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Sylt ist für immer mehr Gäste auch in der kalten Jahreszeit spannend.

Chillen am Wattenmeer

06.08.2018

Wie sich die Nordseeinsel Sylt als Ganzjahresdestination positioniert.

„Sturmgewalten hautnah erleben“: Moritz Luft, GF der Sylt Marketing.

Es ist eine wildromantische Insel mit ihren Dünen- und Heidelandschaften, Kliffküsten, Binnengewässern und Sandstränden. Die Luft ist würzig, die Brise oftmals steif. In Österreich genießt Sylt zuweilen den Ruf einer Jetset-Insel. Dabei liebt nicht nur die Prominenz Deutschlands nördlichste Insel. Auch Unternehmer, Familien mit Kindern – meist Besserverdiener – machen hier gerne Urlaub. Und zwar mittlerweile immer öfter ganzjährig.
Dabei ist es gar nicht so einfach, auf die Insel zu gelangen – zumindest wenn man es eilig hat: Mit dem Auto direkt erreichbar ist die Nordseeinsel nämlich nicht, man muss seinen fahrbaren Untersatz mittels SyltShutt-le bzw. dem Autozug hinüberbringen lassen – just auf jener Strecke, auf der auch der Personenzug verkehrt –, manchmal mit Verspätung, weil der Bahnhof in Westerland eine Spur zu klein geworden ist. Mit dem Fliegen ist es auch so eine Sache: In der Sommersaison gibt es Anschlüsse via Düsseldorf, in den Nebensaisonen muss man sich mit der Bahn begnügen, die beispielsweise von Hamburg die Insel in drei Stunden erreicht. Oder man reist mit dem Privatflugzeug an. 

Sich freipusten lassen

„Die besonderen klimatischen Bedingungen auf Sylt sind ein wesentlicher Aspekt, warum immer mehr Gäste auch in den Nebensaisonzeiten auf die Insel reisen“, sagt Moritz Luft, Geschäftsführer der Sylt Marketing. Im Winter Sylt zu besuchen ist für Erstbesucher vermutlich nicht der erste Gedanke, der ihnen in den Sinn kommt. Zwar sind die Wintermonate etwas milder als auf dem benachbarten Festland, aber: „Aerosolhaltige Strandspaziergänge, gern auch bei ordentlichem Wind, stellen das gesamte Jahr über eine der Hauptaktivitäten unserer Gäste dar – auch insbesondere im Januar, um dann möglichst Sturmgewalten hautnah erleben zu können, also um sich gewissermaßen freizupusten“, weiß Moritz Luft. In den dunkleren Jahreszeiten lässt sich dieses Naturerlebnis freilich mit einer auf Sylt großen Bandbreite von Genussangeboten – etwa in Restaurants oder im Rahmen des Gourmet-Festivals Sylt im Jänner – verknüpfen. Zudem ist es eine Vielzahl an Wellness-
angeboten, die Gäste schätzen. „Ein idealer Aufenthaltsmix für eine erholsame Kurzreise nach Sylt“, betont Luft. Diese Angebotsfaktoren bilden die Basis der Sylter Vermarktungsanstrengungen. 

Österreich im Visier

Das Sylter Destinationsmarketing hat neben Deutschland, und hier schwerpunktmäßig der Westen, außerdem die Schweiz und Österreich im Visier, also den gesamten deutschsprachigen Raum. „Wir bemerken, dass immer mehr Österreicher die Nordsee, das Weltnaturerbe Wattenmeer und die darinliegende und schon recht bekannte Insel Sylt als Urlaubsziel ansteuern. Insofern sind wir seit Jahren auf Messen vertreten, wie beispielsweise der Ferien-Messe oder dem Reisesalon in Wien“, sagt Moritz Luft im Interview mit der ÖGZ. „Wir bewerben die Insel über österreichische Kooperationspartner oder die Deutsche Zentrale für Tourismus, und wir unterstützen Reiseveranstalter und Carrier wie die ÖBB oder Eurowings mit dem sogenannten Via-Flugangebot auf unsere Insel.“
Und obwohl Sylt nicht gerade zu den günstigen Destinationen gehört, steigt die Zahl der Übernachtungen kontinuierlich. 2017 ist die Zahl auf mehr als sieben Millionen gestiegen, ein Plus von 166.000 gegenüber dem Jahr 2016. Das ist zwar erfreulich, die Betriebe auf der Insel stellt das jedoch vor Herausforderungen: Es fehlt – wie mittlerweile fast überall – das Personal.

Autor/in:
Alexander Grübling
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