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Sieben Tipps zum Housekeeping

19.09.2021

Bei der Reinigung im Hotel kann viel schiefgehen. Wer das Thema ernst nimmt, spart erheblich Kosten. Die ÖGZ hat bei Expertin Andrea Pfleger nachgefragt, worauf unbedingt zu achten ist.

Wie schule ich die Mitarbeiter? 

Jeder kennt den Spruch „Putzen kann jeder“ – er ist in der Objektreinigung und erst recht im Hotel und Restaurant aber schlichtweg falsch. Schließlich geht es um Arbeitsabläufe, die eine absolute Systematik in der Arbeitsausführung benötigen. Zeitdruck, Materialvielfalt und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Gäste erfordern ein zielgerichtetes Agieren im Alltag. Das oft multikulturelle Housekeeping-Team fordert die Abteilungsleitung besonders in der Einschulungsphase, da fehlende oder nicht ausreichende Sprachkenntnisse zu Missverständnissen führen können. Fehlinformationen können zu Materialschäden oder zu einer Verärgerung von Gästen führen.

Tipp 1: Klar strukturierte Einschulungspläne tragen dazu bei, dass Standards in den Reinigungsabläufen eingehalten werden. Die Kontrolle der geschulten Abläufe ist von großer Bedeutung, da sonst jeder Mitarbeiter sein eigenes Ding macht.

Wird die Farbsystematik eingehalten?

Wer professionell mit dem Thema Reinigung und Hygiene umgeht, soll das unbedingt für seine Gäste sichtbar machen. Ein Fehler, der oftmals passiert: Die Farbsystematik in der Verwendung von Reinigungstüchern, Schwämmen und Co wird nicht eingehalten. Doch Vorsicht! Die Gäste kennen sich vielfach damit aus.

ROSA ist für die Grundreinigung von Toiletten und deren Flieseneinfassungen gedacht.

GELB soll im Sanitärbereich wie Dusche, Waschbecken, Fliesen, Spiegel etc. zum Einsatz kommen.

BLAU wird für die Möbelreinigung verwendet.

GRÜN ist für die Reinigung der Küche reserviert.

Durch die Wechseltuchmethode - für jeden Raum wird ein frisches Tuch verwendet - soll verhindert werden, dass mögliche Krankheitserreger von Zimmer zu Zimmer oder von Raum zu Raum verschleppt werden.

Tipp 2: Professionalität sollte sich nach außen auch im Arbeitswerkzeug zeigen. Investieren Sie hier entsprechend. Wenn in einem Vier-Sterne-Hotel ein Senfkübel zur Reinigung eingesetzt wird macht das keinen guten Eindruck. 

Reinigungsgerecht planen

Arbeitszeitersparnis und die Optimierung von Reinigungsabläufen stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Ausstattung und Einrichtung von Räumen. Bestimmte Materialien oder die Verarbeitungen von Oberflächen können nach Um- oder in Neubauten zu einer wesentlichen Erhöhung des erforderlichen Arbeitszeitvolumens in der Reinigung führen. Hierüber sollten sich Unternehmer, Architekten und Raumausstatter im Klaren sein. Ziel ist es, bereits bei der Planung die Reinigung mitzudenken. Große Fehler in der Planung passieren durch die fehlende Beachtung von installationstechnischen Anforderungen. Hier geht es um simple Wasseranschlüsse, Wasserentnahmestellen, Abflüsse oder Offices, die eine Aufbewahrung der erforderlichen Arbeits- und Betriebsmittel ermöglichen und somit riesige Zeiteinsparungspotenziale in der täglichen Arbeitsausführung darstellen. Design und Reinigungsfreundlichkeit schließen einander nicht aus.

Tipp 3: Klarheit über die Anforderungen der Reinigungsabteilung und die sorgsame Auswahl der richtigen Materialien sparen Arbeitszeit, schaffen Qualität in der Reinigungsleistung und sparen letztlich Kosten. 

