Es war ein Experiment, das voll geglückt ist: Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Bundessparte Tourismus in der WKÖ (Wirtschaftskammer Österreich), und ihr Team hatten maximal 15 Minuten pro Session vorgesehen (für die Panel-Diskussionen gab es natürlich mehr Zeit). 18 Vorträge und Podiums-Gespräche gab es an diesem Tag insgesamt.

„Wir haben uns getraut, relativ kurze Vorträge zu haben.“ Es ging Susanne Kraus-Winkler vor allem darum, den Zuhörer:innen (rund 300) für „viele Themen Inputs geben.“ Letztendlich ging es auch um die noch zu beatwortende Frage: „Wie geht Politik mit diesen Themen um?“ Der „Summit“ griff zentrale Zukunftsfragen auf, mit denen die Betriebe konfrontiert sind: von neuen wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen über KI (Künstliche Intelligenz) und Robotik oder dem veränderten Gäste- und Mobilitätsverhalten bis hin zur Frage, wie persönliche Gastfreundschaft auch im digitalen Zeitalter ihre besondere Bedeutung behält.

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Als Moderatorin fungierte Karina Toth (Tochter des früheren Verkehrsbüro Generaldirektors Hans-Dieter Toth, die als Sportmoderatorin für den ORF tätig ist), die angesichts des dichtgedrängten Programmes, als die Ehrengäste vorgestellt wurden, lediglich zwei namentlich erwähnte: Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und WKO-Präsidentin Martha Schultz (Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer war bis zum seinem Auftritt noch nicht vor Ort).

Keine Angst vor KI (Künstlicher Intelligenz)

Der Tag begann mit den Begrüßungsworten von Karlheinz Kopf, Präsident der WK Vorarlberg („Im Tourismus geht es trotz Nächtigungsrekorden um Qualität, doch die Kosten steigen ständig“), Alois Rainer, Hotel Gasthof Post und Obmann der Sparte Tourismus der WK Tirol „Österreichs Tourismus ist vor allem Familien-geführt, es hat sich unheimlich viel verändert, weshalb die Rahmenbedingungen wichtig sind. Wir haben aber Gesetze, wo arbeiten nicht mehr möglich ist“) und Albert Ebner, Hotel Gasthof Hintersee, Spartenvertreter der WK Salzburg, der betonte, dass „uns KI langfristig helfen wird. Als der Zug aufgekommen ist, hat das auch Jahre gedauert.“

Die beiden anderen gingen, wie Albert Ebner, übrigens auch auf das Thema KI ein, das sich fast wie ein roter Faden durch den „WKO Tourismus Summit 2026“ zog.

„Müssen tagtäglich die Zukunft sichern“

Wie WKO-Präsidentin Martha Schultz in ihren Begrüßungsworten betonte, sei Österreich „ein Land, in dem Gastfreundschaft vom Herzen kommt.“ Gleichzeitig schränkte sie aber ein, dass sich „kein Land auf Erfolgen ausruhen kann. Wir müssen uns tagtäglich die Zukunft sichern und die Erfolge ausbauen.“ Und: „Wir sind in einer Zeit großer Veränderungen, es liegt an uns, auf sie zu reagieren.“

Drei Themen liegen ihr dabei besonders am Herzen:

  • Innovation – „KI ist nicht mehr aufzuhalten, sie wir uns allen mehr Zeit für Gastfreundschaft ermöglichen“,
  • mehr Mut zur Wettbewerbsfähigkeit sowie
  • mehr Zusammenhalt, also „nicht gegen- sondern miteinander“ agieren.

Auf diese Worte konnte Susanne Kraus-Winkler aufbauen: „Wir brauchen eine neue Art von Mut für die Zukunft.“ Die „Geschwindigkeit der Veränderungen fordert uns am meisten.“ Anschließend stellte sie die Frage: „Wieviel KI verträgt diese Welt?“

„Vision T“ startet ihre Umsetzungsphase

Die Vorträge reichten von der Keynote Thanos Papasavvas, Gründer und CIO (Chief Investment Officer) von ABP Invest, einer Investment- und Research-Gesellschaft mit Sitz in London, zum Thema „From Globalisation to Resilience: The New Reality Shaping Our World and Tourism“, über die Keynote „Quo Vadis European Tourism“ von Eduardo Santander (er ist CEO, der European Travel Commission – ETC) bis zum Impuls-Vortrag „Gemeinsam für einen starken Tourismusstandort Österreich“ von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.

Gemeinsam mit Staatssekretärin Elisabeth Zehetner kündigte Hattmannsdorfer die nächsten Schr itte der österreichischen Tourismuspolitik an. Die neue Tourismusstrategie „Vision T“ geht dabei in die konkrete Umsetzungsphase. Im Fokus stehen Ganzjährigkeit, Digitalisierung und KI, bessere Rahmenbedingungen für Betriebe sowie die Interessen der Branche am Arbeitsmarkt und auf europäischer Ebene. Elisabeth Zehetner: „Unser Ziel ist klar: mehr Wert statt nur mehr Menge. Wir wollen mehr Wertschöpfung über das ganze Jahr, stärkere Betriebe und mehr stabile Ganzjahresarbeitsplätze.“ Entscheidend sei, was bei den Betrieben, den Beschäftigten und in den Regionen ankommt: „Genau daran wird sich die Umsetzung der ‚Vision T‘ messen lassen.“

Autonomes Fahren in Österreich schon heute möglich

Besonders spannend waren auch der Vortrag von Michael Jayasekara, Geschäftsführer des Mobility-Analytics-Unternehmens „vionmo“ („Der Tourismus ist prädestiniert, das autonome Fahren auf der letzten Meile zu ermöglichen“) sowie die im Anschluss daran geführte Podiums-Diskussion, an der Walter Prutej, Leiter des auf autonomes Fahren in der Praxis spezialisierten Unternehmes SURAAA, teilnahm. Walter Prutej: „Wir haben seit 2018 eine Genehmigung autonom in Österreich zu Fahren.“ In Pörtschach am Wörthersee wird es bereits seit Jahren praktiziert. Bericht und Interviews folgen.