Für den Alpine Destination Report 2027 (pdf-Download) hat die Prodinger-Gruppe die Wettbewerbsfähigkeit von 26 österreichischen Bergdestinationen untersucht. An der Spitze steht Lech Zürs/Warth-Schröcken, gefolgt von Kitzbühel. Den dritten Rang teilen sich das Ötztal und St. Anton am Arlberg. Dahinter liegen Zell am See-Kaprun, Saalbach Hinterglemm, Paznaun-Ischgl, Tux-Finkenberg und das Gasteinertal, den zehnten Platz teilen sich Obertauern und der Wilde Kaiser. Im Vorjahresbericht hatte noch das Ötztal das Gesamtranking angeführt. Direkt vergleichbar sind die Ausgaben allerdings nur bedingt, denn das Modell wurde seither weiterentwickelt.

Über das Ergebnis entscheidet vor allem die Gewichtung. Preisniveau und Attraktivität gehen mit jeweils 40 Prozent in die Gesamtwertung ein, Angebot und Nachfrage mit 20 Prozent. Die Autoren begründen das mit der Annahme, dass langfristige Wettbewerbsfähigkeit nicht allein von der Zahl der Gäste abhängt, sondern ebenso von Marktposition und Qualität des Angebots. Autor Thomas Reisenzahn fasst das Ergebnis so zusammen: „Eine hohe Zahl an Gästen und Nächtigungen allein ist noch kein Garant für eine führende Wettbewerbsposition.“ Wie stark das Modell wirkt, zeigen die Einzelwertungen. Lech Zürs führt bei Preisniveau und Attraktivität, bei Angebot und Nachfrage reicht es nur für Platz 24. Kitzbühel kommt dort auf Rang 21, liegt beim Preisniveau aber auf Platz zwei und bei der Attraktivität auf Platz drei. Umgekehrt verhält es sich bei Zell am See-Kaprun: Die Region führt bei Angebot und Nachfrage, landet beim Preisniveau auf Rang 15 und im Gesamtranking auf Platz fünf. Noch deutlicher ist der Fall Seefeld, das bei Angebot und Nachfrage Zweiter ist und insgesamt auf Platz 19 liegt. Das Ötztal erreicht seinen Podestplatz laut Report mit einer vergleichsweise ausgewogenen Bewertung über alle drei Dimensionen.

Alpine Destination Report 2027
Alpine Destination Report 2027 © Alpine Destination Report 2027

Beim Preisniveau setzen sich die Premiumorte klar ab. Hinter Lech Zürs und Kitzbühel folgen Serfaus-Fiss-Ladis, Paznaun-Ischgl und St. Anton am Arlberg. Die Kategorie stützt sich auf sechs Indikatoren. Die Übernachtungspreise zählen 35 Prozent und der Umsatz pro Bett 25 Prozent. Mit je zehn Prozent gehen der Umsatz je Kreditkartentransaktion, die Preise für Tagesskipässe, das Gehaltsniveau und die Baulandpreise ein. Lech Zürs liegt vor allem bei Übernachtungspreisen, Bettumsatz und Kreditkartenumsätzen vorn. Was daraus für die Betriebe folgt, relativiert Marco Riederer von der Prodinger-Gruppe: „Ein höheres Preisniveau eröffnet Beherbergungsbetrieben grundsätzlich größere Umsatzpotenziale und zusätzliche Spielräume zur Finanzierung von Qualität, Personal und Investitionen. Entscheidend bleibt jedoch, in welchem Verhältnis die erzielten Erlöse zu den tatsächlichen Betriebs- und Investitionskosten stehen.“ Hohe Übernachtungspreise sind demnach nicht mit höheren Gewinnen gleichzusetzen. Sie zeigen aber, wie ein Ort am Markt positioniert ist und wie viel Gäste zu zahlen bereit sind.

