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Bernhard Schröder, Michaela Gasser-Mark, Helene Karmasin, Karl Wöber.

Umfrage der Woche: Nach der Pandemie mehr Nachhaltigkeit?

12.05.2021

Wird das Konsumverhalten nachhaltiger und moralischer? Wir haben uns umgehört: Bernhard Schröder, Michaela Gasser-Mark, Helene Karmasin, Karl Wöber.

 

Bernhard Schröder, Donau Niederösterreich Tourismus
Regionalität, gesunde, hochwertige Produkte und ein nachhaltiges Kulinarik-Angebot waren für unsere Region immer schon ein wichtiger Brückenpfeiler. Das Interesse unserer Gäste war auch schon in der Vergangenheit auf diese Leitthemen gelenkt, auf die wir strategisch setzen. Wir haben im letzten Jahr einen wahren Boom bei Outdoorangeboten erlebt: Unsere Wanderkarten und auch die Wanderpackages für den Welterbesteig Wachau oder den Weitwanderweg Kremstal Donau waren so gefragt, wie nie. Wir konnten mit unserem Angebot viele Gäste aus allen Teilen Österreichs ansprechen. 

Michaela Gasser-Mark, Kaunertal Tourismus
Jeder, auch touristische Regionen, ist dazu verpflichtet, aufgrund des Klimawandels und der gesellschaftlichen Trends zu mehr Nachhaltigkeit, zu reagieren. Es geht um die Erhaltung lebenswerter Regionen, die die sozio-ökonomische, ökologische aber auch ökonomische Komponente miteinander verbinden. Gute Beispiele sind Naturparkregionen, in welchen sich der Schutz der Landschaft einerseits, aber auch der Mensch im Zentrum in der Waage halten. In der Klimawandelanpassung, wie sie das Kaunertal vorlebt, gilt es, das entstandene Potenzial auszuschöpfen. Alte Muster haben keinen Platz mehr.“

Helene Karmasin, Institut Karmasin, Behavioural Insights, Wien 
Es ist fraglich, ob unser Konsumverhalten ein nachhaltigeres und moralischeres wird. Wir sind als Gesellschaft seit Jahrzehnten in der Marktgesinnung trainiert und die ist egoistisch. Das gilt besonders für den Urlaub. Nach dieser „Time out of time“ besteht momentan eine sehr große Sehnsucht und da mögen die Leute auf nichts verzichten – die wollen das wieder haben, was sie immer hatten. Im gehobenen Sektor wird Nachhaltigkeit immer wichtiger werden. Da müssen Tourismusbetriebe auch deutliche Zeichen setzen. Das Grunderlebnis des schönen Urlaubs darf aber nicht angetastet werden. 

Karl Wöber, Modul University Vienna 
Alle uns bekannten Studien zeigen, dass der Tourismus, in Abhängigkeit von der schrittweisen Rücknahme der Reisebeschränkungen, sich sehr rasch erholen wird. Eine nachhaltige Änderung erwarte ich mir nur bei Geschäftsreisen, da wir hier, aufgrund des während der Pandemie verursachten Digitalisierungsschubs, eine strukturelle Veränderung sehen. Dieser temporäre Rückgang der Geschäftsreisen wird nach dem Ende der Pandemie durch einen hohen Nachholbedarf an Urlaubsreisen kompensiert werden. Der Anteil nachhaltiger Reiseformen wird etwas an Bedeutung gewinnen.

Autor/in:
ute.fuith
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