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Neu von Jägermeister: Das Manifest

01.03.2017

Szene ist nicht genug: Jägermeister möchte den Premiummarkt erobern und launcht einen neuen Kräuterlikör

Der neue  "Superpremium"-Jägermeister, exklusiv für die Gastronomie

Junge Leute, die Shots mit Jägermeister trinken, sind den weltberühmten Wolfenbüttler Kräuterlikörfabrikanten nicht genug. Deshalb lancieren sie die erste Premium Line Extension der Firmengeschichte. Seit über 80 Jahren schmeckt Jägermeister gleich und besteht aus 56 mehr oder weniger geheimen Zutaten (Gewürze, Kräuter, Wurzeln, Blüten und Früchte), mit denen 70%iger neutraler Alkohol angesetzt wird. Ein Erfolgsrezept, weltweit, hervorragend vermarktet. 

Zwischenzeitlich hat es mal eine Winteredition gegeben. Schwamm drüber. Jetzt kommt Jägermeister Manifest. Damit möchte man ganz neue Maßstäbe setzen und mit einem Kräuterlikör für anspruchsvolle Genießer die gehobene Gastronomie erobern. Zur Weltpremiere lud das Unternehmen Fachjournalisten aus ganz Europa nach Berlin. Dort konnte das Manifest zum ersten Mal verkostet werden. Ab Mai wird der neue Likör zunächst exklusiv der Gastronomie angeboten – in Österreich vertrieben von Bauer Spirits (Destillerie Franz Bauer) in Graz. Gerüchteweise soll es nur 500 Flaschen in Österreich geben, weltweit sind es im ersten Jahr auch nur 60.000 Flaschen. Mehr könne man mit dem neuen aufwändigen Herstellungsverfahren pro Jahr nicht produzieren.

Aus dem Eichenfass

Natürlich wird auch um die neue Rezeptur ein Geheimnis gemacht. Zusätzlich zu den 56 „klassischen“ Zutaten sind noch Rosmarin und Eukalyptus im Spiel, verriet Berndt Finke, Leiter Herstellung und Rohwarenmanagement, gegenüber der ÖGZ. Angeblich haben er und sein Team vier Jahre an der neuen Rezeptur und Herstellung getüftelt. Neu ist vor allem, dass der Grundalkohol diesmal ein feines Weizendestillat ist, das 15 Monate in kleinen getoasteten Eichenfässern gelagert wird, bis es „whiskey-ähnlich“ schmeckt. Auch die Dosage der ebenfalls in Eichenfässern gereiften Zutaten wurde erhöht, dafür der Zuckergehalt um 10 Prozent gesenkt. Und das schmeckt man: Der „neue“ Jägermeister erinnert an Dörrobst und Anis und ist trockener im Abgang, man spürt vanillegeprägte Holznoten. Insgesamt ist der Geschmack weniger süß, weniger karamellig, der Duft und das Aromaspiel fallen dafür deutlich vielschichtiger aus – was auch am etwas höheren Alkoholgehalt (38%) liegt.

Serviert werden soll der neue Jägermeister laut Hersteller leicht gekühlt – mit Eiswürfel im extra für das Manifest designten Tumbler. Wir haben jedoch bei der Premiere in Berlin festgestellt, dass der edle Likör noch besser bei Zimmertemperatur in einem Cognacschwenker schmeckt: Hier kommt seine Komplexität viel besser zur Geltung. Aber wie immer im Leben und speziell bei den Genüssen: Letztendlich ist alles Geschmackssache. Oder wie es Henning Madea, Leiter Global Innovation & Design, selbstbewusst formuliert: „Love it or leave it!“

Autor:
Thomas Askan Vierich
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