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Darum wird Ihr Bier teurer, lieber Gast!

06.12.2017

Seit 2012 stiegen laut VPI die Gastro-Preise doppelt so hoch wie die normale Inflationsrate. Den Preisanstieg kann man den Gäste erklären. 

„Warum ist denn das so teuer geworden?“ Was soll man als Wirt antworten, wenn beim Blick auf den Preis dem Gast der Braten sprichwörtlich im Halse steckenbleibt, bevor er ihn konsumiert? Früher war bekanntlich alles billiger, und wehe, wenn man noch in der Lage ist, sich an die guten alten Schillingpreise zu erinnern! 25 Schilling für ein Krügel Bier – das ging sich in den 1980ern selbst in guten Lokalen aus. 

Lange her! Der Wirthauspreis für einen halben Liter ist aber ein gutes Beispiel dafür, dass seitdem das Bier keineswegs zu einem Luxusgut wurde. Selbst bei einer moderaten Inflation von zwei Prozent verdoppeln sich rein rechnerisch nämlich die Preise alle 35 Jahre. Abzocke beim Bier – von wegen!

Gründe der "Gastro-Infaltion"

Allerdings legen jetzt die neuesten Zahlen des sogenannten Verbraucherpreisindex (VPI) nahe, dass die Teue-rung bei Kaffee, Speisen, Desserts, Bier und Co zuletzt tatsächlich stärker gestiegen ist als bei anderen Gütern. Und zwar relativ stark: Während die normale Teuerung seit 2012 bei 10,2 Prozent liegt, stiegen die Gastro-Preise um 20,6 Prozent. Kann man dem Gast erklären, dass die Inflation beim Schnitzel doppelt so hoch ist als bei anderen Konsumgütern? Man kann! 

Ein Punkt ist der begrüßenswerte Wandel des Zeitgeists. Gäste fordern mehr Qualität, etwa Bio und regionale Produkte. Das treibt – auch wenn es nicht alle machen – die „Gastro-Inflation“ in die Höhe. Außerdem sind viele Gastronomen selbst von Preissteigerungen betroffen, die um einiges über der allgemeinen Inflationsrate liegen: z. B. bei den Lokalmieten. Hinzu kommen steigende Kosten durch Bürokratie und Auflagen oder die Gehälter. Fragen Sie Ihren Gast, ob er für eine kleinere Rechnung Billigfleisch und Lohndumping akzeptieren würde! Branchenvertreter wie WKO-Obmann Mario Pulker meinen seit langem, dass die Preise stärker erhöht werden müssten, um rentabel zu bleiben. Das funktioniert aber nur, wenn man nicht über den Preis, sondern über Qualität verkauft.   

Autor/in:
Daniel Nutz
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