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Hausmaskottchen „Godei“ mit Kindern: Die Eltern aalen sich unterdessen im Spa oder sind auf dem Mountainbike unterwegs.

Chillen, als wäre man kinderlos

05.04.2018

Urlaub mit Kindern verlangt von vielen Eltern Opfer bei der Auswahl der Destination und der Unterkunft. Das geht auch anders. Etwa im Leading Family Hotel & Resort Dachsteinkönig.

Hoteldirektor Florian Mayer mit der Haus-Chronik, im Hintergrund die Hotelbar.
Kleinkinderbadebereich im Dachsteinkönig.

Im Dachsteinkönig steckt viel Hirnschmalz. Hoteldirektor Florian Mayer – er gewann im Vorjahr mit seinem Haus den ÖGZ-Sterne-Award Region-Mitte sowie den World Luxury Hotel Award für die beste Hoteleröffnung des Jahres – bringt es auf den Punkt: „Für so ein Haus gibt es keinen Architekten. Das ist alles aus unserem eigenem Know-how entstanden.“ Das Know-how ist der Familie Mayer nicht zugeflogen, mittlerweile zählen mit der Alpenrose Lermoos, dem Kinderhotel Oberjoch und dem 2016 eröffneten Dachsteinkönig drei Häuser zum Mayer’schen Imperium, die nicht nur top in der Nische der Kinderhotels sind, sondern fast schon in einer eigenen Liga spielen – zumindest der Dachsteinkönig. Zugeflogen ist da nichts. Es ist hart erarbeitet.

Valet-Parking

Eines der Highlights im Dachsteinkönig aus Sicht des Ankommenden ist zunächst einmal das Valet-Parking. Man gibt den Autoschlüssel beim Check-in an der Rezeption ab, das Auto wird geparkt, das Gepäck aufs Zimmer gebracht. Ein Segen für Eltern! Vor allem nach längeren Autofahrten. Bei einem Anteil von 70 Prozent an deutschen Gästen, die mehrstündig mit dem PKW anreisen, eine kluge Idee, die gleich für Entschleunigung sorgt und Druck rausnimmt. Entschleunigend ist auch die Tatsache, dass sich der gesamte Restaurantbereich (Essen spielt bei Kindern eine zentrale Rolle!) in sechs Restaurantteile aufsplittet. Das sorgt für Geborgenheit, senkt den Lärmpegel und gibt einem nicht das Gefühl, mit hunderten anderen Gästen gleichzeitig zu dinieren. In die Planung und Gestaltung des Restaurantbereichs sind auch Gästefeedbacks aus anderen Häusern eingeflossen. Die Mehrheit wollte ihr Essen vom Buffet holen, im Dachsteinkönig gibt es deshalb gleich mehrere Live-Cooking-Stations sowie ein eigenes Kinderbuffet. Wartezeiten? Fehlanzeige. Die Bereiche sind so gestaltet, dass sich selbst bei Vollauslastung nie längere Wartezeiten ergeben können. Dazu ist die Auswahl einfach zu groß. Drei Weinsommeliers beschäftigt man hier, im Weinkeller liegen 470 Positionen. Biertrinker finden eine solide Bierauswahl vor, auch mit regionalen Bieren aus kleinen Brauereien. 

13 Stunden Kinderbetreuung

Das Herzstück des Hauses ist aber die Kinderbetreuung: Täglich 13 Stunden lang beaufsichtigen hier bis zu 25 Betreuer an sieben Tage pro Woche den Gästenachwuchs – auch Neugeborene, wenn eine Mutter kurz durchatmen will. Es gibt einen 2.000 m² großen Indoor-Spielbereich mit Turnhalle, Softplayanlage über zwei Stockwerke, Kino und Theater, Kart- und Bowlingbahn. Außerdem eine Badelandschaft mit In- und Outdoor-Pool, Kinderbecken und 100-Meter-Reifenwasserrutsche. Ein weiterer, 1.000 m² großer Spa-Bereich, der ausschließlich Erwachsenen vorbehalten ist, bietet Saunen, Relax-Zonen und Treatments an. Der Indoor-Golfsimulator ist ein weiteres Highlight. Neben den 12 Chalets – mit einer Größe von bis zu 157 m2 – gibt es auch noch über 100 Zimmer und Suiten im Haupthaus. Gebucht werden kann ein Zimmer von Erwachsenen mit Kindern, Kinderlose müssen woanders urlauben. Der Spa-Bereich ist ausschließlich Hotelgästen vorbehalten, es gibt keine Tageskarten. Einziger öffentlicher Bereich ist die großzügig angelegte Hotelbar, unmittelbar neben der Rezeption.

Was ein Top-Hotel ausmacht, erfüllt der Dachsteinkönig mustergültig: Unabhängigkeit von der Destination (im Sommer ist das Angebot für Gäste noch umfangreicher, hier wird u. a. das Thema E-Bike inszeniert), Markenpflege, aktives Revenue-Management und ausschließlich Direktvertrieb. Hoteldirektor Mayer machte in Personalfragen auch eine Not zur Tugend: „98 Prozent der 150 Mitarbeiter kommen aus der Region, wir beschäftigen außerdem zwölf Lehrlinge und zwei Asylwerber aus Afghanistan.“ Für gute Köche gibt es aber immer Arbeit, die werden ja überall händeringend gesucht. 

2017 hatte der Dachsteinkönig bereits 130.000 Nächtigungen, der kreditgebenden Bank hatte man 100.000 versprochen – und damit die Erwartungen aus dem Stand übertroffen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 5,2 Tage, die Jahresauslastung liegt bei knapp 80 Prozent. Gar nicht schlecht für ein Haus, das man auf die grüne Wiese gebaut hat. Und weil man an die Idee glaubt, sind bis zu zehn weitere, noch luxuriösere Chalets geplant. Die will man in den nächsten zwei bis fünf Jahren dazubauen. Ein wenig Platz gibt’s noch.

Autor/in:
Alexander Grübling
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