Noch zu Jahresbeginn sprach das NTTO (National Travel and Tourism Office – es ist Teil des US-Handelsministeriums) von einem Anstieg der internationalen Besucherankünfte 2026 von voraussichtlich +10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was rund 75,26 Mio. internationale Gäste bedeutet hätte. Doch in der ersten Jahreshälfte 2026 lagen die internationalen Besucherzahlen um -4,3 % unter dem Vorjahresniveau.

Der bisherige Rekord wurde 2018 mit 79,8 Mio. erzielt, 2024 kamen bereits wieder mehr als 72,4Mio. internationale Gäste. Doch deren Zahl war im Vorjahr bereits auf 68,3 Mio. rückläufig. Heuer dürften es um die 65,33 Mio. werden.

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Auch ex Österreich entwickeln sich die USA-Reisen 2026 rückläufig. Auch wenn die USA ein bedeutendes Fernreiseziel bleiben, zeigen die Buchungs- und Marktindikatoren eine klare Abkühlung. Aus Deutschland gab es im ersten Halbjahr 2026 ein Minus von -14,2 %, aus der Schweiz liegen die USA-Reisen bei −16,5 %.

Rückgänge fast von überall

Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig. Politische Spannungen mit wichtigen Herkunftsländern (Kanada, Mexiko, Europa etc.), eine schärfere Rhetorik der Administration gegenüber Ausländern und Sorgen über Einreisebestimmungen haben das Bild der USA als Reiseziel verändert.

Besonders deutlich zeigt sich das bei Reisenden aus Kanada (im Vorjahr 16,02 Mio.), dem zweitwichtigsten Herkunftsland der US-Besucher (auf Platz 1 rangierte 2025 Mexiko mit 17,97 Mio. Reisenden). Laut der staatlichen Marketingorganisation „Visit Florida“ verzeichnete Florida 2025 einen Rückgang der kanadischen Besucherzahlen um -7,0 %. Die Schwesterorganisation „Visit California“ schätzte, dass die Zahl der kanadischen Besucher im „Golden State“ sogar um -20 % zurückgegangen ist.

Doch auch in Europa hat die Attraktivität der USA als Reiseland gelitten: Deutschland rutschte im Vorjahr um einen Patz nach hinten und landete bei 1,77 Mio. (2024 waren es noch 2,0 Mio.).

Rund 26,6 Mrd. US-Dollar weniger Tourismuseinnahmen

Aus dem erwarteten Rekordjahr 2026 ist also ein Milliardenloch geworden. Für die amerikanische Tourismusbranche ist das eine Katastrophe. Internationale Gäste lassen Geld in Hotels, Restaurants, Casinos, Geschäften, Freizeitparks und bei Fluggesellschaften.

Wie groß die finanzielle Lücke tatsächlich ist, lässt sich nur grob abschätzen. 2025 wurden laut WTTC (World Travel & Tourism Council) rund 2.580 US-Dollar pro Besucher erzielt. Überträgt man diese Ausgaben auf die fast 10 Mio. Besucher:innen, die gegenüber der Prognose von Anfang dieses Jahres heuer wahrscheinlich fehlen, ergibt sich für 2026 eine Größenordnung von rund 26,6 Mrd. US-Dollar an potenziell entgangenen Tourismuseinnahmen (T.A.I. ging in ihren Berechnungen vom Halbjahresminus in Höhe von -4,3 % für das Gesamtjahr aus).

Für die US-Wirtschaft ist das besonders schmerzhaft. Sollte sich der Rückgang bewahrheiten, würden die Einnahmen der „U.S. Travel and Tourism Exports“ um 10,6 % weniger werden (2025 beliefen sie sich laut NTTO auf rund 250 Mrd. Dollar).

Dies trifft auch ganze Regionen und Städte, die stark vom internationalen Tourismus abhängen. Fünf Bundesstaaten vereinten im Jahr zuletzt Ausgaben vor fast 59 % der Gesamtausgaben ausländischer Besucher auf sich.

US-Minus trotz weltweitem Reiseboom

Fest steht, dass die US-Tourismusbranche 2026 an einem entscheidenden Wendepunkt steht. Während die Nachfrage nach Inlandsreisen wieder anstieg (70 % der Amerikaner geben an, ihre Reiseaktivitäten beibehalten oder ausweiten zu wollen), ist der Rückgang bei den Ankünften internationaler Gäste deutlich.

Dies trifft die USA besonders hart, denn der internationale Tourismus verzeichnet aktuell einen weltweiten Reiseboom. Amerikanische Analysten führen dies vor allem auf den „Trump-Effekt“, zurück. Da die Daten für 2026 auf einen weiteren Rückgang hindeuten, könnte der Einbruch gravierender ausfallen, als offizielle Berichte vermuten lassen – und er ist noch lange nicht vorbei.