Als drei österreichische Medien (OÖ Nachrichten, oe24 und News) über die Rückkehr der Österreichisches Verkehrsbüro AG – also der Konzernholding – in die Gewinnzone im Geschäftsjahr 2025 berichteten (mehr als 172.200 Euro Gewinn vor Steuern, nach Steuern waren es 1,208 Mio. Euro), geschah dies unter Umsatz-Angabe von lediglich 14,52 Mio. Euro (2024 waren es knapp 13,2 Mio. Euro Umsatz, der damalige Verlust nach Steuern belief sich auf 5,181 Mio. Euro). Der geringe Umsatz ist einfach erklärt.
Die Meldung des Verkehrsbüros unter Leitung Generaldirektor Martin Winkler und Vorständin Birgit Wallner bezog sich nur auf den Holding-Abschluss, nicht auf jenen des Konzernes, in dem vor allem die Bereiche „Travel“ und „Hospitality“ anthalten sind. Der Konzernumsatz unterscheidet sich dadurch extrem vom Holding-Umsatz .
Nur Provisionen der Sparte „Travel“ werden ausgewiesen
Die Sparte „Travel“ (vor allem Ruefa und Eurotours) hält sich konstant bei rund 600 Mio. Euro. Für beide Bereiche werden (wie bei allen Verkehrsbüro-Töchtern) leider keine externen Jahresabschlüsse publiziert. Wobei Eurotours (Umsatz 2025 stabil, Ertragslage verschlechterte sich jedoch im Vorjahr) das Wachstum vor allem durch dynamisches Paketieren sowie neue Bettenbank-Anbindungen vorantreibt.
Eurotours ist übrigens der exklusive Reiseveranstalter und operative Partner hinter HOFER REISEN, der damit der größte Einzelpartner im Direktvertrieb ist. Auch mit der ALDI-Gruppe wird extrem kooperiert. Daneben vertreibt Eurotours Reisen über zahlreiche weitere B2B (Business-to-Business)-Kooperationen. In Summe arbeitet Eurotours mit rund 1.900 Vertriebspartnern in 70 Ländern und etwa 3.000 Hotelpartnern zusammen.
Ruefa (rund 70 Reisebüro-Filialen, davon mehr als 30 Standorte im Großraum Wien) profitiert im Gegensatz dazu von einer konstant hohen Reiselust in Österreich. Der Umsatz bei Ruefa stieg im Vorjahr um +0,8 %, die „Rohertragsmarge“ stieg um 14 % und befindet sich damit wieder auf Vor-Krisenniveau.
Ergebnis-Treiber Sparte „Hospitality“
Die Sparte „Hospitality“ besteht aus dem Hotelbereich (er war 2025 der wesentliche Treiber des Ergebnis-Plus) sowie den Palais Events. Die Gruppe betreibt unter diesem Segment insgesamt 20 Hotels in Österreich (Kernmarke sind die Austria Trend Hotels, dazu kommen Häuser der Marke Spark by Hilton sowie Franchise-Betriebe der Radisson Hotel Group) und eines in der Hauptstadt Sloweniens, in Ljubljana. Die Umsätze der Hotellerie (mehr als 5.670 Betten, es ist die größte Hotelgruppe Österreichs) konnten 2025 um 3,9 % gesteigert werden.
Dazu kommen die Event-Locations wie das Palais Ferstel, Palais Daun-Kinsky, die Wiener Börsensäle oder das Wiener „Café Central“, das derzeit bis Herbst saniert wird (von der Gebäudetechnik über Heizung, Klima und Lüftung bis zu Sanitäranlagen, Elektrotechnik und Brandschutz). Zum Portfolio gehören außerdem zwei Campingplätze in Wien, die Hostels Vienna sowie die Schloss Schönbrunn Grand Suite als exklusives Beherbergungsangebot.
Auch die DDSG Blue Danube Schiffahrt, die als Beteiligung an assoziierten Unternehmen geführt wird, trägt mit zum Umsatz bei. Das Verkehrsbüro hält 50 % an der DDSG, die – zusammen mit der Sparte „Hospitality“ – ebenfalls einen erheblichen Anteil zum Holdinggewinn beisteuerte.
Die Eigentümer
Das Verkehrsbüro gilt als der größte Tourismuskonzern Österreichs. Es wurde 1917 in Wien gegründet (im kommenden Jahr feiert es also sein 110 Jahre-Jubiläum) und ist damit auch der älteste des Landes. Größter Aktionär der Österreichisches Verkehrsbüro AG mit einem Anteil von 60,98 % ist die Beteiligungs- und Holdinggesellschaft AVZ (ursprünglich „Anteilsverwaltung Zentralsparkasse“), 35,46 % gehören der „Vienna Insurance Group“ (Wiener Städtische Versicherung), 2,44 % der „Toth Privatstiftung“ des früheren Verkehrsbüro-Generaldirektors Hans-Dieter Toth (81) und 1,12 % der Donau Versicherung, die ebenfalls Teil der „Vienna Insurance Group“ ist.
