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Alles in Handarbeit: Gemalte Schsriftzüge verleihen Betrieben zusätzliche Authentizität...

Der ewige Charme der Kreidetafel

13.02.2017

Retro-Schriften signalisieren den Handwerkscharakter vieler hipper Lokale. Das Wiener „HFA Studio“ hat sich darauf spezialisiert und erzählt, worauf es beim Beschriften ankommt.

 

...  und das Servicepersonal hat auch gleich ein Geschichte zu erzählen, wenn sich ein Gast dafür interessiert.

Anschreiben, aber richtig!

Worauf es bei wirkungsvollen und stimmigen Lokal-Schriftzügen ankommt, haben die drei Designer des HFA-Studios für die ÖGZ zusammengefasst:

•    Was ist eigentlich gewollt – ­Dekoration oder Preisschild?
•    Direkten Kontakt halten: keine Agentur zwischenschalten
•    Philosophie vermitteln, keine konkreten Angebote (dafür gibt’s die Speisekarte) 
•    Verkörpert die Schrift die Marke, passt sie zur Küchenlinie?
•    Konzept zu Ende denken: Funktioniert die Schrift auf ­Speisekarte, Flyern etc.
•    Einstellung muss passen: Kein Trend um des Trends willen

Leo und Charlie Scheichenost kommen gerade von den Malediven. Wo andere urlauben, hat das Brüderpaar gemeinsam mit Fabian Dankl fünf Tage lang eine 16 Meter lange Holzwand bemalt. Handgemalte Schriftzüge („Lettering“) und Wandgestaltungen für die Gastronomie stellen nämlich einen der Schwerpunkte von HFA Studio, der Wiener Firma des Trios, dar. Im Luxus-Resort „W“, das vom ehemaligen Le-Méridien- Vienna-Manager Anton Birnbaum auf der Inselgruppe geführt wird, kamen die Gäste aus dem Staunen nicht heraus, „dass das tatsächlich jemand mit der Hand macht“. 

Authentizität

Im Zuge der Retro-Bewegung haben sich die ausgebildeten Künstler auf diese Art der handwerklichen Lokalgestaltung spezialisiert. Auftraggebern wie dem Wiener Bier-Lokal „Craftmühle“ verleihen die Schriften und Gemälde des Trios eine zusätzliche Authentizität. „Momentan scheint die Gastronomie unsere Arbeit sogar mehr zu schätzen als die Werbeagenturen“, sieht Leo Scheichenost einen wachsenden Markt für handwerkliche Schrift- und Lokalgestaltung. Ein gutes Beispiel dafür liefert auch das „Ludwig“ in Salzburg. Tiere aus dem Salzburger Sagenschatz zieren überlebensgroß die Wände des Burger-Lokals. Auf nähere Erklärungen von Gämse, Bär und Co wurde verzichtet: „Das Service hat so gleich auch eine Geschichte zu erzählen, wenn sich jemand dafür interessiert.“ Dass die Gastronomie in der Regel auch keine allzu eng definierten Zielgruppen kennt, taugt wiederum dem HFA-Trio: „Qualität gefällt dem Teenie und der alten Dame gleichermaßen.“ Somit sind die Pinsel und Kreiden – ohne die altmodische Angebotstafel kommt kein Hipster-Lokal aus – auch weiterhin im Einsatz zwischen Wien und Malediven.

 

Autor/in:
Roland Graf
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