Die digitale Übertragung ist aus gutem Grund dem Bericht vorangestellt. Denn im Rahmen des „Aktionsplans“, der je fünf Maßnahmen für die fünf Handlungsfelder der „Vision T“ anführt, nimmt die Digitalisierung breiten Raum ein. Die „Vision T“ – eine Fortsetzung des „Plan T“ – soll bis 2035 umgesetzt werden. Neu ist die Konkretisierung der Ziele, die damit erreicht werden sollen. Diese Ziele für den Tourismus umfassen folgende Punkte:
- Erhöhung des Nebensaisonanteils an den Nächtigungen auf über 60 % (im Vorjahr lag er bei 53 %),
- Erhöhung der realen (also preisbereinigten) Wertschöpfung auf 25 Mrd. Euro (2025 lag sie bei 22,8 Mrd. Euro) und …
- Ausbau auf 160.000 Ganzjahresbeschäftigte (2025 waren es rund 135.000).
„Wir wollen mit der ‚Vision T‘ erreichen, dass der Wirtschaftsmotor Tourismus weiter funktioniert“, betonte Elisabeth Zehetner. Denn, so die Tourismus-Staatssekretärin weiter, „wir sehen die aktuellen Zahlen zwiespältig, weil in der Qualitätshotellerie die Margen seit 2020/2021 von 30 % auf 20 % gesunken sind.“
25 Maßnahmen, die bis Ende 2027 umgesetzt werden
Die fünf Handlungsfelder bestehen aus „Wirtschaftskraft & Resilienz“ (laut Elisabeth Zehetner „der Fokus des Wirtschaftsministeriums“), „Arbeitsmarkt & Fachkräfte“, „Innovation & Digitalisierung“, „Ressourcen & Verantwortung“ sowie „Mehrwert & Mitgestaltung“. Im „Aktionsplan 2026/2027“ wurden jeweils fünf Maßnahmen für diese fünf Handlungsfelder definiert, die bis Ende kommenden Jahres umgesetzt werden sollen.
Im Bereich „Wirtschaftskraft & Resilienz“ werden etwa in den kommenden Monaten die Richtlinien der OeHT (Österreichische Hotel- und Tourismusbank) überarbeitet. Für die Landgastronomie (rund 17 % des Gesamtumsatzes der Gastronomie) wird eine Studie erstellt, von der Elisabeth Zehetner „maßgebliche Ergebnisse erwartet, die uns helfen, dem Sterben der Landgastronomie entgegenzuwirken“.
Im Handlungsfeld „Arbeitsmarkt & Fachkräfte“ sollen die Menschen „auf die vielfältigen Möglichkeiten, die der Tourismus bietet, aufmerksam gemacht werden. Es ist eine super Einstiegsbranche für Jugendliche und für Wiedereinsteiger.“ Von den aktuell rund 250.000 Beschäftigten im Tourismus (Achtung: Diese Zahl darf nicht mit jener der Ganzjahresbeschäftigten verwechselt werden, da sie auch Teilzeitbeschäftigte etc. enthält) sind 17.000 unter 20 Jahre alt, aber nur 2.000 älter als 65 Jahre. Elisabeth Zehetner: „Wir wollen den Tourismus für jede Alters- und Lebensphase attraktiv machen.“
„Herzensangelegenheit“ der Tourismus-Staatssekretärin
Im Bereich „Innovation & Digitalisierung“ geht es vor allem um den richtigen Einsatz der KI (Künstliche Intelligenz). Laut Elisabeth Zehetner haben im Vorjahr 34 % der Winterreisenden KI für ihren Österreich-Urlaub herangezogen, bei der „Generation Z“ (Bevölkerungsgruppe, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurde) waren es sogar 47 %. Bezüglich „Ressourcen & Verantwortung“ geht es u. a. um die weitere Zertifizierung österreichischer Tourismusdestinationen mit dem Umweltzeichen (aktuell sind 21 zertifiziert). Im Handlungsfeld „Mehrwert & Mitgestaltung“ wird – als „Herzensangelegenheit“ von Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner – ein Jugendschwerpunkt gesetzt. Elisabeth Zehetner: „Laut einer Studie der ÖHV (Österreichische Hotelvereinigung) aus 2025 wollten nur knapp 27 % der Praktikant am Ende ihrer Tourismusschulen im Tourismus bleiben. Wir müssen das Image des Tourismus aufwerten.“
Der aktuelle Aktionsplan rund um die „Vision T“ gilt bis Ende 2027. Er soll künftig jährlich erneuert und rund um die Herbstferien publiziert werden.
