­Malziger Dauerbrenner: Whisky in der ÖGZ-Verkostung

ÖGZ-Verkostung
08.02.2021

Von: Roland Graf
Spannendes Zahlenmaterial aus Schottland und geänderte Stile lassen auch abseits von Lockdowns und „gefühlten“ Eindrücken einen klaren Schluss zu: Whisky bleibt unverzichtbar. Wir präsentieren die Sieger der ÖGZ-Verkostung 2021.
Das Koster-Quartett: Die Proben stellten wir diesmal – „mit Abstand“ – „Karnerwirt“ Martin Windbichler (Bromberg/NÖ) und dem Wiener Spirituosenhändler Gerald A. Gsöls („Das Torberg“) zur Verfügung. Sylvie Hütter und Whisky-Kenner Jason Turner komplettierten das erste Kostquartett des Jahres.
Das Koster-Quartett: Die Proben stellten wir diesmal – „mit Abstand“ – „Karnerwirt“ Martin Windbichler (Bromberg/NÖ) und dem Wiener Spirituosenhändler Gerald A. Gsöls („Das Torberg“) zur Verfügung. Sylvie Hütter und Whisky-Kenner Jason Turner komplettierten das erste Kostquartett des Jahres.

Blickt man auf die Liste der fünf beliebtesten Whisky-Cocktails aus den 100 besten Bars der Welt (laut „Drinks International“), mag man am heimischen Publikum zweifeln. Allenfalls der „Whisky Sour“ mag vielleicht ab und an als Gästewunsch auch hierzulande zu vernehmen sein. „Sazerac“-Trinker sind hingegen dünn gesät. Ja, selbst der „Old Fashioned“ stellt keinen Austro-Renner dar. Doch man soll Whisky-Österreich nicht unterschätzen. 

Exklusive Zahlen

Was selbst Barprofis zu wenig bewusst ist, zeigen die aktuellsten Zahlen der Scotch Whisky Association (SWA), die der ÖGZ exklusiv vorliegen: Insgesamt wurden stolze 409.089 Flaschen schottischen Whiskys im ersten Halbjahr 2020 nach Österreich verkauft. Der Anteil der Single Malts beträgt dabei 27,7 % – ein Spitzenwert im deutschsprachigen Raum! Rund 14 % sind es in Deutschland, 17 % in der Schweiz. Die offizielle Statistik, die bereits Auswirkungen des ersten Lockdowns beinhaltet, zeigt auch einen Anstieg der Käufe bei den Blends (und nicht wie in Deutschland der Supermarkt-Whiskys im Großgebinde). Es muss also auch in Krisenzeiten Qualität sein, lautet die Zusammenfassung der Beziehungen zum Mutterland des Single Malts.

Auch die Alpen sind „Highland“

Doch der Markt entwickelt sich in allen Kategorien weiter. Das zeigen nicht zuletzt die irischen Whisky-Erzeuger, denen strenge Regeln beim Genuss des Getreidebrands fremd sind. Der Highball – einerseits als Rückkehr des Whisky-Soda, andererseits in „Mules“ mit Ginger Beer – beschränkt sich schließlich nicht auf Gin & Tonics, sondern lässt sich auch mit gelagerten Spirituosen mixen. Die neue Leichtigkeit hat die Stile beeinflusst und vielleicht zu einer größeren Polarisierung zwischen leichten Whiskys und den torfrauchigen Varianten geführt. 

Österreich hat sich mit seiner drei Jahrzehnte währenden Whisky-Erzeugung eher dem zweiten Rezept verschrieben. Das bedeutet zwar in den seltensten Fällen Rauchigkeit, aber stets eine kenntliche aromatische Kante des verwendeten Getreides. Diese Vielfalt gibt der Bar auch die Chance, regionale Flagge zu zeigen. Lokale Getreidesorten sind ein Thema, das gerade erst beginnt, interessant zu werden. Und in diesem Punkt sind die flexiblen heimischen Brenner den „Tankern“ auf den globalen Whisky-Fluten sogar voraus. Kooperationen mit Landwirten, eigene Mälzerei (wie sie etwa Josef Farthofer im Mostviertel betreibt) und „Single Grain“-Abfüllungen sind hier wegweisend.

Entsprechend breit war auch die Vielfalt, die das „Kost-Quartett“ zu beschreiben hatte. Von Klassikern aus Kentucky über die Hebriden bis zu Österreichs Whisky-Szene reichte die Auswahl – die Sieger finden Sie hier:

ÖGZ-Sieger der Kategorie "Whisky"

Pfanner: „Goldene“ Werbung für Austro-Malts

Macallan: Sherry-Süße, Holz und jetzt auch Gold!

Tomatin: Gold für einen balancierten Malt

Wild Turkey: „Vergoldete“ Fass-Stärke aus Kentucky

Talisker: Goldener Rauch von Skye

Jack Daniel‘s: ÖGZ-Gold für fein dosierte Kraft

Ardbeg: Jung und raucht – dafür gibt’s Gold!

Der Whisky-Report

Für das „Whitepaper New World Whisky“ wurden im Vorjahr 3.000 Konsumenten in den USA und Großbritannien befragt. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie von „Distill Ventures“, einem Förderunternehmen von globalen Spirituosen-Start-ups:

Prognose Jahresproduktion 2023: 
5,23 Milliarden Liter (2018: 3,96 Mrd.)

  • 33 Länder erzeugen Whisky, darunter z. B. Israel, Bolivien und Thailand
  • 30 % der Bevölkerung trinken Whisky, davon sind 36 % weiblich
  • 35 % der unter 35-Jährigen würden 75 Euro für eine Flasche Whisky ausgeben, die sie noch nie probiert haben. Aber nur 18 % in der Gruppe über 55 Jahre.

Top-5-Whisky-Cocktails weltweit:

  • Old Fashioned
  • Whiskey Sour
  • Manhattan
  • Sazerac
  • Penicillin

62 % (UK) bzw. 82 % (USA) der Gäste vertrauen Empfehlungen der Bartender!