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Fish Nic: Grados großartiger Gastro-Genuss

18.07.2019

Die Insel Grado hebt den Geschmack an der oberen Adria auf die nächste Stufe: Beim neu kreierten Event „Fish Nic“ essen Gäste auf einer kleinen Insel in der Lagune von Grado Fisch-Kreationen verschiedener Küchenchefs aus Friaul-Julisch Venetien – aus dem Picknickkorb genauso wie aus der Open-air-Showküche.

Das Geheimnis liegt am Salz. Die Lagune von Grado schmiegt sich malerisch um die Insel Grado und ist ein spannendes Geflecht aus Kanälen, Inseln, Sümpfen, Wasserflächen und Sandbänken zwischen Land und Meer. Das Wasser, das rund hundert kleine Inseln – im Gradeser Dialekt als „mota“ bezeichnet – umspült, ist besonders salzhaltig. Und sorgt dafür, dass das, was aus dem Wasser gefischt wird, besonders schmackhaft ist. Das beeinflusst nicht nur die Gradeser Küche, sondern auch die Küchenchefs und das Consorzio Grado Turismo. Gemeinsam wurde nun das Beste aus der Lagune zu einem kulinarischen Event entwickelt – und im letzten Jahr als „Fish Nic“ ins Leben gerufen.

Ein Villacher packt an

Von Mai bis September lädt Grado einmal monatlich ein zum sonntäglichen „Fish Nic“ auf der Insel Valle del Moro, eine jener kleinen Inseln, die das Erscheinungsbild der Lagune so besonders machen. Die Idee wurde vom „Ristorante Antica Trattoria alla Fortuna“ und dem Consorzio Grado Turismo entwickelt, dem übrigens der Villacher Thomas Soyer als Präsident vorsteht. „Wir wollten einfach zeigen, wie vielfältig die Gradeser Küche ist“, so Soyer. „Dass wir das auf einer Insel tun, ist das Besondere am ‚Fish Nic’.“ Der Kärntner Hotelier packt selbst fest mit an, wenn einmal im Monat maximal 60 Gäste zur Insel fahren: kassiert Eintrittsgeld, führt Leute über die Insel, plaudert mit jedem, übersetzt von Italienisch auf Deutsch und verteilt Zeitungen genauso wie Federballschläger. Denn beim „Fish Nic“ geht es nicht ums reine Essen, sondern darum, „den Tag entschleunigt und genussvoll auf einer Insel zu verbringen“.

Soyer hat auch den Zutritt auf die Privatinsel ermöglicht und hat auf alles ein Auge. Denn was wie ein leichtes Sommer-Event wirkt, verbirgt viel Arbeit und bürokratischen Aufwand: Das ganze Wochenende über bereiten Mitarbeiter und Küchenchefs auf der Insel alles vor. Wenn am Sonntag um 10:30 die Taxiboote mit den Gästen im Porto Mandracchio von Grado ablegen, wurde auf der „mota“ schon einen Tag lang gearbeitet. Soyer gibt zu: „Der Aufwand ist groß, der Gewinn ist klein.“ Das war ihm aber von Anfang an bewusst. Beim „Fish Nic“ gehe es ganz klar um eine Image-Sache und darum, „Gästen Abwechslung zu bieten“. 70 Prozent der Urlauber kommen aus Österreich, die meisten von ihnen sind Wiederholungstäter: „Ein Großteil der Grado-Urlauber sind Stammgäste.“

Kreationen im Picknickkorb

Pro Veranstaltung wechseln die teilnehmenden Restaurants; als Fixstern ist das „Ristorante Antica Trattoria alla Fortuna“ mit Küchenchef Gunter Piccolruaz immer dabei, in der Saison 2019 tischen weiters das „Ristorante La Dinette“, das „Ristorante Hotel Marea“ und das „Hotel Savoy“ auf. Das Gourmet-Picknick mit dem Schwerpunkt Fisch soll Gästen die kulinarische Bandbreite Grados zeigen. Auf bunten Decken unter Pinien und Zedern verbringen Kulinarik-Fans den Tag auf der Insel und verkosten hochklassige Kreationen, die teilweise in Picknickkörben, teilweise via Show-Cooking präsentiert werden.

Die Speisekarte, die auf jeder Decke liegt, verspricht hochwertige Happen: Stockfischkrokette mit getrocknetem Mais, kalter Tomatensauce, Krautsalat und Oliven, Auberginen-Terrine mit Pistaziengarnelen oder Thunfisch-Burger mit in der Sonne temperierten Kartoffeln, frittierten grünen Tomaten und Ingwer-Ketchup. Dazu gibt’s Wein von lokalen Produzenten, spannende Erzählungen der Küchenchefs und viel Wissenswertes über das sensible Ökosystem der Lagune. Denn hier wird seit dem 11. Jahrhundert Fischzucht betrieben. Die Lagune von Grado gehört zu den arten- und fischreichsten Zonen des Mittelmeers, was sich auf die Speisekarten der Restaurants auswirkt: Sie sind fast alle Spezialisten für saisonale Speisen mit fangfrischen Fischen und Meeresfrüchten. Das spürt man: Anders als in den küstennahen Badeorten Lignano, Carole oder Bibione findet man selten „Urlaubsklassiker“ wie Schnitzel und Pommes auf den Speisekarten. In Grado dreht sich viel um Fisch, um lokale und saisonale Produkte, um Handwerk und um Traditionen. So gibt es beispielsweise die Vereinigung „I ristornier del Centrum“, deren Mitglieder sich verpflichten, die kulinarische Tradition der Stadt von Generation an Generation weiterzugeben.

Info: Die nächsten „Fish Nics“ finden am 4. August und am 8. September statt. Die Veranstaltung dauert von 10:30 bis ca. 16:30 Uhr und kostet € 80 pro Person (Essen und Getränke inklusive).

 

Autor/in:
Jasmin Kreulitsch
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