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Wie glücklich sind die Teilnehmer der Studie? Bei „gar nicht“ (0) bis „sehr glücklich“ (10) liegt der Mittelwert der Unternehmer bei 7,4, bei den Mitarbeitern sind es 6,3 Punkte. Am glücklichsten sind die Burgenländer, deutlich abgeschlagen die Niederösterreicher mit 6,9 Gesamtwertung.

Glückliche Mitarbeiter sind kein Zufall

05.07.2017

In einer breit angelegten Studie wurde das Thema "Glück und Zufriedenheit" von Beschäftigten im österreichischen Tourismus untersucht. Die Ergebnisse sind zum Teil überraschend.

Was kann ein Hotellier tun, um glückliche und zufriedene Mitarbeiter um sich zu haben? Welche Indikatoren sind entscheidend, wenn es um das persönliche Empfinden von Glück geht? Welche Rolle spielen das soziale Gefüge am Arbeitsplatz, die Möglichkeit, sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln, die Sicherheit, wertgeschätzt zu sein bzw. etwas Sinnstiftendes zu tun? All das hat eine breit angelegte Studie ("Das Ende der Branchenflucht“) untersucht. 

Die Studie wurde als Online-Erhebung durchgeführt. Der Erhebungszeitraum erstreckte sich über zwei Monate (1. Februar bis 31. März 2017), die Stichprobe umfasst Hoteliers und Hotellerie-Mitarbeiter aller Kategorien in Österreich. Insgesamt wurden 1.258 für die Auswertung verwertbare Datensätze erhoben. Etwa 2/3 stammen von Unternehmern, 1/3 von Mitarbeitern. 57% der Teilnehmer sind der 4 Stern-Kategorie zuzuordnen, gefolgt von 3 Stern-Häusern (21%), Gasthöfen (14,5%), 5 Stern (3,3%) sowie Häuser ohne Kategorisierung (3,8%).

Geld ist nicht alles

Eine interessante Erkenntnis liefert der Punkt "Vergleich mit Ausgaben und Sachleistungen": Es wurde untersucht, ob höhere Aufwendungen fürs Personal einen geringeren Fachkräftemangel bedeuten. Die Unternehmer, die am wenigsten vom Fachkräftemangel betroffen sind, befinden sich
im mittleren Ausgabenbereich. Es konnte daher kein direkter Zusammenhang festgestellt werden. Erkenntnis: Dem Fachkräftemangel ist nur bedingt mit der Erhöhung von materiellen Ressourcen entgegenzuwirken. Lösungen sind im ideellen Bereich, wie etwa in Feedbackkultur, Wertschätzung,
Zeitmanagement und Entwicklungschancen, zu suchen.

Stammpersonal

Die Frage, ob Mitarbeiter länger als 2 Saisonen bzw. ein Jahr im Betrieb bleiben, zeigt auf, dass sich in Oberösterreich der Aufbau von Stammpersonal mit einem Durchschnittswert von 6,3 am schwierigsten gestaltet. Am längsten bleiben die Mitarbeiter in Vorarlberger und Burgenländer Betrieben,
speziell in Pensionen und Gasthöfen (siehe Grafik "Stammpersonal").

Glück

Wie glücklich sind die Teilnehmer der Studie? Bei „gar nicht“ (0) bis „sehr glücklich“ (10) liegt der Mittelwert der Unternehmer bei 7,4, bei den Mitarbeitern sind es 6,3 Punkte. Am glücklichsten sind die Burgenländer, deutlich abgeschlagen die Niederösterreicher mit 6,9 Gesamtwertun (siehe Grafik).

Und wie wichtig ist den Hoteliers das Glück ihrer Mitarbeiter? Leistungsfähig ist nur, wer sich gut aufgehoben und wertgeschätzt fühlt. Wird nur gefordert oder auch darauf geachtet, dass es allen gut geht? Das Glück ihrer Mitarbeiter liegt den Hoteliers nach eigenen Angaben sehr am Herzen. Leider kommt das bei den Mitarbeitern nicht an, diese schätzen das Interesse ihrer Arbeitgeber um satte 3,2 Punkte niedriger ein.

Fazit

Neben Steuer- und Auflagenwahnsinn benennen Hoteliers die Schwierigkeiten, qualifiziertes, verlässliches einheimisches Personal zu finden, als ihr Hauptproblem. Gerade in kleineren Betrieben nimmt dieses Thema einen Großteil der Energie in Anspruch. Insgesamt ist der Fachkräftemangel
nicht so eklatant wie angenommen, allerdings geht aus den vielen freien Feedbacks deutlich hervor, dass es für den Teil, der davon betroffen ist, eine existentielle Bedrohung darstellt. Dies bedeutet nicht nur ein Desaster für jeden Einzelnen, hier besteht die akute Gefahr, genau die Betriebe zu verlieren,
die den österreichischen Tourismus auszeichnen - diejenigen, die für den hervorragenden Ruf als Gastgeber verantwortlich sind: die Familienbetriebe.

Trotz aller widrigen Umstände, mit denen die Branche zu kämpfen hat, fühlen sich die Teilnehmer mit einer durchschnittlichen Bewertung von 9,1 in der Hotellerie am richtigen Platz. Sie lieben ihren Beruf und schätzen die Vorteile, die der Tourismus bietet. Allerdings werden die Chancen auf berufliche
und persönliche Weiterentwicklung in Tourismusberufen mit alarmierenden 3,2 Punkten angegeben. Laut Forsa spielen dem gegenüber Entwicklungsmöglichkeiten im Beruf speziell für die Altersgruppe zwischen 30 und 45 die entscheidendste Rolle. FAZIT: Genau die Menschen, die den Tourismus
bereichern und vorantreiben könnten, diejenigen, die Visionen haben und gestalten wollen, geben früher oder später auf, wenn kein Wachstum möglich ist. Eines hat sich ganz deutlich gezeigt: Um engagierte Fachkräfte anzuziehen und zu halten, um den
Tourismus als Arbeits- und Lebensraum für Unternehmer und Mitarbeiter attraktiv zu gestalten, ist die Lösung nicht in finanziellen Mehr-Aufwendungen zu suchen, sondern vielmehr in ideellen Werten: Aufstiegs- und Entwicklungschancen, Aktivitäten, die die Kommunikation und den Zusammenhalt
im Team stärken, eine aktive Feedbackkultur sowie ein Klima der Loyalität und Wertschätzung.

Die Studie zum Download

Autor/in:
Alexander Grübling
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