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Frühstückslokal „Blickweit“: Café mit Aussicht

25.04.2016

Uta Reimers und Sasha Matjanec haben am Badener Mitternberg das Frühstückslokal „Blickweit“ eröffnet. Neben Morgensonne wird dort ein tolles Panorama kredenzt. Kulinarisch ist der Platz ebenfalls top.

Sasha  Matjanec (oben) wagte mit seiner Frau den Sprung ins kalte Wasser.

Eigentlich wollte sich Uta Reimers ja aus der Gastronomie zurückziehen, um sich in aller Ruhe ihrem Maschinenbau-Studium widmen zu können. Aber dann entdeckte die gelernte Betriebswirtin das damals herrenlose Café des Kaiser-Franz-Josef-Museums am Rande des Wienerwaldes: „Wir haben uns sofort in das Lokal verliebt“, sagt Reimers. 

Gemeinsam mit ihrem Mann Sasha Matjanec wagte sie noch einmal den Aufbruch ins gastronomische Neuland. Für Reimers, die davor das Restaurant Edelsberger aufgebaut und geführt hatte, hieß das „Business as usual“. Für ihren Mann Sasha jedoch, der davor als Beamter in Guntramsdorf gearbeitet hat, war es ein Sprung ins kalte Wasser: „Nachdem zwei der Vorbesitzer Konkurs anmelden mussten, war uns klar, dass ein neues Konzept hermuss“, sagt Matjanec. „Wir wollten ein Tageslokal mit Beislcharakter.“ Und weg von der Würstel-&-Toast-Schiene hin zu einer zeitgemäßen Speisekarte, also saisonal, regional und (auch) vegetarisch. Nach acht Wochen Umbauarbeiten und der Investition von rund 35.000 Euro eröffnete das Gastronomenpaar Anfang April 2015 schließlich das „Blickweit“ an der Badener Hochstraße. Das kulinarische Angebot war zu Beginn äußerst ambitioniert: Man hatte die Wahl zwischen diversen Frühstückskombis mit klingenden Namen wie „Kaiser Franz Josef“, „Kaiserin Elisabeth“ oder „Mutter Anna Sophie“ und „Erzherzogin Henriette“. Das kam auch sehr gut an. Zu gut, denn „plötzlich saßen 100 Leute auf der Terrasse, und alle wollten gleichzeitig frühstücken“, erinnert sich Matjanec. Logistisch war das kaum zu bewältigen und „Wartezeiten von 30 bis 40 Minuten sind einfach nicht zumutbar“, meint Reimers. Besonders übel seien die Kommentare in den sozialen Medien gewesen, wo hemmungslos ausgeteilt wurde. 

Buffet-Variante

„Nach einem halben Jahr haben wir kurzfristig daran gedacht, das Handtuch zu schmeißen“, sagt der Blickweit-Chef, aber „wir entschieden uns dann für die Buffet-Variante.“ Dadurch konnten die Personalkosten um die Hälfte reduziert werden und die Gäste sind wieder zufrieden. 
„Wir sind jetzt sowohl im Service als auch in der Küche gut aufgestellt. Es war aber nicht leicht, gute Leute zu finden.“ Zusätzlich zum Frühstücks- und Brunchgeschäft wird das Lokal immer häufiger für Feste und Hochzeiten gemietet. Im Sommer finden regelmäßig Grillereien „nach Balkan-Art“ statt. Das hat sich sogar schon bis in die höchsten politischen Kreise herumgesprochen. Demnächst soll der noch amtierende Bundespräsident im Blickweit einkehren. Oder auch nicht. Denn der Kaiser Franz Josef – dem zwar das Museum gewidmet ist – soll in Wirklichkeit auch nie dort gewesen sein. Gefallen hätte es ihm aber sicher. 

Text: Ute Fuith

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