Es handelt sich dabei um keinen klassischen Hotelguide, sondern ein multidimensionales Ranking, das verschiedene Datenquellen miteinander kombiniert und statistisch auswertet. T.A.I. sprach mit dem Co-Initiator des Projektes Carsten K. Rath.
T.A.I.: Wann und wieso wurde das Ranking „Die 101 Besten“ Hotels gegründet?
Carsten K. Rath: „Mein Sohn David hatte 2019 die Idee dazu. Wir wollten dem Gast jene Orientierung geben, die die Sterne-Kategorien nicht mehr bieten. Ich habe einige Vorgedanken angestellt, wie David das realisieren könnte. Wichtig wäre eine Institution, die über jeden Zweifel erhaben, also nicht käuflich ist. Die haben wir mit der IU Internationale Hochschule München gefunden. Zweitens sollte dieses Ranking auf Gastsicht basieren – also auf B2C-Ebene – und drittens ist die Relevanz wichtig.“
T.A.I.: Wieso erwähnten sie die Sterne-Kategorien? Gibt es nicht die „Hotelstars Union“ auf europäischer Ebene, die heuer ihr 15 Jahr Jubiläum begeht?
Carsten K. Rath: „Das Hotel Sacher hat 5-Sterne und auch das Hotel Schloss Fuschl. Aber sie sind nicht zu vergleichen mit den Kettenhotels der Amerikaner im 5-Sterne Bereich. Die Sterne sagen also nichts aus.“
T.A.I.: Gab es die „101 Besten“ Hotels bisher in Österreich nicht?
Carsten K. Rath: „Wir sind 2020 in Deutschland gestartet und vor drei Jahren in der Schweiz. Was noch gefehlt hat, waren Österreich und Südtirol. Heuer bringen wir die ‚101 Besten‘ auch in diese Länder. Die IU hat eine Methode entwickelt, wer die besten Hotels in Österreich und Südtirol sind, mit zum Teil anderen Kategorien.“
T.A.I.: Warum wird die Verleihung heuer in Kitzbühel stattfinden?
Carsten K. Rath: „Da ging es um die Frage, welche Bundesländer Österreichs am meisten bereist werden. Das sind Wien, Salzburg und Tirol. Wir wollten also dorthin, wohin unsere Gäste reisen. Im Raum Kitzbühel gibt es auch tolle Hotels, mit dem Kitzhof, den Harrisch Hotels und dem Stanglwirt etc. Wir werden heuer übrigens erstmals – und das für alle Länder – auch den Hotelier des Jahres küren und den ‚101 Lifetime Achievement Award‘ verleihen.“
T.A.I.: Wann findet denn die Kür der „101 Besten“ jeweils statt?
Carsten K. Rath: „Die Schweiz ist immer als erstes dran. Für 2027 ist am 4. April Lausanne an der Reihe. Kitzbühel steht heuer am 11. Oktober auf dem Programm und am 22. November 2026 sind wir in Augsburg. Wir veranstalten die Galas immer am Sonntag, weil da die Hoteliers Zeit haben.“
T.A.I.: Sie wechseln also die Standorte?
Carsten K. Rath: „Kitzbühel ist nur heuer an der Reihe, 2027 werden wir woanders sein. Wir haben ein bis zwei Hotels, die gerne unsere Veranstaltung hätten.“
T.A.I.: Halten die „101 Besten“, was sie versprechen?
Carsten K. Rath: „Ja, es gibt Stress, vor allem unter den Top-30. Die ‚101 Besten‘ sind eine Vertriebsmaschine. Sie haben für die Hoteliers eine Umsatz-Wirkung.“
T.A.I.: Können Sie das näher beschreiben?
Carsten K. Rath: „Zum Beispiel hat Tim Weiland vom Aman Resort Amanjena in Marrakesch ‚Danke für die Listung‘ geschrieben, er hat dadurch einen wahnsinnigen Umsatz bekommen. Oder Julia Kolb im Hotel Riva am Bodensee, deren Website aufgrund der vielen Anfragen durch das Listing 2026 kollabiert ist.“
T.A.I.: Entschuldigen Sie, aber Marrakesch liegt fernab ihrer Kernmärkte. Wieso listen Sie ein Hotel in Marokko?
Carsten K. Rath: „Wir nehmen Hotels aus anderen Ländern und stellen sie als Partner-Hotels dar. Wir suchen dazu die besten aus. Derzeit sind es elf Hotels.“
T.A.I.: Wie werden Sie in Zukunft mit den „101 Besten“ vorgehen?
Carsten K. Rath: „Die Marke wird weiter wachsen. Wir denken zum Beispiel an den Kreuzfahrtenbereich. Die Gäste fragen danach. Ich persönlich bin Weinliebhaber, wir werden uns also auch des Themas Wein annehmen.“
Carsten K. Rath in Stichworten
Seine Ausbildung startete der im August 1966 geborene Carsten K. Rath im Familienhotel im Schwarzwald. Er sammelte danach internationale Erfahrungen (u.a. im Grande Roche Hotel in Kapstadt und als F&B Direktor im Lufthansa Center Beijing). Als Direktor leitete er u.a. das „The Bentley Kempinski“ in London. Als „Rockstar der Grand Hotellerie“ – so bezeichnete ihn die deutsche Tageszeitung „Die Welt“ – hat er Häuser wie das Ritz-Carlton in Naples oder das Adlon in Berlin eröffnet. 2003 wurde er Geschäftsführer von Robinson, zwei Jahre später CEO bei Arabella, bis er sich 2008 mit den Kameha Hotels & Resorts selbständig machte, die er 2017 verkaufte. Als Gründer des Hotelrankings „Die 101 Besten“ mit seinen Sohn David fungiert Carsten K. Rath heute als Experte für Service Excellence, Redner und Unternehmensberater sowie als Kolumnist für Lifestyle- und Luxusthemen, u.a. für das Magazin „Capital“.
