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Die schnarchenden Roboter von Fukuoka

Die ÖGZ hat mehrfach über das seltsame Roboter-Hotel im japanischen Fukuoka berichtet. Jetzt hat unsere Autorin Mara Leicht vorbeigeschaut. Ihr Urteil: Es hält nicht alles, was es verspricht. 

Einmal in einem Roboterhotel übernachten. Mit Dinos. Das ist das Konzept der Henn-na-
Kette, die immerhin 15 Hotels über ganz Japan betreibt. Robos verkaufen sich gut, Dinos verkaufen sich gut, wie gut verkauft sich dann beides zusammen? Also wirbt man etwa mit vollautomatischen Robo-Sauriern statt menschlichem Staff und technischen Gimmicks wie Gesichtserkennung statt Keycards (www.h-n-h.jp/en/concept).

Die Erwartungen sind hoch. Das Entrée des Hauses in Fukuoka im Süden Japans erfüllt sie auch. Da wird ein Jurassic-Park-artiges Logo auf den Boden gebeamt und ein Video mit jagenden Raptoren an die Wand. Sehr stimmig. Auf den Check-in ist man besonders gespannt, da sollen zwei lebensgroße bewegliche Robo-Dinos an der Rezeption sitzen, wahlweise mit Pagenkäppi, Weihnachtsmützchen oder à la nature. Wie drückt man einem Dino seinen Pass in die Hand?

Gar nicht. Die Dinos machen gerade ein Schläfchen. „Nap time“ steht auf einem Schild, soll heißen: Jetzt kein Check-in! Kommt um 15 Uhr wieder. Immerhin, aus einer Tapetentür hinter den schlafenden Dinos taucht plötzlich ein netter junger Mann auf und übernimmt das Gepäck.  

Aus dem Schlafmodus in den Absturz

15:05 Uhr, zweiter Versuch. Die Dinos sind wach und fuchteln mit den Ärmchen, manchmal fletschen sie auch die Zähne und grunzen. Auf einem Tablet vor ihnen soll man die Buchungsnummer eingeben, das klappt noch. Dann soll man die Pässe einscannen, das klappt nicht. Fehlfunktion, sagt das Display. Aus dem Nichts taucht wieder der nette junge Mann auf, wirft einen Blick aufs Display, rollt unjapanisch emotional mit den Augen und verschwindet mit den Pässen hinter der Tapetentür. Zurück bringt er eine Keycard – keine Gesichtserkennung? „Don‘t understand“, windet er sich heraus, des Englischen plötzlich nicht mehr mächtig. Es gibt auch nur eine Keycard pro Zimmer. Mehr ist nicht vorgesehen. Ein letzter Blick auf das Display – das System ist abgestürzt. 

Die Zimmer: kompakt-effektiv-modern-hellgrau-unauffällig. Das soll alles gewesen sein? Wo sind die Dinos? Man könne ja stundenweise VR-Brillen mieten, zeigt der nette junge Mann auf Anfrage auf ein Schild. VR-Dinos im Lift, in den Gängen, im Zimmer. Man verzichtet dankend. Ob das Hotel eigentlich ohne den netten jungen Mann funktionieren würde?

Der Sushi Train, eine beliebten Restaurantkette, beschäftigt auch lieber Maschinen als Menschen. Die Sitzplätze sind dort zeilenförmig parallel angeordnet, sehr raumsparend, 100 Gäste auf minimalem Platz. Die Zuordnung erfolgt elektronisch, damit die nach Zeilen eingeteilten (Menschen-)Köche gleichmäßig ausgelastet sind. Grüner Tee, Wasser und Misosuppe sind gratis, alles andere bestellt man via Tablet. Dank der bunten Bildchen verstehen auch gaijin (japan. für „Menschen von außerhalb“) intuitiv die elektronische Speisekarte. Man bestellt, zwei Minuten später fährt ein kleiner Zug über ein dreistöckiges Schienensystem ein, hält beim richtigen Sitzplatz, man entnimmt das Tellerchen und quittiert den Erhalt. Ist man satt, drückt man auf „Invoice“ und bezahlt am Ausgang. Personalbedarf: eine Rezeptionistin, die auch kassiert, und eine Mitarbeiterin, die alles sauber hält.   

Zugegeben, dieses System funktioniert. Ein wenig steril ist es trotzdem, nicht nur wegen des gleißenden Neonlichts. In Erinnerung bleibt nur das Kirschblütenlächeln der Rezeptionistin.


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