Pixel Hotel: Entrückte Vision

Hotel
11.04.2016

 
2009 ersann eine Architektengruppe das dezentrale Pixel-Hotel-Konzept für das Kulturhauptstadtjahr in Linz – und löste damit Impulse aus, die bis heute wirken.
Eröffnung Donau(T)Raum AHOI  in Engelhartszell, v. l. n. r.: Bürgermeister Roland Pichler, Richard Steger und  Sabine Funk, Friedrich Bernhofer (WGD),  Petra Riffert (WGD), Karin Wundsam  (Tourismusverband Engelhartszell).
Eröffnung Donau(T)Raum AHOI in Engelhartszell, v. l. n. r.: Bürgermeister Roland Pichler, Richard Steger und Sabine Funk, Friedrich Bernhofer (WGD), Petra Riffert (WGD), Karin Wundsam (Tourismusverband Engelhartszell).
AHOI– Übernachten wie am Schiff.
AHOI– Übernachten wie am Schiff.

Die Idee hatten wir bereits 2005“, sagt Sabine Funk, die gemeinsam mit Michael Grugl, Jürgen Haller, Richard Steger, Christoph Weidinger und Bernhard Rihl 2006 den Kulturverein „Pixel Hotel“ gründete. „Wir haben für Orte, die abseits des touristischen Mainstreams liegen, ein dezentrales Hotelkonzept entwickelt.“ 

Für das Linzer Kulturhauptstadtjahr 2009 bespielte der Kulturverein dann insgesamt sechs „Pixels“ – als kleinste Einheit eines Hotels, darunter ein altes Schleppschiff an der Donau, eine Kunstgalerie und eine Volksküche. Die Idee von der Stadt als Hotel fand so großes Interesse, dass 2010 die Linzer Kolping-Hotels die Betriebsführung der Pixel Hotels übernahmen. Das geförderte Kulturprojekt sollte zu einem wirtschaftlich nachhaltigen Betrieb umgewandelt werden. 

Nach zwei Jahren zogen sich die Kolping-Hotels aber wegen eines großen Umbaus im eigenen Haus wieder zurück. Gespräche mit anderen Hotelbesitzern oder -ketten verliefen erfolglos. „Die Idee fanden zwar alle schön, aber letztlich fehlten die Ressourcen für einen dezentralen Hotelbetrieb“, bedauert Sabine Funk. Oder der Mut, denn „künstlerische Projekte wie das der Pixel Hotels sind halt nicht unbedingt eine Goldgrube, und die wenigsten Hoteliers wollen sich ein Prestigeobjekt leisten.“ 

Zwei sind noch in Betrieb

Weiter in Betrieb sind aber das Pixel im Stadtturm von Enns und das Pixel Ahoi in Engelhartszell – einem als Schiffskoje adaptiertem Container direkt an der Donau. Beide Projekte werden von der Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich Tourismus/WDG unter dem Label „Donau(T)raum“ vermarktet. „Für uns als Tourismusvermarkter bleibt das ein kleines, feines Randthema“, sagt Beate Kepplinger von der WDG. Die weiteren Donau-
(T)raum-Unterkünfte wie Schlaffässer am Campingplatz von Au an der Donau oder das Linzer Pöstlingberg-Schlössl hat die WDG selbst gefunden. „Mit der ursprünglichen Idee von Pixel Hotel hat das nur noch wenig zu tun“, sagt Sabine Funk. Im Vorjahr beendete die Pixel-Initiatorin ihre Mitarbeit bei Pixel Ahoi. 

Eine ideale Umsetzung des dezentralen Hotelgedankens sieht Funk in den Wiener „Grätzelhotels“, bei denen die Linzer Pixelhotels Pate standen. Den Urbanauts sei es gelungen, „auf einer soliden wirtschaftlichen Basis aufzubauen. Es ist schön zu sehen, dass künstlerische Ideen weiterwirken.“

www.pixelhotel.at

Text: Ute Fuith