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Destinationsranking
Alpine Destination Report 2027

Lech führt – Tirol dreimal auf dem Podest

26 österreichische Bergdestinationen im Vergleich: Preisniveau und touristische Attraktivität bestimmen 80 Prozent des Gesamtrankings.
Untersuchte Destinationen
26
Österreichische Bergdestinationen im Vergleich.
Preisniveau
40 %
Gewichtung im Gesamtranking.
Touristische Attraktivität
40 %
Gewichtung im Gesamtranking.

Das Gesamtranking

1
Lech Zürs/Warth-Schröcken
2
Kitzbühel
3
Ötztal
ex aequo
3
St. Anton am Arlberg
ex aequo
5
Zell am See-Kaprun
6
Saalbach Hinterglemm
7
Paznaun-Ischgl
8
Tux-Finkenberg
9
Gasteinertal
10
Obertauern
ex aequo
10
Wilder Kaiser
ex aequo

So setzt sich die Gesamtwertung zusammen

Preisniveau
40 %
Touristische Attraktivität
40 %
Angebot & Nachfrage
20 %

Was die Teilrankings zeigen

Gesamtsieger

Lech Zürs

1 / 1 / 24
Rang 1 bei Preisniveau und Attraktivität, aber Rang 24 bei Angebot & Nachfrage.
Gesamtplatz 2

Kitzbühel

21
Rang 21 bei Angebot & Nachfrage – trotzdem Zweiter im Gesamtranking.
Gesamtplatz 5

Zell am See-Kaprun

1 / 15
Rang 1 bei Angebot & Nachfrage, Rang 15 beim Preisniveau.
Quelle: Prodinger Tourismusberatung, Alpine Destination Report 2027, Presseaussendung vom 27.10.2026 (OTS).
Gleichstände sind im Gesamtranking ausgewiesen. Angaben beziehen sich auf die veröffentlichte Presseaussendung.
Stand: 27.10.2026

Bei der Attraktivität dominiert der Arlberg: Lech Zürs liegt vor St. Anton, es folgen Kitzbühel und Zell am See-Kaprun, Rang fünf teilen sich Saalbach Hinterglemm und die Turracher Höhe. Bewertet werden die durchschnittliche Höhenlage des größten Skigebiets, die präparierten Pistenkilometer und KI-gestützt ausgewertete Gästebewertungen. Hinzu kommen die Tourismusintensität und der Anteil an Zweitwohnsitzen. Das größte Gewicht haben mit 25 Prozent die Betriebstage von Skigebieten oberhalb von 1.000 Metern Seehöhe. Höhenlage und tatsächliche Saisondauer gewinnen laut Report mit der Erderwärmung an strategischer Bedeutung. In der Kategorie Angebot und Nachfrage führt Zell am See-Kaprun vor Seefeld, Schladming-Dachstein, der Ersten Ferienregion im Zillertal und dem Gasteinertal. Fünf Indikatoren gehen mit jeweils 20 Prozent ein: Nächtigungen, Bettenauslastung, Nächtigungsentwicklung im Verhältnis zum Bettenangebot, Saisonalität und die Verteilung auf die drei wichtigsten Herkunftsmärkte. Ein wachsendes Bettenangebot verbessert die Wirtschaftlichkeit nach Einschätzung der Autoren nicht automatisch, wenn die Nachfrage nicht mitwächst. Angesichts steigender Bau-, Finanzierungs-, Energie- und Personalkosten rücke der Ertrag der Infrastruktur gegenüber reinem Mengenwachstum in den Vordergrund.

Ihre Ergebnisse verstehen die Autoren als relative Standortbewertung. Eine einzelbetriebliche Rentabilitätsanalyse ersetzt der Report ausdrücklich nicht, eine Prognose für die kommende Wintersaison ebenso wenig. Grundlage sind unter anderem Daten von Statistik Austria, den Statistikabteilungen der Länder und des Kreditkartenanbieters Card Complete.