Der stationäre Reisevertrieb schrumpft nicht überall, bei Ruefa wächst er sogar. Die Verkehrsbuero-Tochter plant die Übernahme sämtlicher Anteile an der Reisewelt GmbH. Kommt die Transaktion zustande, wächst das Ruefa-Netz laut Unternehmen auf insgesamt 100 Reisebüros. Rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Reisewelt und der Marke „Die Reiserei“ wären von der Zusammenführung betroffen.
Der Schwerpunkt liegt dabei9 klar in Oberösterreich. Von den 31 Standorten befinden sich 18 dort, dazu kommen jeweils vier im Burgenland und in Wien, drei in Salzburg sowie je ein Reisebüro in Niederösterreich und der Steiermark. Mitgekauft werden sollen auch das Gruppenreisegeschäft in Kooperation mit Blaguss in Wien und im Burgenland sowie die Flugabteilung. Das Gruppen- und Funktionärsreisegeschäft am Standort Linz wird dagegen herausgelöst und soll bei Raiffeisen Oberösterreich bleiben.
Die derzeitigen Eigentümer der Reisewelt sind die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich und Blaguss. Das Closing ist für Ende 2026 geplant, steht aber noch unter dem Vorbehalt der notwendigen kartellrechtlichen Freigabe. Für bereits gebuchte Reisen und ausgestellte Gutscheine soll sich nach Angaben des Unternehmens nichts ändern.
Interessant ist die Übernahme vor allem deshalb, weil Ruefa damit nicht auf einen Rückzug aus der Fläche setzt. Das Unternehmen kombiniert vielmehr größere Flagship-Stores in Städten mit regionalen Standorten sowie Videoberatung und digitalen Services. Das ist auch eine Antwort auf die Frage, welche Rolle das klassische Reisebüro in einem Markt spielen kann, in dem Flüge, Hotels und ganze Rundreisen längst mit wenigen Klicks buchbar sind.
Auch personell werden beide Unternehmen zusammengeführt: Ruefa-Geschäftsführer Michele Fanton soll künftig gemeinsam mit dem bisherigen Reisewelt-Geschäftsführer Felix König die Führung übernehmen.
