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Besser schlafen als USP

24.05.2018

Die Tourismusberater von Prodinger haben die Studie „Die Hotellerie und die Zukunft des Schlafens“ herausgebracht – mit vielen Tipps rund um den gesunden Schlaf im Hotel.

Schlafen wird für viele Gäste immer wichtiger, weil sie in ihrem Alltag eher schlecht schlafen und einen Hotelaufenthalt bewusst dafür nutzen wollen, mal wieder richtig tief und gut zu schlafen. Dabei können ihnen ihre Gastgeber helfen – und das wiederum als USP verkaufen.
Prodinger hat sich mit Schlafexperten zusammengesetzt, um zu analysieren, wie sich die Wohlfühlatmosphäre in Hotelzimmern verbessern lässt und wie sich die Voraussetzungen für einen erholsamen Schlaf der Gäste optimieren lassen. Daraus ist im letzten Jahr der neueste „Hotel Trend Guide“ in Zusammenarbeit mit dem Fachverband Hotellerie entstanden (die ÖGZ hat berichtet). Jetzt ist eine eigene Studie zum Thema erschienen. 

Zu warm, zu hell, zu laut

Ein Grundfehler in vielen Hotelzimmern ist: Es ist zu warm und zu hell. Viele Hoteliers denken: Es ist besser, dem Gast ist zu heiß als zu kalt. Und Frauen sind sowieso kälteempfindlicher. Nun ist es oft so, dass sich die zu hohe Zimmertemperatur für den Gast nicht so einfach regeln lässt: Das Fenster lässt sich nicht öffnen, oder es ist draußen zu laut. Die Klimaanlage rauscht, oder der Gast mag prinzipiell keine Klimaanlagen. Besser wäre es also, wenn der Hotelier von sich aus für eine ideale Schlaftemperatur sorgt. Die liegt bei eher kühlen 16 bis 18 Grad. Ist das Zimmer wärmer, schwitzt man leicht, was zu unruhigem Schlaf führt. Ist es zu kalt, wird der Körper dazu gezwungen, sich selbst zu erwärmen. Das verhindert eine Muskelentspannung und man träumt auch heftiger bzw. kann sich an seine Träume eher erinnern.

Viele Hotelzimmer sind zu hell. Oft dringt von außen zu viel Kunstlicht ins Zimmer (Fassadenbeleuchtung, Straßenlaternen usw.). Gastgeber sollten unbedingt dafür sorgen, dass man das Zimmer nachts wirklich ausreichend verdunkeln kann. Die meisten Menschen möchten in einem möglichst dunklen Raum schlafen. Da können schon kleinste Lichtquellen irritieren: die Stand-by-Lampe am Fernseher oder andere elektronische Geräte im Zimmer. Kleine Sticker zum Abkleben können hier Abhilfe schaffen. 

Problem Lärm: Nicht immer schafft man es, dem Gast ein wirklich ruhiges Zimmer bieten zu können. Andere Gäste im Hotel oder Menschen draußen auf der Straße können sehr laut sein, oder ein Lkw liefert in den frühen Morgenstunden an. Nicht jedes Geräusch wird allerdings als störend empfunden, das liegt oft an der subjektiven Bewertung. Deshalb für alle Fälle dem Gast Ohrenstöpsel bereitlegen.

Weitere Tipps

# Netzfreischalter: Um den empfindlichen Gast vor (eingebildetem oder nicht) Elektrosmog zu schützen, kann man ihm die Möglichkeit geben, mit einem Zwischenschalter bzw. Netzfreischalter die WLAN-Funktion im Zimmer zu deaktivieren.

# Zirbenlüfter: Es ist wissenschaftlich wohl erwiesen, dass der Duft nach Zirbe die Herzfrequenz des Schläfers reduziert. Auch der Erholungsprozess des vegetativen Systems (Herztätigkeit, Durchblutung, Atmung) wird unterstützt. Deshalb findet man in immer mehr Hotelzimmern einen Zirbenlüfter, der für eine natürliche Verbesserung des Raumklimas sorgt. Möbel aus Zirbenholz tragen auch dazu bei.

# Unterschiedliche Matratzentypen: Ältere Menschen bevorzugen eher weiche Matratzen, jüngere eher harte. Leichtere Menschen empfinden Matratzen eher härter, schwerere eher weicher. Es gibt Seiten-, Rücken- und Bauchschschläfer, die jeweils andere Matratzen brauchen. Deshalb ist es keine schlechte Idee, dem Gast unterschiedliche Matratzen anbieten zu können. Schon beim Einchecken danach fragen!

# Unterschiedliche Kopfkissen: Das „Kissenmenü“ ist in vielen Hotel schon Standard, aber auch ausbaufähig. Dinkel- und Hirsekissen können in die passende Form geknetet werden. Beliebt sind auch viskoelastische Kissen mit Memoryeffekt („Tempur“), das gibt’s auch für Matratzen, ist dann allerdings durchaus gewöhnungsbedürftig.

# Essen und Trinken: Spätes Essen und Trinken von Alkohol erschwert den erholsamen, regenerativen Schlaf. Zu viel Rohkost, Salate und Käse am Abend belasten ebenfalls die Verdauung. Positiv wirken sich Fisch und Hühnchen aus, weil sie Tryptophan enthalten, woraus der Körper Serotonin bzw. Melatonin bildet, was das Schlafverhalten reguliert und verbessert. Darauf kann man Gäste dezent beim Abendessen hinweisen und dementsprechende kulinarische Angebote machen.

# Schlummertrunk: Eine Flasche Wasser am Bett erspart dem durstigen Gast nächtliches Aufstehen. Ein Glas warme Milch mit Honig ist das idea-le Gute-Nacht-Getränk, das soll sogar wissenschaftlich bewiesen sein. Kann man dem Gast ja zumindest anbieten und eventuell aufs Zimmer bringen lassen.

Die Studie ist zu beziehen über www.prodinger.at

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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