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Hotelrevolution oder Hoferprinzip?

06.08.2014

Ein „Volkshotel“, das alle Annehmlichkeiten eines Vier-Sterne-Hotels zum Preis eines Zwei-Sterne-Hotels bietet: Das Konzept der deutschen a-ja Resorts klingt vielversprechend. Doch rechnet sich das wirklich?

Unaufgeregte Architektur  und praktische Ausstattung zeichnet die a-ja Resorts aus.

Ostern 2013 eröffnete das erste a-ja Resort, ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Deutschen Seerederei, in Warnemünde an der Ostsee. Die Auslastung soll mittlerweile schon bei 90 Prozent liegen. Die Kostenersparnis begann hier laut Unternehmen schon beim Bau.
Günstige, aber langlebige Materialen wurden verwendet, die Zimmer so konzipiert, dass die spätere Reinigung effizient und schnell erfolgen kann. Die österreichische Firma Köck + Bachler aus Fieberbrunnn half bei der Innenausstat-
tung.
Auch beim Personal achtet man in den a-ja Resorts auf Kosteneffizienz. Die Mitarbeiter müssen flexibel einsetzbar sein und auch mal zwischen Rezeption und Reinigung hin und her springen. Wo möglich, verzichtet man ganz auf den Einsatz von Personal. Die Restaurants sind ausschließlich auf Selbstbedienung ausgerichtet, Getränke zapft man sich selber oder holt sie bei der Bar ab, bezahlt direkt und nimmt sie dann mit zu seinem Platz. Die Speisen sind einfach zuzubereiten und sollen jeden Geschmack treffen: Pizza, Pasta, BBQ und Salate stehen zur Auswahl.

Urlaub zusammenstellen
Die Buchung im a-ja Resort läuft nach einem Baukastensystem ab. Das Einzige, was jeder Gast buchen muss, ist ein Zimmer. Die Preise für eine Person pro Nacht beginnen laut Werbung bei 39 Euro. Geht man jetzt auf die Website, findet man allerdings für die nächsten Monate nur weit höhere Grundpreise. Laut Unternehmen hänge dies von Jahreszeit und Hochsaison ab. Man hat dann die Möglichkeit das Zimmer auf eine bessere Kategorie upzugraden oder verschiedene Extras, so genannte „a-ja UPs“, hinzuzufügen. So bekommt man zum Beispiel das Frühstück für 10 Euro pro Tag oder die Badewelt für 8 Euro pro Tag – dazu gesagt sei, dass diese nicht exklusiv für Hotelgäste, sondern auch für Tagesgäste geöffnet ist. Auch Spa, Halbpension oder Fitnessraum können ausgewählt werden. Die Preise gelten allerdings nur, wenn man die Extras im Voraus bucht. Entscheidet man sich während seines Aufenthalts spontan für ein a-ja UP, muss man mit durchschnittlich zwei Euro höheren Zusatzkosten rechnen. Alle aufkommenden Kosten werden auf eine Karte gebucht und am Schluss abgerechnet. Die angepriesenen 39 € pro Nacht sind dann meistens schon weit überschritten.

Bald auch in Österreich?
Als Alternative gibt es Pauschalpreise, wie die All-inclusive-Woche für 500 € pro Person. Die Kundenbewertungen auf verschiedenen Online-Plattformen sind gespalten. Viele Gäste zeigen sich begeistert davon, dass sie wirklich nur für das zahlen, was sie nutzen, andere sind enttäuscht von der Grundausstattung. Denn ohne zusätzliche Upgrades bleibt ein King-Size Doppelzimmer in den unteren Stockwerken, ohne Schwimmbad, ohne Frühstück, ohne Minibar, ohne Saunabereich und mit viel Selbstbedienung.

Anfang 2015 wird an der Ostsee das zweite a-ja Resort mit 222 Zimmern eröffnet, im September ein weiteres Haus am Scharmützelsee bei Berlin. Auch an Österreich sei man interessiert, die Pläne dafür wären jedoch noch nicht konkret. Momentan werden verschiedene Standorte geprüft.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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