bezieht. Alles andere ist aus Verbrauchersicht nicht nachvollziehbar."

Konsumenten-Blindflug

Wie überfällig eine derartige Deklaration ist beweist ein Beispiel: Aktuell landen allein in der Gastronomie in Österreich jährlich 1,4 Millionen Käfigeier aus Ländern wie der Ukraine, ohne dass dies dem Konsumenten bewusst ist. Der österreichische Lebensmitteleinzelhandel bietet hingegen ausschließlich Eier aus Boden- und Freilandhaltung an. Daher braucht es mehr Transparenz für verarbeitete Lebensmittel – egal ob im Handel, in der Gastronomie oder bei Direktvermarktern. "Würden die Verbraucher in Betriebskantinen oder Restaurants die Herkunft ihrer Speisen kennen, wäre die Nachfrage nach Produkten aus Herkunftsländern mit hohen Standards wesentlich höher. Davon würde auch die heimische Landwirtschaft stark profitieren.", ist Rainer Will überzeugt. "Wichtig ist nur, dass sich der bürokratische Mehraufwand für Hersteller und Händler in Grenzen hält und auf realistische Übergangsfristen geachtet wird."

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Original erschienen am 30.01.2019: Handelszeitung.
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