Das Wachstum der Onlinebuchungen wird schwächer

Internet
17.04.2013

Wien. Die neue Amadeus-Analyse ergab, dass Internet-Reiseportale auch 2012 wieder zugelegt haben. Die Steigerung von 11 Prozent zeigt aber, dass sich das Wachstumstempo aber verringert hat. Die stärksten Buchungsmonate sind Juli, August und Jänner.
Wilfried Kropp ist davon überzeugt, dass die Herausforderung des Jahrzehnts sein wird, den Online- und Offline-Markt zu verbinden
Wilfried Kropp ist davon überzeugt, dass die Herausforderung des Jahrzehnts sein wird, den Online- und Offline-Markt zu verbinden

Jene Online-Portale, auf denen Österreicher Urlaubsreisen buchen, haben auch 2012 wieder zugelegt. Allerdings: Das Wachstumstempo, das in den vergangenen Jahren zwischen 20 und 30 Prozent lag, hat sich auf knapp 11 Prozent vermindert. Da das Buchungsvolumen der stationären Reisebüros dagegen im letzten Jahr um rund 6 Prozent zurückgegangen ist und auch in den ersten Monaten 2013 rückläufig ist, konnten die Onliner als Gruppe weiterhin Marktanteile gewinnen. Insgesamt haben nach der neuen Analyse von Amadeus Austria 278.000 Österreicher ihre Veranstalter-Reise online gebucht. Im Vorjahr waren es rund 250.000. Eine Besonderheit des österreichischen Marktes besteht darin, dass Verbraucher nicht nur bei österreichischen Online-Reisebüros buchen, sondern sehr häufig auch auf deutschen Portalen landen. Gründe dafür sind die höhere Markenbekanntheit deutscher Portale und das teilweise größere Angebot. Das Preisniveau ist in beiden Ländern nahezu gleich. Nach wie vor buchen rund 55 Prozent der Online-Kunden auf deutschen Portalen und nur 45 Prozent bei österreichischen Online-Reisebüros.

Österreicher buchen höherwertige Reisen
Dieses Verhältnis ist 2012 gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben. Funktional haben zumindest die österreichischen Onliner gegenüber ihren deutschen Wettbewerbern gleichgezogen: Angebot und Suchtechnik sind nun nahezu identisch. Der Online-Umsatz mit Veranstalter-Reisen betrug nach Amadeus-Angaben im letzten Jahr 160 Millionen Euro. Das sind knapp 20 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Interessant ist die starke Abweichung des durchschnittlichen Buchungswerts in Österreich von dem in Deutschland: Der Buchungswert (Reisepreis) beträgt auf österreichischen Portalen 1.561 Euro, auf deutschen Portalen aber nur 1.099 Euro. Vermutet wird,  dass diese starke Abweichung auf einen unterschiedlichen Angebots-Mix und nicht auf Preisunterschiede zurückzuführen ist: In Österreich werden mehr Familienreisen gebucht; in Deutschland ist der Anteil der Flug-Only oder Hotel-Only-Buchungen größer. Im Durchschnitt reisen 2,2 Personen pro Buchung. Der durchschnittliche Reisepreis pro Buchung in stationären Reisebüros lag 2012 übrigens bei 1.502 Euro, also praktisch auf dem gleichen Niveau wie im Online-Geschäft. Auch das ist ein Hinweis, dass im Internet praktisch die gleichen Reisen zu den gleichen Preisen wie im Reisebüro an der Ecke gebucht werden.