Direkt zum Inhalt
Woher das Fleisch bei großen Gastro-Ketten kommt

Zu wenige österreichische Hühner auf der Speisekarte?

18.05.2017

Regionalität spielt bei der Herkunft tierischer Produkte in größeren österreichischen Gastronomie-Betrieben offensichtlich keine große Rolle. Zumindest legt eine von der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ Mitte 2016 durchgeführte Umfrage unter großen Gastro-Ketten diesen Verdacht nahe.

28 Betriebe, darunter Supermarkt-Restaurants, Fast-Food-Ketten, Autobahnraststätten, Caterer und große Restaurantketten waren angeschrieben und nach ihrem Angebot an tierischen Produkten und fleischlosen Gerichten befragt worden. Zehn haben letztlich Auskunft gegeben.

Ausländisches Geflügel

Besonders kritisch fanden die Tierschützer die Angaben beim Thema Geflügelfleisch. Das Fazit lautet: Gastro-Unternehmer beziehen Huhn und Pute sehr oft aus dem Ausland. Das liegt nicht nur am Preis, sondern auch am Angebot: Österreichs Geflügelbauern produzieren nur zwei Drittel des heimischen Bedarfs. Der Rest muss importiert werden. Als Grund dafür geben Bauernvertreter die strengen Tierschutzbedingungen in Österreich an: Die österreichische Regelung zur Besatzdichte im Hühnerstall schreibt maximal 30 Kilo pro Quadratmeter vor, die EU ist mit 42 Kilo großzügiger. Bei Puten gibt es von der EU gar keine Einschränkungen. „Das führt dazu, dass in Polen doppelt so viele Tiere auf einem Quadratmeter gehalten werden wie bei uns“, ärgert sich Michael Wurzer von der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft gegenüber dem „Kurier“. 
Geht es nach Wurzer, sollte es mehr Geflügel aus heimischer Produktion geben: „Wir suchen intensiv nach zusätzlichen Unternehmern.“ Da ein moderner Stall viel kostet und mit umfangreichen Genehmigungen verbunden ist, würden aber viele zurückschrecken. Dazu gibt es oft Ärger mit den Anwohnern aufgrund von Geruchsbelästigungen. Schließlich sind in modernen Ställen gut 40.000 Hühner untergebracht. Wurzer: „Die Menschen wollen Fleisch aus der Region, aber nicht, dass ein Stall in der Region gebaut wird.“ 40.000 Hühner in einem Stall? Das mag vielleicht wirtschaftlich sein, artgerecht sicher nicht. Auch nicht in Österreich.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
Werbung

Weiterführende Themen

Die neue Summer Edition kommt in matt-roten 250-ml-Dosen.
Produkte
23.03.2020

Die neue, limitierte Summer Edition ist ab dem 30. März erhältlich.

Hans Kilger will seine 50 betroffenen Mitarbeiter nicht kündigen, denn "Es gibt ein Leben nach Corona, und da brauchen wir sie wieder!"
Gastronomie
19.03.2020

Wirtsleute und Gastronomen werden zu Essenszustellern. Das gibt es im ganzen Land. Manchmal führen die Kellner das Essen aus. Manchmal übernimmt das sogar ein Stammgast. Eine Facebook-Gruppe zeigt ...

Die Corona-Krise trifft die Branche. Was man jetzt tun muss.
Gastronomie
19.03.2020

Der Corona-Virus stellt Gastronomie und Hotellerie vor eine gewaltige Herausforderung. Die gesamte ÖGZ-Redaktion hat mit zahlreichen Experten aus unterschiedlichen Bereichen besprochen und sich ...

Gastronomie
18.03.2020

Das deutsche Bundesland Baden-Württemberg schließt Gaststätten für drei Monate. Es gibt aber Ausnahmen.

Essenszustellung bei Mjam.
Gastronomie
17.03.2020

Corona-Krise. Zustelldienste können bis zu einem gewissen Grad Umsatzrückgänge ausgleichen. Denn in manchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Küche offen zu halten und auf Zustellung zu setzen, ...

Werbung