Leitartikel: Was passiert, wenn die Covid-Maßnahmen nicht wirken? 

Gastronomie
04.11.2020

Der Anschlag in Wien rückt den Lockdown fast in den Hintergrund. Gedanken zwischen Terror, Corona-Szenarien und mögliche künftige Alternativen zu einem Lokdown. 

Am Morgen heulten uns Polizeisirenen in den Ohren, als wir in die Redaktion fuhren.  Spezialeinheiten waren noch immer auf der Suche nach möglichen Mittätern der Terroranschläge, die in und um Wiener Bars  mehrere Todesopfer forderten. Es waren Leute, die nochmals die Gastronomie besuchen wollten, bevor sie zusperren muss. 

Solche Ereignisse relativeren alles. Auch den Lockdown, der unsere Branche mit voller Wucht trifft. Dieser gilt angesichts der Auslastungen in den Krankenhäusern (nicht nur in Österreich) als alternativlos. Alternativen gibt es freilich immer, wie der deutsche Zukunftsforscher Sven Gábor Jánsky in einem nun publizierten Szenario-Modell zeigt. Die Frage ist vielmehr jene, ob diese zielführend oder vertretbar sind? 

Jánsky zeichnet eine Bedrohung, gibt aber auch Anlass zu Optimismus. Auch ohne rosarot zu malen, könnte die Hotellerie und Gastronomie zu Weihnachten wieder ein halbwegs normales Geschäft machen. Auch eine Wintersaison mit Einschränkungen ist denkbar. Wenn alles optimal läuft. Aber Jánskys Analyse hat auch Negativszenarien, die einträten, wenn die Maßnahmen zu wenig Wirkung zeigten. Und dies würde vermutlich ein Umdenken in der Corona-Strategie erfordern. Etwa nur mehr ausgewiesene Risikogruppen zu schützen – indem man deren Freiheit extrem einschränkt und was durchaus zu einem Gang auf der Rasierklinge werden könnte. Eine weitere Alternative wäre ein Technologieeinsatz nach asiatischem Vorbild: Etwa eine verpflichtende App, die alle Bewegungen überwacht und damit natürlich auch Grundrechte weitgehend einschränkt.  

Der Bewertung dieser Wege müsste ein gesellschaftlicher Diskurs zu Grunde liegen: Die Trendanalyse von Jánsky ist unter 
www.zukunft.business gratis abrufbar.