ÖHV unterstützt Bildungsvolksbegehren

03.03.2011

Wien. Schellhorn und Peer rufen Unternehmer und Mitarbeiter im Tourismus zum Unterschreiben auf: "Beim Bildungsvolksbegehren „Österreich darf nicht sitzen bleiben“ geht es um nicht weniger als die Zukunft von Jugend und Wirtschaft. Bildung betrifft uns alle".
Peter Peer und Sepp Schellhorn, die beiden Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung
Peter Peer und Sepp Schellhorn, die beiden Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung

„Um den Ansprüchen unserer Gäste gerecht zu werden, brauchen wir gut ausgebildete Mitarbeiter. Wir investieren gerne in Lehrlinge. Rechnen, Schreiben und Lesen müssen sie aber nach der Schule beherrschen. Und da gibt es viel zu tun“, erklären Peter Peer und Sepp Schellhorn, die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), warum die Hotellerie das Volksbegehren „Österreich darf nicht sitzenbleiben“ unterstützt. Ohne gute Bildung sind nicht nur Forschung und Entwicklung arm dran, sondern vor allem die Jugendlichen selbst. „Zukunft geht uns alle an“, appellieren sie an Unternehmer und Mitarbeiter in Tourismusbetrieben, für das Volksbegehren zu unterschreiben.

Bald ein Viertel weniger Lehrlinge
Schon 2015 werden rund 4.000 Jugendliche weniger eine Lehre beginnen als 2010. 2023 wird es um ein Viertel weniger 15-Jährige geben als heute. Und wenn der Trend in Richtung Hochschule so weitergeht wie bisher, wird die Zahl der Lehrlinge noch stärker abnehmen. „Wir müssen dringend das Image der Lehre verbessern. Ein Schritt dorthin wäre das Niveau der Pflichtschulen zu heben: Ein Schulabschluss muss zu einer Berufsausbildung befähigen – ohne Wenn und Aber“, so Peer und Schellhorn.

„Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels darf kein Jugendlicher zurückbleiben. Aber bis zu zwei Drittel der jungen Migranten machen nach der Pflichtschule keinen weiterführenden Abschluss. Hier besteht großer Aufholbedarf in der individuellen Förderung“, verweisen die ÖHV-Präsidenten auf die vergleichsweise wenigen Lehrlinge mit Migrationshintergrund.

Arbeitsmarkt- und Ausbildungsmotor Tourismus
4.400 Betriebe der Tourismus- und Freizeitwirtschaft bildeten 2010 rund 12.500 junge Menschen aus, das war jeder zehnte Lehrling in Österreich. Das Engagement der Hotellerie in der Fachkräfteausbildung lässt sich nicht nur am überdurchschnittlich hohen Lehrlingsanteil ablesen, sondern auch an der starken Nachfrage nach begleitenden Weiterbildungsangeboten. Die Lehrlingsakademie von ÖHV und Gewerkschaft vida findet 2011 bereits zum fünften Mal statt. Die 1.200 Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen mehr als 40.000 Mitarbeiter. Die gesamte Tourismus- und Freizeitwirtschaft sichert jeden 5. Vollarbeitsplatz.

Ab sofort nehmen die Gemeindeämter bzw. Magistrate Unterstützungserklärungen entgegen, damit das Volksbegehren zustande kommt. Diese Unterschrift zählt schon für die offizielle Eintragungswoche im Herbst, es muss also nicht zweimal unterschrieben werden. Nähere Informationen unter http://www.nichtsitzenbleiben.at