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Neue Kritik an Airbnb

05.12.2017

Airbnb bestätigt ein Angebot für Hosts, das sich ideal zur Steuerhinterziehung eignet. ÖHV-Präsidentin Reitterer hat ihr Airbnb-Konto gekündigt und fordert rasche Reaktionen von Bund, Stadt Wien und EU.

Enorme Nächtigungssteigerungen, Milliardenbeteiligungen von Riesenkonzernen und ein Auftreten wie ein Wohltätigkeitsverein: Airbnb ist ein Phänomen. Offenbar irritieren nicht einmal die vor Tagen bekannt gewordenen Vorwürfe, der Konzern organisiere seinen Vermietern ausgerechnet in der Steueroase Gibraltar registrierte Kreditkarten. Dazu erreicht uns eine Aussendung der Österreichsichen Hoteliervereinigung: „Spätestens jetzt muss allen klar sein, warum Airbnb Informationen zu Mieteinnahmen so rigoros verweigert“, erklärt Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Ihr Airbnb-Konto hat sie jetzt gekündigt: „Bisher war Airbnb einfach eine Buchungsplattform. Aber solche Praktiken lehne ich ab.“

Bund, Länder und EU gefordert

Auch die Politik ist gefordert: „Laut Airbnb nutzen bis zu 10 % seiner Geschäftspartner ein Angebot, das sich eigentlich nur zur Verschleierung von Einnahmen anbietet“, fragt sich Reitterer, wie lange Politik und Behörden noch zusehen. Die neue Regierung werde die Digitalisierung umfassender behandeln müssen als die vorige: „Start-up-Förderungen sind zu wenig“, setzt Reitterer auf mehr Sachpolitik: „9 unterschiedliche Landesgesetze, die mehr oder weniger auf Goodwill basieren: Das kommt einer Kapitulation gleich. Bundesweit einheitliche Offenlegungspflichten sind nicht zu viel verlangt“, fordert Reitterer eine österreichische Best Practice-Lösung für die EU – und auch die EU-Kommission werde ihre Sicht der Sharing Economy um einige Aspekte ergänzen müssen: „Zumindest um die Frage, ob hier nicht organisierter Steuerbetrug im großen Stil vorliegt.“

Wien muss neu verhandeln

Die pauschale Vergebührung von Einnahmen ohne Offenlegungspflicht, wie sie Airbnb derzeit mit der Stadt Wien verhandle, könne nach Bekanntwerden der Vorwürfe unmöglich in Frage kommen. Verhandelt die Stadt mit Airbnb aber weiter, solle sie auch Vertreter der gewerblichen Wirtschaft zu Verhandlungen über die freihändige Anweisung von Taxen ohne Kontrollmöglichkeit einladen, so Reitterer: „Ausgerechnet die Betriebe zu benachteiligen, die hier im großen Stil Steuern, Sozialversicherungen und Taxen zahlen, kann nicht im Sinn der Stadt sein.“

ÖHV/RED

 

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