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Vorarlberg, hier das Hotel Post in Bezau, setzt auf qualitätsvolle Baukultur.

Landschaftspflege für Gäste und Einheimische

26.02.2015

Den Zusammenhang von Qualität in Baukultur und Tourismus betont eine Arge in Vorarlberg. Gemeinsam soll touristischen Bauherren das Bewusstsein für den Wert der Baukultur vermittelt werden.

Klar und  reduziert:  das KUB Café- Restaurant neben  dem Kunsthaus Bregenz.

Text: Thorsten Bayer

 

Vorarlberg hat sich mit seiner Dichte an hochwertiger Architektur international einen Namen gemacht. Im Vordergrund stehen moderne Baustoffe, der gekonnte Einsatz von heimischem Holz und nicht zuletzt die Sensibilität von Architekten und Bauherren für die jeweilige Umgebung. „Ein touristischer Bauherr bleibt sein ganzes Leben lang Bauherr“, weiß Verena Konrad, Direktorin des Vorarlberger Architektur Instituts (vai). „Alle paar Jahre sind Umbauten nötig, und jeder Zubau- oder Umbau, jede neue Form von Ausstattung ist dann ein Kind der jeweiligen Zeit und gibt Aufschluss über die Haltung des Bauherren.“
Dafür, dass sich Bauherren über die komplexe Materie gut informieren und ihre Verantwortung wahrnehmen können, möchte die Arge Baukultur und Tourismus einen Beitrag leisten. In ihr tauschen sich Tourismusunternehmer und Architekten aus. Für den reflexiven Blick von oben sorgen vai, Vorarlberg Tourismus sowie das Land Vorarlberg.

Einbindung in die Umgebung
„Wir möchten die Bauherren darin unterstützen, ihre Entscheidungen verantwortlich treffen zu können“, sagt Konrad. Dabei gehe es keineswegs um gestalterische Empfehlungen oder gar Vorgaben. Wichtig ist ihr der Mehrwert nicht nur für den einzelnen Betrieb, sondern auch für die Umgebung, für das Dorf, die Stadt, die Region. Entscheidend sei eine bewusste Reflexion, ob und wie ein Zu- oder Neubau in die dörfliche Gemeinschaft eingebunden werden soll: „Gebaute Umwelt hat etwas damit zu tun, wie Menschen miteinander kommunizieren.“ Für sie stellt sich die Grundfrage: „Wie können wir dem Gast vermitteln, wie Menschen im Hier und Jetzt real leben? Baukultur ist dazu ein Schlüssel.“

Bauherrenakademie geplant
Dank der Vorarlberger Tradition bei diesem Thema sieht sie bereits eine hohe Sensibilität bei vielen Touristikern. Vom Land Vorarlberg und der Landestourismusorganisation kommt viel Zuspruch und Unterstützung. Vorarlberg Tourismus und vai haben beispielsweise gemeinsam eine App für Individualtouristen entwickelt. Als „Architektouren“ sind neun Halb- und Ganztagesprogramme aufbereitet, etwa zu „Alt und Neu“ oder „Kunst und Kultur“. Nun möchte die Arge noch einen Schritt weitergehen und entwickelt derzeit eine Bauherrenakademie für Touristiker. Sie soll als modulares System aufgebaut und auf die konkreten Bedürfnisse der Betriebe und ihrer Mitarbeiter zugeschnitten sein. Mögliche Themen sind Gastlichkeit, Energie, Sanierungen, die Beschäftigung mit alter Bausubstanz, Raumplanung oder Inneneinrichtung. Neben Vorträgen und Workshops vor Ort sind auch Exkursionen geplant und Reflexionen über den eigenen Betrieb und seine Stellung in diesem Geflecht.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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