Torten am laufenden Band

Patisserie
19.01.2007

Ein bisschen Amerika in Wien-Liesing: An der Autobahnauffahrt Atzgersdorf (Südosttangente) hat das Café Landtmann nun einen Tortenshop mit Stehcafé eröffnet. Herzstück der Landtmannschen „Feinen Patisserie“ ist die Produktionsstätte, wo die Süßwaren für alle Querfeld-Häuser gebacken werden.
Tortenschneidemaschine
Tortenschneidemaschine

Torten für zu Hause vom Cafetier – Berndt Querfeld verkauft ab sofort seine Torten unter den Wohntürmen von Alt Erlaa. „Ich glaube, es gibt noch genügend Platz für frische Konditor-Torten und Mehlspeisen zwischen den Billig-Golatschen der Lebensmittelketten und den deutschen Tiefkühltorten“, ist Berndt Querfeld überzeugt, zu dessen Café-Imperium unter anderem das Café Landtmann und das Café Mozart gehören.
Torten an der Autobahn
In der neuen Tortenproduktionsstätte „Landtmann’s Feine Patisserie“ in Wien-Liesing werden die Mehlspeisen für alle Querfeld-Betriebe gebacken. „Ein bisschen von Amerika inspiriert habe ich die neue Landtmann-Filiale gleich neben der Autobahn angesiedelt. Somit können sich staugeplagte Autofahrer mit Kaffee und Kuchen zum Frühstück oder auf der Heimfahrt von der Arbeit versorgen“, so Querfeld. In dem kleinen Lokal, das in den Verkaufsshop integriert wurde, gibt es nur Stehtische und Hocker, der Kaffee wird im Pappbecher serviert, denn Prunkstück ist die imposante Vitrine mit den köstlichen Mehlspeisen wie Maroniblüte, Bananenmousse-Törtchen oder Amadeuskugel. Die Torten werden um rund 30 Prozent billiger verkauft als in den hauseigenen Betrieben. „Wer kauft schon gerne im Café Torten für zu Hause? Mit dem Tortenshop möchten wir auch private Kunden ansprechen, die sich am Sonntag mit frischen Torten eindecken wollen“, erklärt Querfeld sein Konzept.
Im Hintergrund, auf rund 1.300 m2, erfolgt die Produktion der Landtmann’schen Torten. Monat für Monat verlassen mehr als 100.000 Tortenstücke, mit einem Hochdruckwasserstrahl (4.000 bar) sauber zerteilt, die Produktion. Hinter dem gesamten, modernen Betriebskonzept, das nach den HACCP-Richtlinien konzipiert wurde, steht ein Name, nämlich Herwig Gasser. Er erarbeitete für die hygienisch einwandfreie Tortenproduktion einen geschlossenen Kreislauf. Er trennt von der Anlieferung der Waren über die Produktion bis hin zur keim- und bakterienfreien Geschirr-Reinigung, wie sie nur in Spitälern praktiziert wird, alles in eigene Bereiche. Die Produktion selbst ist über Schleusen zugänglich und kann nur über eigene Gänge wieder verlassen werden. Darüberhinaus gibt es eigene Hygienepläne für Maschinen und Arbeitsflächen mit einem eigenen Farbleitsystem.
Cafetier und Konditor
Ganz still und leise wurde aus dem Cafetier auch der größte Konditor Wiens. Mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Millionen Euro verwandelte Berndt Querfeld die ehemalige Gewerkschaftsdruckerei in die wahrscheinlich modernste Backstube Österreichs. „Bei uns gibt es keine E-Nummern, kein Backpulver, wir arbeiten nur mit natürlichen Produkten beziehungsweise Bio-Produkten. Wir verarbeiten im Jahr rund 13 Tonnen belgische Schokolade“, erklärt Herwig Gasser sein Qualitätskonzept.