Langlebige Materialien

Bei nur rund fünf Prozent liegt der Chemie-und Betriebsmittelanteil im Budget der Reinigungsabteilung. Expertin Andrea Pfleger dazu: Für ein gutes Reinigungsergebnis kann man durchaus auf Produkte mit Umweltzeichen setzen. Größere Effekte im Sinne der Nachhaltigkeit lassen sich bei der Auswahl von langlebigen Möbeln und Baumaterialien erzielen. In diesem Bereich ist der Hotelier gefordert, neue Wege in der Anschaffung zu gehen. Ein schwieriges Unterfangen, denn die Materialqualität kann nur in der Praxis auf Herz und Nieren getestet werden. Musterzimmer zeigen, wie sich Planungen und Materialien wirklich im Tagesgeschäft bewähren. Nur so können die Gäste und die Mitarbeiter Feedback geben. Ein Beispiel: Marmor im Gästebad oder in den Wellnessbereichen kann Probleme verursachen. Falsch eingesetzte Reiniger, ein durch den Gast verschüttetes Parfum oder Erbrochenes und Urin können auf diesem Material nämlich irreversible Verfärbungen und Flecken verursachen.

Tipp 4: Der optimale Materialeinsatz führt über die Verwendungsdauer zu einer erheblichen Kostenersparnis.

Wellness und Spa

Der Wellnessbereich ist über die Bäderhygieneverordnung in Österreich klar in der Reinigungs- und Desinfektionsausführung definiert. Auch bei der Ausstattung und Einrichtung von Wellnessbereichen gibt die Verordnung bereits klare Anforderungen zu den erforderlichen Eigenschaften von verbauten und verarbeiteten Materialien. So weit, so einheitlich.

Eine Herausforderung stellt das Thema der Desinfektion dar, da es hier viel zu wenig Fachwissen in der Branche gibt. In vielen Häusern wird schlichtweg falsch desinfiziert. Das bedeutet vergeudete Arbeitszeit mit null Ergebnis. Im Gegenteil: Die Gefahr von möglichen Erkrankungen bei Gästen – besonders in Kinderhotels – steigt. Jeder Gast möchte davon ausgehen, dass er sich in der Dusche im Wellnessbereich keinen Fußpilz holt, oder? Schenkt man der Reinigung in der Qualität und fachlich richtigen Ausführung die erforderliche Aufmerksamkeit, ist der kleine Bereich der wirklich erforderlichen Desinfektionstätigkeiten kein Drama mehr.

Tipp 5: Machen Sie Hygiene zu einem Prioritäten-Thema. Hier darf sich niemand Negativerlebnisse leisten. 

Einen vertiefenden Artikel zum Thema finden Sie hier.

Wie sauber sind die Zimmer?

Für die Hotelzimmer gibt es keine gesetzliche Verpflichtung, Richtlinie oder klare Definition der von den Zimmermädchen auszuführenden Reinigungs- oder Desinfektionstätigkeiten. Es obliegt also den Hoteliers, hier individuelle Standards zu setzen. So schafft man auch einen USP gegenüber dem Gast, der sich - zurecht - Hygiene und Sauberkeit erwartet.

Tipp 6: Nehmen Sie das Thema Hygiene am Zimmer ebenso ernst wie im Wellnessbereich oder in der Küche

Ansehnliche Wäsche

Oft nicht berücksichtigt, aber in der Wahrnehmung der Gäste sehr relevant ist das Thema Wäsche. Individualität wird vom Gast honoriert - eigene Bettwäsche mit Hotellabel oder sonstiges individualisiertes Design bringen Bonuspunkte. Auch die Qualität der Bettware wie Decken und Kissen wird genauer unter die Lupe genommen. Der Trend zur „Allergikerware“ ist schon seit einigen Jahren wieder rückläufig. Wohlbehagen in Naturfasern oder in Federn und Daunen wird dem Gast immer öfter kommuniziert und auch bei Buchungen vom Gast nachgefragt. Schwierig gestaltet sich auch hier die Wahl der richtigen Qualität, welche eine Ausschreibung zur wahren Odyssee werden lassen kann. Maschinenpark, Waschchemie und die Qualität des Textils – gepaart mit den daraus resultierenden Wascheigenschaften – bilden die Basis für Nachhaltigkeit im Wäscheeinkauf. Gut geschultes Personal sichert die Haltbarkeit und vermeidet Anwendungsfehler in der Wäschepflege.

Tipp 7: Beim Kauf von Textilien sollte ein „Rückstellmuster“ zur Verfügung stehen. Nur so kann der Qualitätsverlust nach einer definierten Zeit der Nutzung und des Waschens festgestellt werden. 

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