Wedl steigert Umsatz und setzt auf Digitalisierung
Die Wedl Gruppe legt ihre Bilanz für das Wirtschaftsjahr 2025 vor. Trotz volatiler Rahmenbedingungen steigert das Tiroler Familienunternehmen Umsatz und Nachfrage in mehreren Geschäftsfeldern, allen voran im Gastronomie-Großhandel und im Kaffeebereich.
Das Tiroler Traditionsunternehmen Wedl blickt auf ein herausforderndes, zugleich aber erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Im Kerngeschäft, dem Gastronomie-Großhandel, erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 483,5 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtumsatz der Wedl Gruppe belief sich auf 683,7 Millionen Euro, was einem Wachstum von 3,8 Prozent entspricht. Besonders dynamisch entwickelte sich der Bereich Kaffee mit einem Umsatz von 54,2 Millionen Euro und einem Zuwachs von 21,8 Prozent.
Das Marktumfeld war 2025 von starken Schwankungen geprägt. Nach einem positiven Jahresauftakt führten wechselhafte Wetterbedingungen und kurzfristige Buchungsentscheidungen im Tourismus im Frühjahr zu temporären Rückgängen. Im Frühsommer zog die Nachfrage wieder deutlich an, während sich der Spätsommer durchwachsen zeigte. Ein starkes Jahresende mit hoher Auftragslage im Dezember wirkte sich schließlich positiv auf die Gesamtbilanz aus.
„Das Jahr 2025 war geprägt von Volatilität und internationalen Einflussfaktoren. Entscheidend war unsere Fähigkeit, rasch auf Veränderungen zu reagieren“, sagt dazu Lorenz Wedl, Mitglied der Geschäftsführung bei Wedl in Tirol. Die konsequente Kundenorientierung habe wesentlich dazu beigetragen, die Marktposition weiter zu festigen.

Digitalisierung und Zustellung gewinnen an Bedeutung
Wedl setzte 2025 seine strategischen Investitionen fort, insbesondere im Bereich Digitalisierung. Ein umfassender Modernisierungsschub der internen IT-Systeme wurde gestartet und soll bis Ende 2026 interne Abläufe vereinfachen sowie neue Serviceangebote ermöglichen. Parallel dazu gewann die Zustellung weiter an Bedeutung: Mehr als 75 Prozent des Umsatzes im Lebensmittelgroßhandel wurden über dieses Segment erzielt. Der Anteil der Webshop-Bestellungen überschritt erstmals die Marke von 55 Prozent, App-Bestellungen legten um mehr als 33 Prozent zu.
Auch das Sortiment wurde gezielt weiterentwickelt. Der Fokus lag auf regionalen Produkten, italienischen Spezialitäten sowie auf einer erweiterten Kompetenz im Bereich Tiefkühlprodukte. Positiv entwickelte sich zudem das internationale Kaffeegeschäft der Wedl-Tochter Procaffè in Italien. Trotz Turbulenzen an den Rohkaffeemärkten erzielte das Unternehmen einen neuen Umsatzrekord, getragen von Zuwächsen unter anderem in Griechenland und Deutschland.
Neue Konzepte und breitere Positionierung
Mit der Gründung des Tochterunternehmens happyBytz setzte Wedl 2025 weitere Schritte in Richtung Innovation. Das Konzept kombiniert robotergestützte Küchenmodule mit eigens entwickelten Rezepturen und richtet sich an Gastronomie, Hotellerie sowie öffentliche Einrichtungen. „Mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres Portfolios schaffen wir Lösungen mit Mehrwert“, sagt Klaus Mantl, Geschäftsführer bei Wedl in Tirol.
Parallel dazu wurde das nationale Key Account Management ausgebaut, um Großkunden wie Hotelketten oder öffentliche Einrichtungen gezielter betreuen zu können. In den Abholmärkten spricht Wedl zudem verstärkt auch private Kundinnen und Kunden an, etwa über die fünf Genusswelten und persönliche Beratung. Laut Unternehmen unterstreicht diese Entwicklung den strategischen Schwerpunkt auf eine breitere Marktpositionierung.




