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Blick vom Naturresort auf Rezeption und Restaurant.

Magischer Ort im Hausruckviertel

10.10.2017

Das Ikuna Tipi Hotel mit seinem Naturresort hat das Hausruckviertel in Oberösterreich touristisch aufgewertet. Hier wird in luxuriösen Tipis genächtigt und Nachhaltigkeit gelebt, in jeder Hinsicht.

 

Biogena-Gründer Albert Schmidbauer (oben rechts) führt den Betrieb.
Paradiesischer Ort für Kinder: IKUNA Naturresort in Natternbach, Oberösterreich.

Manchmal erschließen sich einem Schönheiten nicht auf den ersten Blick. Wer etwa in die 1.000-Einwohner-Gemeinde Natternbach im Hausruckviertel kommt und den Wegweisern zum IKUNA Naturresort folgt, an deren Ende man zunächst von zwei überdimensionalen Tipis begrüßt wird, erkennt nicht sofort, dass er sich in einer Bilderbuchlandschaft befindet. Die Augen öffnen einem recht schnell Kinder, deren Blick unverfälschter, reiner ist. Aber auch Kinderlosen wird schnell klar, dass dieser Ort etwas Besonderes ist. Dass ihm etwas Magisches innewohnt. 

Natternbach ist mittlerweile ein touristischer Hotspot des Hausruckviertels geworden. Und diese Tatsache verdankt der beschauliche Ort nicht zuletzt Albert Schmidbauer. Als wäre der Gründer des Nahrungsergänzungsmittelherstellers Biogena (250 Mitarbeiter) nicht schon beschäftigt genug, führt er jetzt auch noch gemeinsam mit seiner Ehefrau Christina einen Hotelbetrieb. Und was für einen.

Die eingangs erwähnten beiden Tipis beherbergen Rezeption und das biozertifizierte Restaurant. Tagesgäste lösen hier ein Ticket für den Naturerlebnispark, der mittlerweile eine Größe von 100.000 m2 hat. Hotelgäste checken in eines von zwölf luxuriös ausgestatteten, zweistöckigen Vollholz-Tipis ein, die von der Fußbodenheizung über WLAN bis hin zu Minibar und Infrarotkabine (Tipi Family Suite) alle Stückerln spielen. In der Mitte der kreisförmig angelegten Tipi-Suiten gibt es einen Lagerfeuerplatz, Brennholz steht ohne Ende zur Verfügung, Gäste versuchen sich hier am Feuermachen. Und das Gepäck bringt man (weil es so viel Spaß macht) selbst mit elektrischen Golfwagen zur Unterkunft. Elektromobilität ist übrigens ein gutes Stichwort: Neben E-Bikes, die man zum Minitarif ganz- oder halbtägig ausleihen kann, gibt es hier auch Elektroautos 
(e-Twizys), die bei einigen Hotelpackages inkludiert sind, und Segways. Ladestationen für Elektroautos gibt es hier klarerweise auch – mehr als in so manchem Wiener Bezirk übrigens. 

Herausforderung

„Für mich ist das eine spannende Herausforderung, die auch Spaß macht“, sagt Albert Schmidbauer. Seit er in das ursprünglich als Public-Private-Partnership (PPP) angelegte Ikuna-Projekt eingestiegen ist, hat er die Fläche durch Zukäufe um das Fünffache vergrößert. Bei der Investorenrolle ist es am Ende aber nicht geblieben, der gebürtige Natternbacher und seine Gattin sind voll ins Tagesgeschäft integriert. Und es soll weiter investiert werden: „Wir wollen weiter wachsen und auch dem Thema Kunst und Inspiration mehr Raum geben.“ Es gibt auf dem Gelände des Naturresorts einen Skulpturenpark, auf dem aus alten Materialien Recycling-Kunstwerke geschaffen wurden (Mystikpark), sowie einen keltischen Baumkreis. Highlight für Kinder sind aber die mehr als 40 Stationen im Naturerlebnispark, wo vom Bogenschießen über die Floßfahrt bis hin zur Westernstadt mit Kletterturm und der Action-Area mit e-Quads, die auf einer Pumptrack gefahren werden können, keine Wünsche offen bleiben. Die Tage vergehen hier schnell. Zu schnell.

Und trotz all dieser Möglichkeiten ist Ikuna idyllisch. 1.000 Tagesgäste kommen hier schon leicht zusammen, sogar in der Nebensaison. Die verlieren sich aber auf dem weitläufigen, teilweise in einem Wald mit Wildbach gelegenen Gelände. 

Ganzjährig bespielbar

Das gesamte Areal inklusive Hotelbetrieb ist ganzjährig geöffnet. „Auf dem Sommer liegt klarerweise ein Schwerpunkt“, sagt Schmidbauer. Die Wartelisten für freie Zimmer sind in der Hauptsaison sehr lang, sogar jetzt – im Herbst – sind Zimmer an Wochenenden schon alle ausgebucht. 

Dass der Hotelbetrieb mit lediglich zwölf Zimmern auf Dauer nicht wirtschaftlich ist, weiß Schmidbauer. Deshalb plant er auch eine Erweiterung. So soll ein kleines Boutique-Hotel dazukommen, ebenso sechs Chalets mit Badeteich für alle Gäste und eine „Seminarbox“, um auch für hochwertige Tagungen und Seminare optimale Rahmenbedingungen zu bieten. 

Was dem Unternehmer außerdem wichtig ist und was er auch in seinem Unternehmen lebt, ist das Thema Nachhaltigkeit. Alle seine Betriebe beziehen Öko-Strom, im Ikuna-Resort wird sogar Solarstrom gewonnen, und man ist klimaneutral. Das sternekategorisierte Haus (vier Sterne) ist Mitglied bei den Sleep Green Hotels und bei den „family austria“-Familienhotels. Besonderes Augenmerk wird aber auf das Wohlergehen der Mitarbeiter gelegt. „Ich habe ein breites Programm zur Potenzialentfaltung der Mitarbeiter entwickelt“, schwärmt Schmidbauer. „Alle Mitarbeiter erhalten einen Bildungs-Tausender.“ Dabei handelt es sich um frei verwendbares Geld, das in Fortbildungen investiert werden kann. Dazu gehören alle Maßnahmen, die „die Persönlichkeit weiterentwickeln“, betont er. Das kann eine Yogalehrerausbildung sein, aber auch ein Chinesischkurs. Es gibt außerdem Personalentwicklungsprogramme, einen Nichtraucherbonus, Unterstützung im Gesundheitsbereich bzw. Vorsorgemaßnahmen und andere Maßnahmen.

Vertrauenskultur

Wichtig sei aber nicht nur die Potenzialentfaltung, sondern auch eine Vertrauenskultur. „Meine Mitarbeiter haben große Freiräume in der Ausgestaltung ihres Arbeitsplatzes. Ich habe festgestellt, dass gerade im Tourismus und der Gastronomie diese Kultur nicht sehr verbreitet ist. Für manche Mitarbeiter war das ein Schock, ganz einfach, weil sie es von dieser Branche nicht gewohnt sind.“ Als Quereinsteiger will er auch zeigen, dass man mit einer anderen Sicht auf die Dinge erfolgreich sein kann – nicht nur im Tourismus und der Gastronomie, sondern in jeder Branche. „Verantwortung zu übertragen ist etwas Motivierendes. Mitarbeiter sollen das Gefühl bekommen: Es kommt auf mich an. Dann bist du auch als Unternehmer erfolgreich.“ 

www.ikuna.at

Autor/in:
Alexander Grübling
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