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Sieger des Publikumspreises Camping.Info Award 2017: der Grubhof in Salzburg. Der Preis wird jährlich durch den Onlinecampingführer www.camping.info vergeben.

Boomfaktor Camping

28.02.2017

In der Reisewelt der Erwachsenen ist Urlaub mit Zelt und Wohnmobil schon seit Jahren wieder im Aufwind. Jetzt überrollt der Hype aus Deutschland auch den Jugendmarkt: Österreichs Campingplätze profitieren.

Camping in Österreich

Österreichs Camping-Bundesland Nummer eins ist Kärnten mit 1,9 Millionen Nächtigungen, gefolgt von Tirol (1,4 Mio.) und Salzburg (0,6 Mio.). Laut deutscher Reiseanalyse ­interessieren sich elf Prozent (2006: 8 %) der Bevölkerung für eine Reise mit dem Wohnmobil, rund acht Prozent (2006: 7,5 %) denken an einen Wohnwagen­urlaub. Die geäußerten Präferenzen für Destinationen sind nahezu identisch mit jenen der Vorjahre. Insgesamt betrachtet, werden deswegen auch 2017 Urlaubs­reisen im eigenen Land mit etwa 30 Prozent den ersten Platz der Hitparade einnehmen. Es folgen Spanien, Italien, Österreich und die Türkei. Quellen: Camping.Info; Deutsche Reiseanalyse 2017. 

 

Deutschland ist eine wahre Campingnation. Unsere Nachbarn unternehmen etwa drei Millionen Urlaubsreisen pro Jahr mit dem Wohnwagen oder dem Wohnmobil, hinzu kommen zirka vier Millionen Kurzurlaubsreisen. Und Österreich ist eine beliebte Destination. 
Die Campingplätze in Österreich generieren immerhin einen Umsatz von fast 300 Millionen Euro im Jahr. Rund vier Prozent der österreichischen Gesamtnächtigungen des Jahres 2015 gehen auf das Konto der 597 heimischen Campingplätze. Campen liegt im Trend. „Es ist wieder in, den Campingurlaub in der eigenen oder einer nicht allzu weit entfernten Region zu verbringen. Da Deutschland europaweit der stärkste Camping-Herkunftsmarkt ist, profitiert von dieser Entwicklung vor allem Deutschland selbst, aber auch verstärkt Österreich“, erklärt Erwin Oberascher, Betreiber des Onlineportals Camping.info.

Zielgruppe Jugendliche

Camping boomt vor allem auch in der Altersgruppe zwischen 25 und 35. So geht etwa aus der deutschen Reiseanalyse hervor, dass unter den deutschen Campern der Anteil der unter 30-Jährigen von 2005 auf 2015 deutlich gestiegen ist: bei Nutzern von Wohnwagen von neun auf 18 Prozent und beim Wohnmobil von neun auf 14 Prozent. Auch bei ruf Jugendreisen wird derzeit ein Run auf Campingreisen verzeichnet. So ist der deutsche Reiseveranstalter mit Zielgruppe Jugendliche nach eigenen Aussagen mit einem Plus von mehr als zwanzig Prozent im Campsegment gegenüber dem Vorjahreszeitraum in die Buchungssaison gestartet. Dass diese Entwicklung nach Österreich schwappt, zeigen Zahlen der Statistik Austria. Demnach haben im August 2016 fast 420.000 Gäste auf österreichischen Campingplätzen übernachtet; um acht Prozent mehr als im August 2015. Deutlicher zeigt sich der Trend im Fünfjahresvergleich. So haben im August 2011 noch rund ein Viertel weniger Urlauber in Österreich gecampt als im August 2016, konkret 325.019. 

Die Mehrheit der Camper in Österreich stammt mit 41 Prozent aus Deutschland, gefolgt von Österreich (23 Prozent) und den Niederlanden mit 21 Prozent. Dahinter folgen mit Abstand Camper aus der Schweiz und Italien mit jeweils rund zwei Prozent. „Daneben registrieren wir aber auch ein immer stärkeres Interesse von tschechischen und ungarischen Touristen, die zum Beispiel gern im Burgenland campen“, ergänzt Wolfgang Kuster von Top Camping Austria. 

Infrastruktur muss stimmen

Übernachten in der freien Natur und kochen überm Lagerfeuer statt All inclusive und Zimmerservice: Wer jetzt denkt, der Campinghype sei ein Ausdruck neuer Bescheidenheit, liegt nicht ganz richtig. Denn der Urlaub auf dem Campingplatz wird immer komfortabler. Das sei mit ein Grund für die zunehmenden Buchungen, ist Kuster überzeugt: „Die Infrastruktur österreichischer Campingplätze hat sich weiterentwickelt. Heute locken moderne Plätze mit komfortablen Sanitäranlagen, zahlreichen Freizeitmöglichkeiten und hochwertigen Gastronomieangeboten. Ausländische Campingtouristen schätzen vor allem das solide und gute Preis-Leistungs-Verhältnis österreichischer Anbieter.“ 

Glamping fasst den Trend zum neuen Komfort beim Campen, mit einem Hauch von Glamour, zusammen. So bieten Veranstalter bereits eigene Glamping-Zelte mit Schlafkabinen, Betten, Laken, Licht und Strom plus gemütlichem Teppich auf dem Holzboden, Regalen und einem kleinen Kühlschrank. „Schlafen nur auf der Isomatte oder Luftmatratze ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt dazu ruf Jugendreisen-Geschäftsführer Burkhard Schmidt-Schönefeldt. Das Erfolgsrezept sieht auch er vor allem in der In­frastruktur der Plätze: „Um bei den Jungen anzukommen, ist es wichtig, deren Wünsche und Bedürfnisse zu berücksichtigen. Sie setzen heute auch beim Campen WLAN und Komfort voraus.“

Text: Karin Bornett

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