Ihre Halbjahresbilanz hat Mitte August die DZT (Deutsche Zentrale für Tourismus) veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass der deutsche Incoming-Tourismus in den ersten sechs Monaten 2026 trotz schwieriger Marktbedingungen (u.a. Iran-Krieg und die daraus resultierenden geopolitischen Verwerfungen) Zugewinne erzielen konnte. So stieg die Zahl der internationalen Übernachtungen auf 36,4 Mio. (+0,5 %).

Damit performte Deutschland aber um einiges schwächer als der österreichische Tourismus: Dessen Gäste aus dem Ausland nächtigten heuer um 1,3 % öfter als im ersten Halbjahr des Vorjahres. Insgesamt wurden zwischen Jänner und Juni 2026 in Österreich laut Statistik Austria knapp 59,92 Mio. internationale Nächtigungen verzeichnet. Wobei es in den ersten beiden Monaten der Sommersaison 2026 (also Mai und Juni) sogar ein Nächtigungsplus von 2,9 % gab.

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Auslastung & Gewinnmargen

Die Auslastung der Hotelbetriebe in Deutschland verbesserte sich im ersten Halbjahr 2026 nach Analysen des europäischen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens MKG Consulting, das 1985 in Frankreich gegründet wurde, ebenfalls um 1,2 Prozentpunkte auf 65,5 %. In der zweiten Jahreshälfte ist nach Einschätzung der DZT weiteres Wachstum möglich.

Für Österreich gibt es für heuer derzeit noch keine offiziell veröffentlichte Auslastungsquote internationaler Gäste. Details wird der Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der WKÖ (Wirtschaftskammer Österreich), Georg Imlauer, am kommenden Mittwoch beim „Sommer-Pressegespräch“ bekannt geben. Er wird dabei über die wirtschaftliche Lage der Betriebe ebenso sprechen wie zu zentralen Herausforderungen und Trends Stellung beziehen. Auch die Erwartungen für das weitere Tourismusjahr 2026 sowie die daraus resultierenden Forderungen der Branche kommen zur Sprache (T.A.I. wird berichten).

Laut MKG war die Auslastung der österreichischen Hotellerie im ersten Halbjahr 2026 aber „mengenmäßig gesund und nachfragestark.“ Die Hauptherausforderung für die Betriebe liegt laut MKG – genauso wie in Deutschland – „jedoch nicht in fehlenden Gästen, sondern darin, trotz der hohen Auslastung die Gewinnmargen gegenüber steigenden Betriebs- und Personalkosten abzusichern.“

Perspektiven für das dritte Quartal

Zurück nach Deutschland und der DZT: Laut deren Vorstandsvorsitzender Petra Hedorfer, hat die robuste Nachfrage aus dem Ausland im ersten Halbjahr 2026 die wirtschaftlichen Auswirkungen des Nahostkonflikts – darunter gestiegene Kerosin- und Kraftstoffpreise sowie den Rückgang der Flugkapazitäten nach Deutschland – weitgehend kompensiert.

Die Perspektiven für das zweite Halbjahr 2026 – vor allem für das dritte Quartal – sehen umso erfreulicher aus. Laut „DZT Travel Industry Expert Panel“ schätzen 46 % der Entscheider in der internationalen Reiseindustrie ihr aktuelles Deutschlandgeschäft positiv ein. Dies ist ein Plus von 21 % gegenüber dem vorherigen Quartal. Die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten bewerten 53 % positiv.

Dasselbe gilt für die Österreich Werbung (ÖW). Sie schätzt die Aussichten für die internationale Gästenachfrage im dritten Quartal 2026 (Hauptsommersaison Juli bis September) grundsätzlich positiv und robust ein. Allerdings sind sehr kurzfristige Buchungen zu erwarten: Bis zu 43 % der Sommergäste entscheiden sich erst im letzten Monat vor Reiseantritt.