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Rekord-Deal 2016: Die Investoren Erwin Krause und Franz Kollitsch erwarben das Vienna Hilton für die Rekordsumme von 200 Millionen Euro.

Österreich: Hotelinvestmentmarkt kratzt an Milliarden-Grenze

10.01.2017

2016 wechselten in Österreich Hotelimmobilien im Wert von deutlich mehr als 900 Millionen Euro die Besitzer: Rekord.

Österreich und vor allem Wien gelten unter Investoren als sichere Investmentalternative im Bereich Hotelimmobilien.

Im ersten Halbjahr 2016 zeichnete sich bereits ein Rekordjahr ab: Hotelimmobilien im Wert von insgesamt zirka 440 Millionen Euro wechselten in Österreich laut Christie & Co in den ersten beiden Quartalen die Eigentümer.

Die investmentfreudige Stimmung flaute nicht ab, ganz im Gegenteil. Und so wurde im Gesamtjahr 2016 das erste Mal in der Geschichte ein Transaktionsvolumen von fast einer Milliarde Euro erreicht. Das entspricht nicht nur dem Dreifachen des Ergebnisses von 2015, sondern auch mehr als einem Fünftel des Hoteltransaktionsvolumens im Nachbarland Deutschland.

Portfolio-Deals

„Grund für diesen Rekordwert sind nicht nur etliche große Trophy-Transaktionen, sondern auch einige Portfolio-Deals, unter anderem von Accor und Invesco“, erklärt Lukas Hochedlinger, Managing Director Germany, Austria & CEE bei Christie & Co. „Wie in den letzten Jahren verzeichnete Wien einen Großteil der Transaktionen, allerdings haben 2016 auch viele Hotelverkäufe in den Bundesländern zu diesem beachtlichen Ergebnis beigetragen.“

Imperial, Hilton, Ruby Marie, The Ring

Den Jahresauftakt bildete der Verkauf des geschichtsträchtigen Hotel Imperial Wien (138 Zimmer) von Starwood Hotels & Resorts an die Al Habtoor Gruppe aus dem arabischen Raum für umgerechnet etwas über 70 Millionen Euro. Die beiden lokalen Investoren Erwin Krause und Franz Kollitsch akquirierten außerdem das Hilton Vienna (579 Zimmer) für die Rekordsumme von knapp 200 Millionen Euro im ersten Quartal 2016. Die Schöps Gruppe verkaufte das ehemalige LaStafa Gebäude auf der Mariahilfer-Straße, in dem sich seit Jahresende 2015 das Hotel Ruby Marie mit 186 Zimmern befindet, und die MBI Group veräußerte das Boutique-Hotel The Ring mit 68 Zimmern an den Fonds AINA Capital aus dem Hause Rothschild. Darüber hinaus fanden in der österreichischen Bundeshauptstadt auch einige kleinere Hoteltransaktionen statt.

Wien: 650 Millionen Euro

Auch die zweite Jahreshälfte 2016 war von einigen spannenden Deals geprägt, vor allem im Portfoliobereich: So wurden im Sommer das Ibis Mariahilf (341 Zimmer) und das Mercure Biedermeier Vienna (198 Zimmer) in Wien gemeinsam mit dem Ibis Style Linz (115 Zimmer) und dem Mercure Bregenz (94 Zimmer) als Teil eines länderübergreifenden Portfolios an Grape Hospitality aus Frankreich verkauft. Gegen Jahresende veräußerte Invesco das NH Vienna Airport (499 Zimmer) und das NH Salzburg City (140 Zimmer), ebenfalls als Teil eines größeren Portfolios, an den Hotelinvestor Pandox. Erwähnenswert ist auch die Transaktion des Entwicklers UBM, der seine Projekte Ibis Wien Hauptbahnhof (300 Zimmer) und Novotel Wien Hauptbahnhof (277 Zimmer) im Rahmen eines Forward-Deals erfolgreich am Markt platzieren konnte. Insgesamt entfallen von der knappen Milliarde also über zwei Drittel oder etwa 650 Millionen Euro auf Hoteldeals in Wien.

Privatinvestor schlägt bei Falkensteiner zu

Neben den beiden schon erwähnten Transaktionen in Linz und Bregenz gab es in den Bundesländern weitere interessante Hotelverkäufe. Anfang 2016 wurden etwa mit dem Hilton Innsbruck (176 Zimmer) an das Land Tirol und dem Goldenen Hirsch in Salzburg (70 Zimmer) an Hans-Peter Wild weitere Stadthotels veräußert. Im Ferien- und Ressortbereich zeichnete Christie & Co im Auftrag des Verkäufers für die Vermittlung der beiden ehemals im Eigentum der Erste Bank befindlichen Falkensteiner Hotels Balance Resort Stegersbach sowie Hotel & Spa Bad Leonfelden (gesamt 259 Zimmer) an einen Privatinvestor aus Österreich verantwortlich. Dieser erstand in weiterer Folge auch noch das Falkensteiner Hotel Carinzia (185 Zimmer) und das Falkensteiner Funimation Katschberg (160 Zimmer). Mit dem Dorint Hotel Seefeld (126 Zimmer) und dem Austria Trend Hotel Schloss Lebenberg (150 Zimmer) wurden im vergangenen Jahr weitere bekannte Ferienhotelinvestments getätigt.

 Investoren blicken nach Österreich

Wenngleich laut Christie & Co die Anzahl der Deals mit österreichischer Investorenbeteiligung im Gesamtjahr 2016 noch überwog, liegen gemessen am Gesamtvolumen die internationalen Investoren vorne. „Auf der Suche nach attraktiven Investmentgelegenheiten in starken Märkten blicken daher viele Investoren nach Österreich und speziell nach Wien als sichere Investmentalternative“, erläutert Hochedlinger diese Entwicklung.

So wird 2017

Nach Einschätzung von Christie & Co wird die erste Jahreshälfte 2017 weniger spektakulär als die des Vorjahres. Mit dem Fortlaufen des Trends von 2016 sei nur dann zu rechnen, wenn einige unerwartete Portfolio- oder Trophy-Transaktionen erfolgreich abgeschlossen werden sollten. „Es befinden sich zwar aktuell einige Hotels in allen Bundesländern und Preisklassen auf dem Markt, jedoch werden diese den Höchstwert von 2016 vermutlich nicht knacken können. Wir gehen davon aus, dass das Jahr 2016 ein Ausreißer nach oben war und sich das Investmentvolumen im laufenden Jahr auf dem Niveau der Vorjahre einpendeln wird, wenngleich Österreich aber weiterhin ein sicherer Hafen für Anleger, und auch bei internationalen Investoren auf der Prioritätenliste ganz oben angekommen ist,“ fasst Hochedlinger die Situation zusammen.

Autor/in:
Alexander Grübling
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