Tirol steuert auf eines der besten Sommerergebnisse seiner Geschichte zu. Von Mai bis September 2026 wurden 21,4 Millionen Nächtigungen gezählt, ein Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nur 1991 lag die Zahl im selben Zeitraum mit 21,8 Millionen höher. Die endgültige Sommerbilanz steht erst nach Abschluss des Oktobers fest. Die Ankünfte stiegen um 4,8 Prozent auf 6,2 Millionen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 3,4 Tagen und damit um 0,1 Tag unter dem Vorjahreswert. Auch wirtschaftlich fällt die bisherige Bilanz positiv aus: Nach einer ersten Berechnung des MCI Tourismus beträgt die touristische Wertschöpfung 2,7 Milliarden Euro, real um 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Tourismuslandesrat Mario Gerber führt die positive Entwicklung insbesondere auf Investitionen in Unterkünfte, Sommerbergbahnen, Wanderwege und Bikeparks zurück. Bei der Wertschöpfung sieht er weiteres Potenzial: „Da gilt es, den Sommer stärker in Wert zu setzen.“ Die durchschnittlichen Tagesausgaben der Urlaubsgäste liegen im Sommer bei 179 Euro, im Winter bei 237 Euro, jeweils ohne Anreise.

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Deutschland bleibt der wichtigste Markt, Niederlande stark

Deutschland ist mit 12,2 Millionen Nächtigungen und einem Plus von zwei Prozent weiterhin der wichtigste Herkunftsmarkt. Aus Österreich wurden zwei Millionen Nächtigungen registriert, um 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark legten die Niederlande zu: 1,8 Millionen Nächtigungen entsprechen einem Zuwachs von 9,8 Prozent. Die vier wichtigsten Märkte Deutschland, Österreich, Niederlande und Schweiz stehen laut Tirol Werbung für rund 80 Prozent aller Nächtigungen. Geschäftsführerin Karin Seiler kündigt eine neue Märkte- und Internationalisierungsstrategie an. Sie soll gezielt wertschöpfungsstarke Gäste ansprechen, die Abhängigkeit von einzelnen Märkten verringern und saisonale Spitzen entzerren.

Saisonbilanz
Tirol Tourismus 2026

Tirol kratzt am Sommerrekord – der Spätwinter schwächelt

Von Mai bis September steigen Nächtigungen, Ankünfte und touristische Wertschöpfung. Schwächer fällt dagegen der Blick auf März und April im kommenden Winter aus.
Nächtigungen
21,4 Mio.
Mai bis September 2026, plus 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Ankünfte
6,2 Mio.
Plus 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Touristische Wertschöpfung
2,7 Mrd. €
Real plus 2,4 Prozent laut erster Berechnung des MCI Tourismus.

Sommer 2026 in vier Punkten

Fast Rekord

21,4 Mio. Nächtigungen

1991: 21,8 Mio.
Nur 1991 lag die Zahl im Zeitraum Mai bis September noch höher.
Durchschnitt

3,4 Tage

minus 0,1 Tag
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt um 0,1 Tag unter dem Vorjahr.
Top-Markt

Deutschland

12,2 Mio.
Plus 2,0 Prozent und damit klar wichtigster Herkunftsmarkt.
Stärkstes Plus

Niederlande

1,8 Mio.
Die Nächtigungen steigen um 9,8 Prozent.

Wichtigste Herkunftsmärkte

1
Deutschland
12,2 Mio. Nächtigungen | plus 2,0 %
2
Österreich
2,0 Mio. Nächtigungen | plus 1,5 %
3
Niederlande
1,8 Mio. Nächtigungen | plus 9,8 %

Der Winter macht mehr Sorgen

Buchungslage

72 % zufrieden oder sehr zufrieden

Vorjahr: 82 %
Das Tourismusbarometer zeigt vor dem Winter eine schwächere Stimmung als im Vorjahr.
Spätwinter

März und April unter Vorjahr

Monitoring Tirol Werbung
Preis- und Buchungsmonitoring weist für beide Monate eine niedrigere Nachfrage aus.

So reagiert die Tirol Werbung

Projekt

Attraktiver Ganzjahrestourismus

17 Verbände
Tourismusverbände entwickeln neue Angebote für die Randzeiten.
Kampagne

Winter verlängern

8 Verbände
Gemeinsame Maßnahmen sollen die Nachfrage zwischen März und Mai beleben.
Quelle: Tirol Werbung, Presseaussendung vom 22.10.2026; erste Berechnung des MCI Tourismus.
Angaben laut veröffentlichter Aussendung. Die touristische Wertschöpfung ist nicht mit Einnahmen gleichzusetzen.
Stand: 27.10.2026

Weniger erfreulich fällt der Blick auf den kommenden Winter aus. Laut Tourismusbarometer sind 72 Prozent der befragten Betriebe mit ihrer Buchungslage zufrieden oder sehr zufrieden. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 82 Prozent. Besonders März und April bereiten Sorgen. Das Preis- und Buchungsmonitoring der Tirol Werbung weist für diese beiden Monate eine Nachfrage unter dem Niveau des vergangenen Winters aus. Gerber verweist auf ein verändertes Reiseverhalten im Spätwinter. Trotz häufig guter Pistenbedingungen würden sich viele Urlauber zu dieser Zeit bereits für Sommeraktivitäten und wärmere Reiseziele interessieren.

Tourismuslandesrat Mario Gerber, Geschäftsführerin der Tirol Werbung Karin Seiler und Vorstandsmitglied Verband der Tiroler Tourismusverbände Adrian Siller (v.l.)
Tourismuslandesrat Mario Gerber, Geschäftsführerin der Tirol Werbung Karin Seiler und Vorstandsmitglied Verband der Tiroler Tourismusverbände Adrian Siller (v.l.) © Tirol Werbung / Franz Oss

Die Tirol Werbung versucht deshalb, die Randzeiten gezielt zu stärken. Im Projekt „Attraktiver Ganzjahrestourismus“ entwickeln 17 Tourismusverbände, vor allem aus dem Tiroler Unterland, entsprechende Angebote. Zusätzlich startet unter dem Titel „Winter verlängern“ eine gemeinsame Kampagne mit acht Tourismusverbänden. Sie soll die Nachfrage zwischen März und Mai beleben.