Investieren in der Zwangspause

Investition
27.05.2021

Von: Dieter Mayr-Hassler
Corona versetzte die Hotelbranche ins Koma. Einige Betriebe nutzten den Stillstand für bauliche Investitionen, wie das Stadthotel „Der Wilhelmshof“ und das Urlaubsresort „Dolomitengolf Suites“.
„Der Wilhelmshof“ hat einen weiteren Ökologisierungsschritt gesetzt und ist ab sofort CO2-neutral.
„Der Wilhelmshof“ hat einen weiteren Ökologisierungsschritt gesetzt und ist ab sofort CO2-neutral.
10-Millionen-Euro-Invest- ment: 29 neue Suiten im Golfhotel Lavant.
10-Millionen-Euro-Invest- ment: 29 neue Suiten im Golfhotel Lavant.

Wenige Wochen nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 begann das Hotel „Der Wilhelmshof“ im 2. Wiener Gemeindebezirk seine Umbauarbeiten. „Nach der ersten Schrecksekunde haben wir unsere ursprünglich für Jänner 2021 geplante Neugestaltung unseres Erdgeschoßes kurzerhand vorverlegt“, erklärt Geschäftsführer Roman Mayerhofer.

Im Laufe der Bauarbeiten stand man dann vor der Weggabelung: Öffnen oder einen weiteren Umbauschritt setzen? Da im Sommer letzten Jahres eine rentable Öffnung eines Stadthotels aussichtslos war, habe man Schritt für Schritt weitergebaut. So wurden eben nicht nur die Empfangs-, Frühstücks- und Aufenthaltsräume neu gestaltet, sondern auch das ganze Hotel einem weiteren Ökologisierungsschritt unterzogen – jetzt ist man ein CO2-neutraler Betrieb. Insgesamt wurden 1,5 Millionen Euro investiert. Förderungen gab es, aber die waren kein Entscheidungsgrund. Die Finanzierung durch die Hausbank war kein Problem, da die Kennzahlen vor Corona gestimmt haben.

29 Suiten für 10 Millionen

Das Hamacher Golfhotel in Lavant in Osttirol hat im heurigen Winter und Frühjahr den erzwungenen Stillstand für einen weiteren Investitionsschritt genutzt. Das Fünf-Sterne-Resort Dolomitengolf Suites erhielt seine zweite Ausbaustufe. Um 10 Millionen Euro entstehen hier 29 Suiten und ein neuer Wellnessbereich mit Hallenbad. „Wir haben natürlich schon diskutiert, ob es klug ist, in Zeiten wie diesen so viel Geld in die Hand zu nehmen, aber wir ließen uns nicht abhalten“, erklärt Hoteldirektor Peter Wibmer. Die Bank habe bereitwillig mitgespielt, da die Firma solide dasteht und die Zahlen passen. 
Zwei Beispiele, wie man als gesundes Unternehmen aus der Not eine Tugend machen kann.