Für bereits bestehende Buchungen hat Sunny Cars deshalb die Übernahme der „Madeira-Abgabe“ zugesagt. Kay Sannwald und Thorsten Lehmann: „Die gilt auch weiterhin.“
Erster Schaden fast 600.000 Euro
Fest steht, dass bereits zwei Tage nach Beginn der Einhebung die Handels- und Industriekammer Madeiras eine Aussetzung der Abgabe forderte. Ihr Argument: Entscheidende Punkte der Car Rentals wurden im endgültigen Regelwerk nicht ausreichend berücksichtigt.
Der größte Streitpunkt betraf bereits bestehende Reservierungen. Denn viele Unternehmen hatten Mietverträge bereits vor dem 1. Juni zu einem fixen Preis verkauft. Die neue Abgabe mussten sie nun trotzdem einheben. Rund 24.000 Verträge mit rund 175.000 Miettagen waren bei den 15 größten Mietwagenunternehmen Madeiras betroffen. Die Belastung daraus belief sich auf mehr als 595.000 Euro. Sie konnte nicht mehr auf die Kunden übergewälzt werden und war dadurch von den Mietwagenbetrieben selbst zu tragen.
Betroffen sind alle internationale Ketten (also Anbieter wie Europcar, Sixt, Avis/Budget oder Hertz) und lokale Spezialanbieter (Klass Wagen, Madeira Rent, WHYNot, Atlantic Rent a Car), die oft über Broker wie Sunny Cars vermarktet werden.
Madeira gilt als Renditemarkt
Die Abgabe wurde pro Miet-Tag und Fahrzeug mit 2 Euro festgelegt, maximal 20 Euro pro Anmietung. Für Elektro-Mietwagen reduziert sich die Gebühr um die Hälfte. Die Einhebung gilt für Mietverträge, die ab diesem Datum abgeschlossen waren, auch wenn die ursprüngliche Reservierung schon vor dem 1. Juni erfolgte. Das Geld wird an das IMT Madeira (Instituto de Mobilidade e Transportes da Madeira) abgeführt.
Madeira ist für Mietwagenunternehmen ein wichtiger Nischenmarkt. Denn die Insel sorgt für eine der höchsten Fahrzeugauslastungen Europas (9 bis 10 Buchungen pro Fahrzeug pro Quartal) und überdurchschnittliche Erlöse pro Fahrzeug.
Die Zahl der jährlichen Mietwagenbuchungen auf Madeira ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Im Vorjahr waren es über 431.000, was einen Umsatz von rund 108,9 Mio. Euro führte. Die verfügbare Flotte beträgt rund 14.000 Fahrzeuge. Hauptmärkte sind Deutschland und Portugal (jeweils ca. 20%) sowie Frankreich, Polen und UK.
Handhabung wie City- oder Kurtaxe
Der Qualitäts-Mietwagenbroker Sunny Cars übernahm die Kosten der „Umweltabgabe“ für bereits gebuchte Mietwagen selbst. Bei Neubuchungen wurde die Abgabe in den Gesamtpreis von Sunny Cars einbezogen.
Diese Form der Abwicklung ist für Anmietungen, wie erwähnt, ab dem 1. Oktober 2026 nicht mehr möglich: Denn die Regionalregierung – Madeira gehört bekanntlich zu Portugal – sieht vor, dass die Umweltabgabe „ausnahmslos unmittelbar durch die Reisenden auf Madeira“ entrichtet werden muss.
Kay Sannwald und Thorsten Lehmann: „Die Handhabung ist vergleichbar mit einer City- oder Kurtaxe bei Hotelaufenthalten: Auch hier wird eine öffentlich festgelegte Abgabe vorab kommuniziert, die tatsächliche Zahlung erfolgt jedoch erst am Reiseziel.“
Wie eingangs erwähnt, hat Sunny Cars für bereits bestehende Buchungen die Übernahme der „Madeira-Abgabe“ zugesagt.
