Vor allem die Monate März und April sind demnach in puncto Nachfrage herausfordernd, so die Geschäftsführerin der Tirol Werbung, Karin Seiler. Gemeinsam mit Landesrat Mario Gerber und dem Vorstandsmitglied des „Verbandes der Tiroler Tourismusverbände“, Adrian Siller, gab sie Ende Oktober dieses Jahres einen Ausblick auf den bevorstehenden Winter sowie einen Rückblick auf die zu Ende gehende Sommersaison.

Den verhaltenen Ausblick auf die Saison 2026/2027 untermauert auch das „Preis- und Buchungsmonitoring“ der Tirol Werbung, das für die beiden Monate März und April eine Nachfrage unter dem Wert des vergangenen Winters ausweist. „Das Reiseverhalten ändert sich. Trotz vielfach bester Pistenbedingungen im Spätwinter orientieren sich viele Menschen zu dieser Zeit bereits in Richtung Sommeraktivitäten und wärmere Gegenden“, bringt es Landesrat Gerber auf den Punkt.

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Wertschöpfung geringer als Inflation

Für den zu Ende gehenden Sommer ist Tirols Anziehungskraft als Reiseziel hingegen ungebrochen. Nach fünf von sechs Monaten der aktuellen Saison (das Sommerhalbjahr endet am 31. Oktober) weist die Tourismusstatistik mit 21,4 Mio. Übernachtungen (+2,8 %) eine positive Bilanz aus. Die Ankünfte sind sogar um 4,8 % auf 6,2 Mio. gewachsen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist im bisherigen Sommer auf 3,4 Tage (-0,1 Tage) gesunken.

Mit der aktuellen Nächtigungsbilanz nähert sich das Ergebnis den Werten aus den frühen 1990er-Jahren. Denn in der bisher nächtigungsstärksten Sommersaison Tirols, jener von 1991, standen für den Zeitraum Mai bis September 21,8 Mio. Nächtigungen zu Buche.

Gestiegen ist die Wertschöpfung, die nach einer ersten Berechnung des MCI Tourismus für die diesjährige Sommersaison 2,7 Mrd. Euro beträgt. Das kommt gegenüber dem Vorjahr einem realen Wachstum von 2,4 % gleich. Dies liegt allerdings unter der Inflationsrate, die im Sommer (Mai bis einschließlich September) 3,3 % erreichte. Für Tirols Tourismuslandesrat Mario Gerber gibt es deshalb „Potenzial bei der Wertschöpfung“.

Getragen wurde das Wachstum in der zu Ende gehenden Sommersaison von den Kernmärkten. Deutsche Gäste verbrachten 12,2 Mio. Nächte in Tirol (+2,0 %), gefolgt von Österreich mit 2,0 Mio. Nächten (+1,5 %). Deutlich gewachsen ist der niederländische Markt, und zwar auf 1,8 Mio. Übernachtungen (+9,8 %). Unter den Top-5-Herkunftsmärkten befinden sich auch die Schweiz (1,0 Mio. Übernachtungen, +2,5 %) sowie Belgien (630.000 Nächtigungen, +1,8 %).

Spätwinter und qualitative Entwicklung

In Zukunft sollen vor allem die Randzeiten gezielt gestärkt werden. Die Tirol Werbung hat dazu unter dem Titel „Attraktiver Ganzjahrestourismus“ ein Projekt gestartet. Unter anderem soll auch dem Spätwinter mehr Schwung verliehen werden. „17 TVBs, vor allem aus dem Tiroler Unterland, arbeiten aktiv daran mit und entwickeln passende Angebote“, berichtet Karin Seiler. Darüber hinaus sind in der „neuen Märkte- und Internationalisierungsstrategie“ konkrete Maßnahmen enthalten, um diesen Zeitraum zu forcieren. „Unter dem Titel ,Winter verlängern‘ setzen wir beispielsweise gemeinsam mit acht TVBs eine zusätzliche Kampagne für die Monate März bis Mai um, um die Nachfrage für diesen Zeitraum zu fördern“, so Seiler.