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Ein Hotel am Fuß eines Gletschers, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht.

Architektur im Tourismus: spektakuläre Inszenierungen

23.01.2020

Patrick Lüth, Architekt im internationalen Architektur- und Designbüro Snøhetta, stellte auf dem ÖHV-Kongress außergewöhnliche touristische Projekte vor, die die Natur inszenieren und dabei schonend mit ihr umgehen.

Architektur ist mehr als eine Bühne, sie schafft Räume für eine Inszenierung“, sagt Patrick Lüth. „Nicht die Architektur ist spektakulär, sondern die Blicke, die sie ermöglicht. Und sie ist das Gesicht eines Hotels.“ Lüth arbeitet in der Innsbrucker Niederlassung des norwegischen Architektur- und Designbüros Snøhetta, das mit 300 Mitarbeitern weltweit Projekte entwickelt. Man arbeitet interdisziplinär und versucht, den besonderen Geist eines Ortes widerzuspiegeln und nachhaltig zu bauen.

Spektakulär und nachhaltig

Das führt zu ungewöhnlichen Bauten wie einem Rentiermuseum in Norwegen: Im „Museum“ sitzen die Besucher und beobachten durch ein riesiges Panoramafenster die wilden Tiere draußen. An Norwegens Südspitze haben sie ein Restaurant halb ins Meer versenkt. Für Swarowskis Kristallwelten entwarfen sie einen Kletter- und Spielturm für Kinder. Oberhalb von Innsbruck haben sie Stationen eines Wanderwegs entwickelt, die die alpine Umgebung spektakulär in Szene setzen. 

 

Unterwasserrestaurant

Europas erstes Unterwasser-Restaurant „Under“ hat seit März 2019 geöffnet. Es dient auch als Forschungszentrum für marines Leben. 35 bis 40 Gäste haben hier Platz. Der dänische Koch Nicolai Ellitsgaard fokussiert auf regionale Produkte, also Fisch und Co. Das lassen sich die Gäste 950 Euro kosten. Man ist auf Monate ausgebucht.

Unterwasserrestaurant, by t.vierich

 

Perspektivenweg an der Nordkette

Der „Perspektivenweg“ auf knapp 2.000 Metern Seehöhe an der Nordkette über Innsbruck präsentiert zehn ungewöhnliche Aussichtsplattformen, die das Erlebnis der hochalpinen Landschaft erst richtig spektakulär machen. Auftraggeber war die Nordkettenbahn. Der Weg ist 2,8 Kilometer und verläuft auf 142 Höhenmetern, mit der Seilbahn bequem zu erreichen, barrierefrei und familientauglich.

Perspektivenweg an der Nordkette, by t.vierich

 

Observationszentrum

Der Auftrag war, einen Pavillon für das norwegische Rentierzentrum zu entwerfen. Herausgekommen ist ein Observationszentrum mitten in der Landschaft. Die Sitzflächen der Besucher wurden aus riesigen, massiven Holzstücken gefräst und sehen aus, als wären sie für eine Panoramasauna entworfen. Deshalb wurde die Idee für genau diese Zwecke auch schon mehrfach abgekupfert ...

Observationszentrum, by t.vierich

 

Svart

„Svart“ ist das erste „energiepositive“ Hotel – und das sogar nördlich des Polarkreises. Es braucht 85 Prozent weniger Energie als ein durchschnittliches Hotel und produziert seine Energie selbst – was in dieser abgelegenen Lage am Fuß eines Gletschers auch notwendig ist. Dadurch ist sein Fußabdruck in dieser sensiblen Landschaft denkbar gering.

Svart, by t.vierich

 

 

Hotelprojekt im Montafon

Die illwerke vkw errichtet im Bereich Tschagguns/Latschau mit der Falkensteiner Michaeler Tourism Group (FMTG) 2020 das erste Fünf-Sterne-Familienhotel in Vorarlberg. Im Zentrum des Entwurfs steht ein zweistöckiger Sockel, der sich tief in die Landschaft einbettet – mit Lobby, Spa, Restaurant und reichlich Familienangeboten. Die Fassade der aufgesetzten Baukörper ist aus Holz.

Hotelprojekt im Montafon, by t.vierich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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