390.215 Gästeankünfte und rund 1,55 Millionen Nächtigungen: Die Tourismusregion Millstätter See–Bad Kleinkirchheim–Nockberge zieht eine positive Bilanz der Monate Mai bis September 2026. Die Zahl der Ankünfte stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,7 Prozent, jene der Nächtigungen hingegen nur um 2,58 Prozent. Die unterschiedliche Entwicklung muss man genauer unter die Lupe nehmen. Rechnerisch entfallen auf jede Ankunft knapp vier Übernachtungen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es etwa 4,2 Nächte. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist somit gesunken.
Das muss für einen einzelnen Hotelbetrieb nicht zwangsläufig ein Nachteil sein. Kürzere Aufenthalte können höhere Zimmerpreise ermöglichen oder zusätzliche Nachfrage bringen. Sie können aber auch mehr Wechsel bei An- und Abreisen, höheren Reinigungsaufwand und geringere Chancen auf Nebenkonsumation bedeuten. Entscheidend ist, welche Erlöse und Kosten damit verbunden sind.
Die Region will mehr Wertschöpfung, Tourismusreform vor Umsetzung
Beim dritten Zukunftsforum der Tourismusregion am 14. Oktober in Ebene Reichenau diskutierten rund 150 Vertreter aus Tourismus, Wirtschaft und regionalen Organisationen über die weitere Entwicklung der Destination. Für Geschäftsführer Christian Stattmann steht dabei die wirtschaftliche Wirkung im Vordergrund. Gemeinsam mit den Betrieben wolle die Region neue Produkte entwickeln, bestehende Gäste binden und zusätzliche Zielgruppen erreichen. Ziel sei es jedenfalls, die regionale Wertschöpfung zu erhöhen.
Kärnten-Werbung-Geschäftsführer Klaus Ehrenbrandtner setzt auf buchbare Urlaubserlebnisse, die bestehende Angebote miteinander verbinden und neue Reiseanlässe schaffen. Dadurch sollen insbesondere die schwächeren Saisonzeiten gestärkt werden. Die Rechnung dahinter: Wer zusätzliche Übernachtungen außerhalb der Hauptsaison gewinnen kann, nutzt vorhandene Kapazitäten besser. Neue Gästeankünfte allein garantieren dagegen noch kein besseres Betriebsergebnis.
Zusätzliche Dynamik soll die Kärntner Tourismusreform bringen. Wie Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig beim Zukunftsforum erklärte, ist die gesetzliche Grundlage beschlossen. Nun geht es an die organisatorische Umsetzung. Die Vorstandswahlen für die neuen Tourismusverbände sollen bis Mitte November stattfinden. Das Gebiet des künftigen Tourismusverbands Millstätter See–Bad Kleinkirchheim–Nockberge wird weitgehend der bisherigen Region entsprechen. Eine Ausnahme bildet die Gemeinde Feldkirchen, die einem anderen Verband zugeordnet werden soll. Neu ist zudem die Untergliederung in drei Erlebnisräume. Schuschnig erwartet sich von der Reform mehr finanzielle Mittel für die touristische Entwicklung und schlankere organisatorische Strukturen.
