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Systemstress

Tourismus boomt, aber Österreich gehen die Leute aus

WKO warnt: Der Tourismus steuert auf ein strukturelles Systemproblem zu, mit einem jährlichen Bedarf von 12.500 Fachkräften und einer Ausbildung, die nur rund 3.600 liefert

Österreichs Tourismus meldet Rekorde, doch hinter den starken Nächtigungszahlen wächst weiter ein strukturelles Problem zur echten Wachstumsbremse heran: der Arbeitskräftemangel. Bei der Neujahrs-Pressekonferenz der Wirtschaftskammer Österreich legte Bundesspartenobfrau Susanne Kraus-Winkler eine Rechnung vor, die in ihrer Deutlichkeit selten öffentlich so ausgesprochen wird: Rund 12.500 Fachkräfte pro Jahr würden in Hotellerie und Gastronomie benötigt, aus Lehre und Tourismusschulen kämen aber nur etwa 3.600 nach.

Die Konsequenz ist klar und politisch brisant: Ohne massive Attraktivierung der Ausbildung, Qualifizierung von Quereinsteigern und gezielte Zuwanderung wird sich die Personallücke nicht schließen lassen.

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Rekordjahr bei Nächtigungen

Die Statistik Austria bestätigt für 2025 ein Tourismusjahr auf sehr hohem Niveau: Österreich verzeichnete mindestens 156 Millionen Nächtigungen, der Dezemberwert ist noch vorläufig. Damit liegt das Land nicht nur über der 150-Millionen-Marke, sondern auch über dem Niveau der Vor-Covid-Zeit.

Interessant ist dabei die Differenz zwischen Volumen und Wertschöpfung: Zwar liegt der Sommer bei den Nächtigungen deutlich vor dem Winter (plus 11 Millionen Nächtigungen), bei den Ausgaben dreht sich das Bild jedoch um. Im Winter geben ausländische Gäste 8,7 Milliarden Euro aus, im Sommer 7,2 Milliarden Euro. Der Wintergast ist damit trotz geringerer Nächtigungszahl wirtschaftlich stärker.

„Best ever“ zu Weihnachten

Kraus-Winkler sprach von einem sehr gut angelaufenen Winter und berichtete aus den Bundesländern von einer guten bis sehr guten Auslastung rund um Weihnachten und Silvester, teils sogar „the best ever“. Das gelte nicht nur für klassische Winterdestinationen, sondern auch für den Städtetourismus, der von stark besuchten Weihnachtsmärkten profitiert habe. Gleichzeitig deutete sie eine typische Branchenrealität an: Der weitere Saisonverlauf sei nicht überall stabil. Während manche Betriebe den Jänner noch offen sehen, gebe es aus anderen Regionen Hinweise, dass der Monat schwächer laufen könnte.

Jürgen Weiß von der Statistik Austria betonte, Österreich sei längst mehr als ein klassisches Sommerfrischeland und entwickle sich zur Ganzjahresdestination. Eine komplett ausgeglichene Saisonkurve sei dennoch unrealistisch, weil auch in den Spitzenmonaten die Nachfrage weiter wachse. Die Herausforderung bleibe, Nachfrage auch in den Nebensaisonen aufrechtzuerhalten.

Österreich wir immer mehr zur Ganzjahresdestination, sagt die Statistik Austria. (C) ÖGZ
Österreich wir immer mehr zur Ganzjahresdestination, sagt die Statistik Austria. (C) ÖGZ

Westen bleibt Tourismusmotor, Osten gewinnt Marktanteile

Regional bleibt die Dominanz des Westens ungebrochen: Rund 50 Prozent aller Nächtigungen entfallen auf Tirol und Salzburg, gemeinsam mit Vorarlberg sind es fast 60 Prozent. Auffällig stark sei zuletzt jedoch der Osten: Wien und Burgenland konnten die Nächtigungen im Vergleich zu 2019 und zum Vorjahr deutlich steigern. Marktanteile verloren hätten hingegen Kärnten und Niederösterreich.

Ein weiterer Strukturtrend: Der Anteil höherwertiger Unterkünfte wächst. Der Anteil der 4- und 5-Stern-Hotels liegt inzwischen bei 37 Prozent (2000: 28 Prozent). Überraschend: Vor allem inländische Wintergäste wählen überdurchschnittlich häufig diese Kategorien (42,8 Prozent). Warum das so ist, ließ sich auf Basis der Daten nicht abschließend erklären.

Kraus-Winkler warnte in der Diskussion außerdem vor einem internationalen Problem, das auch Österreich treffen könnte: Wenn Kosten weiter steigen und Wertschöpfung in mittleren Segmenten nicht mehr möglich ist, drohe der „Mittelbau“ wegzubrechen. Vielfalt sei jedoch zentral, um leistbaren Urlaub und ein breites Angebot zu sichern.

