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Die Tiroler Tourismusstrategie von Landeshauptmann Günther Platter sieht eine Bettenobergrenze fürs Land vor.

Bettenobergrenze in Tirol: Leider nein

19.08.2021

Die gesetzlich verankerte Bettenobergrenze im Tourismus auf 330.000 Betten wird es in Tirol vorerst nicht geben. 

Das Motto "Qualität vor Quantität" im Tourismus ist für Tirol nicht nur eine leere Worthülse, sondern ein wichtiges Ziel im Bemühen um einen Wandel. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, wird es in Tirol nun offenbar zu keiner gesetzlich verankerten Bettenobergrenze im Tourismus kommen. Die im Zuge der neuen Tiroler Tourismusstrategie von Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) angekündigte absolute Obergrenze von maximal 330.000 Betten sei rechtlich nicht möglich. Dies geht aus einer Anfragebeantwortung Platters an Liste-Fritz-Abgeordneten Markus Sint im Tiroler Landtag hervor.

Vielmehr sei der neue "Tiroler Weg" "einerseits als Bekenntnis, andererseits als Prozess" zu verstehen. Insofern korreliere die 330.000er-Grenze mit dem festgeschriebenen Grundsatz "Qualität vor Quantität", so Platter. Über den Umweg, in Tourismus-Hotspots den Bettenzuwachs nicht "fördertechnisch" zu berücksichtigen, hoffte man zumindest so auf "zuwachsdämpfende Effekte, die im Zuge der Prozessdauer insgesamt zu einer (weiteren) Bettenreduktion führen werden".

"Besser statt mehr"

"Besser statt mehr", hatte Platter, auch Tourismusreferent, in diesem Zusammenhang Anfang Juni bei der "Lebensraum Perspektivenwoche" als Devise ausgegeben. Man wolle "keine Steigerung bei der Gesamtbettenanzahl in Tirol, sondern wir wollen eine Steigerung bei der Wertschöpfung".

Die zweite Ankündigung Anfang Juni hatte darauf abgezielt, dass künftig keine Beherbergungsgroßbetriebe mit über 300 Betten mehr in Tirol angesiedelt werden sollen. Hier will das Land laut "TT" eine Selbstbindung der Gemeinden bei künftigen Sonderflächenwidmungen erreichen. Eine eigene finanzielle Förderschiene werde eingerichtet. Eine generelle Beschränkung im Raumordnungsgesetz sei aber auch hier nicht möglich. Aktuell würden in Tirol 23 Betriebe mit über 300 Betten geführt.

Gerber: "Nicht aufgeben

Als "keine tolle Nachricht" bezeichnete ÖVP-Tourismussprecher und Landtagsabgeordneter Mario Gerber die Nicht-Möglichkeit einer gesetzlichen Verankerung der Bettenobergrenze, doch: "Wir geben aber nicht auf." An der Zielsetzung halte man fest, der politische Druck werde nicht nachlassen. "Wir müssen keine neuen Betten fördern, wir haben genug Hotels", so Gerber, für den es nun darum gehe, die Bürgermeister zu sensibilisieren.

APA/red

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