Die Branche wird 2026 nicht an mangelnden Gästen scheitern, sondern an der Frage, ob sie genug Menschen findet, um das Geschäft auch in Zukunft professionell abwickeln zu können. (C) ÖGZ
Die Branche wird 2026 nicht an mangelnden Gästen scheitern, sondern an der Frage, ob sie genug Menschen findet, um das Geschäft auch in Zukunft professionell abwickeln zu können. (C) ÖGZ

Tourismusstatistik bald mit besseren Daten

Statistik Austria kündigte eine Modernisierung der Beherbergungsstatistik an. Der aktuelle Prozess funktioniere zwar, sei aber ressourcenintensiv, weil Daten über mehrere Ebenen laufen (Betrieb, Gemeinde, Verbände, Länder bis zur Statistik Austria). Ziel sei eine Vereinfachung und Digitalisierung: weniger Meldepflichten, aktuellere Daten, klarere Kategorien – und langfristig die schrittweise Einführung eines digitalen Gästeblatts.

Ein Punkt dabei: Die aktuellen Unterkunftskategorien seien veraltet und würden neue Unterkunftsformen sowie die Plattformökonomie nicht ausreichend abbilden.

Die WKO-Chefökonomin Claudia Huber präsentierte eine Sonderauswertung des Wirtschaftsbarometers mit Rückmeldungen von über 300 Tourismus- und Freizeitbetrieben. Das Bild: Investitionen bleiben verhalten. 17 Prozent wollen diese ausweiten doch knapp 50 Prozent sehen sich gezwungen, Investitionen zu reduzieren.

Auffällig ist der Charakter der Investitionen: Ersatzinvestitionen dominieren (50 Prozent), Erweiterungsinvestitionen planen nur 30 Prozent. Zukunftsinvestitionen erfolgen vor allem in Digitalisierung sowie zunehmend in Nachhaltigkeit. Ein Viertel der Betriebe gibt an, derzeit gar keinen Spielraum für Investitionen zu haben, vor allem wegen hoher Arbeits- und Energiekosten sowie Unsicherheit.

Beim Beschäftigungsausblick zeigt sich ein gemischtes Bild: Sechs von zehn Betrieben wollen stabil bleiben, sieben Prozent sogar aufstocken, ein Drittel plant Reduktion. Als Gründe wurden vor allem Kosten, Konjunkturunsicherheit und unbesetzbare Stellen genannt.

Betriebe fordern Lohnnebenkosten-Senkung und Bürokratieabbau

In den Erwartungen an die Politik dominiert ein klarer Dreiklang: Arbeitskosten senken, Bürokratie abbauen, Energiepreise in den Griff bekommen. Laut Barometer sprechen sich 95 Prozent der Betriebe für eine Senkung der Arbeitskostenbelastung aus, 90 Prozent fordern weniger Bürokratie. Auch Investitionsanreize, Leistungsanreize im Steuersystem und Verbesserungen bei Betriebsübergaben wurden genannt.

Arbeitsmarkt, du Sorgenkind

Im Zentrum der Diskussion stand der Arbeitsmarkt. Kraus-Winkler nannte für 2025 rund 7.149 Lehrlinge im tourismusnahen Lehrlingssystem, mit leichtem Rückgang gegenüber dem Vorjahr. 2015 seien es noch über 9.000 gewesen. Dropout-Raten bezifferte sie je nach Berechnung zwischen 12,8 Prozent und (laut AMS Tirol) bis zu 27 Prozent. Bei den Tourismusschulen nannte sie für 2024 rund 7.418 Schüler, ebenfalls deutlich weniger als zehn Jahre zuvor. Aus einer überschlagsmäßigen Rechnung leitete sie ab, dass Österreich aus Lehre und Schule im besten Fall rund 3.600 Fachkräfte pro Jahr generiere. Dem gegenüber stehe ein Bedarf von rund 12.500.

Für die Branche bedeutet das: Neben Ausbildung und Attraktivierung brauche es ein stärkeres System für Quereinsteiger – und eine modernisierte Zuwanderung über Instrumente wie die Rot-Weiß-Rot-Karte.

Auch die Verwaltung wurde zum Thema. Kraus-Winkler forderte digitalisierte Prozesse, etwa bei Aushilfen (Anmeldung per App) oder bei Saisonniers. Ein praktisches Problem: Saisonniers könnten in mehreren Bundesländern parallel Bewilligungen erhalten, wodurch Kontingente blockiert werden, wenn die Person sich am Ende nur für einen Betrieb entscheidet. Eine digitale Synchronisierung würde dieses Dilemma entschärfen. Beim Westbalkan-Kontingent nannte sie eine Auslastung von 90,3 Prozent (Stand Dezember), besonders stark in Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg.

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