Bei der vom NIT (Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa) durchgeführten Befragung wurden 10 europäische Märkte untersucht. Wie im Vorjahr waren Österreich, Deutschland, die Deutschschweiz, die Niederlande, Flandern in Belgien, Dänemark, UK (Großbritannien), Polen und Tschechien mit dabei. Neu war heuer die Slowakei, welche Frankreich ablöste.

Der Grund: Beide Länder hatten 2025/2026 nahezu dasselbe Aufkommen an Winter-Nächten (Frankreich kam auf 687.000 Übernachtungen, die Slowakei auf knapp 604.000), doch während die „Grande Nation“ in den zurückliegenden Jahren ein Minus schrieb (im Winter vor zwei Jahren -1,7 % und im vorigen Winter -2,2 %), legte die Slowakei kontinuierlich zu (zunächst +2,7 % und dann +1,2 %).

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Ansonsten blieb alles wie gewohnt: Die Umfragen wurden Ende August/Anfang September durchgeführt, je 1.000 Personen zwischen 18 und 75 Jahren wurden online befragt. Auf die untersuchten Märkte entfielen im Winter 2025/26 insgesamt 79 % aller Ankünfte in Österreich. Die ÖW als Auftraggeberin der Studie stellt dem österreichischen Tourismus Basisinformationen zur Studie kostenlos zur Verfügung.

Kaufkräftige Nachfrage ist vorhanden

Die Ergebnisse: Fast 16 Mio. Menschen (Vorjahr 16,5 Mio.) planen fix ihren Winterurlaub in Österreich, weitere gut 10 Mio. ziehen Österreich in Betracht. Allerdings entscheiden die Gäste kurzfristiger als im Vorjahr – ein Trend, der sich wie ein roter Faden durch die seit dem Iran-Krieg geprägte Reisewirtschaft zieht. Rund 36 % beginnen erst zwei bis vier Wochen vor der Abreise mit der Planung, 13 % sogar erst in der letzten Woche.

Für Bundesspartenobfrau Tourismus Susanne Kraus-Winkler bleibt entscheidend, „die gestiegenen Kosten bestmöglich über die Preise abzudecken.“ Die größten Herausforderungen bleiben nämlich die steigenden Betriebskosten und der Preisdruck.

Das Urlaubsbudget wird trotzdem zum Großteil weiterwachsen. Nur 11 % der Befragten wollen weniger für Urlaub ausgeben, mehr als ein Drittel plant höhere Ausgaben. Das ist erfreulich und deckt sich mit den Ergebnissen der vorjährigen Studie, als die Mehrheit der Winterreisenden in der Saison 2025/2026 gleich viel oder sogar mehr für ihre Reisen ausgeben wollte.

Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner ist über diese Umfragedetails mehr als erfreut: „Die Studie zeigt: Kaufkräftige Nachfrage ist da.“ Allerdings gelte es, „daraus zusätzliche Buchungen und eine längere Wintersaison zu machen. Jede zusätzliche gut gebuchte Woche stärkt unsere Familienbetriebe.“

Erwartetes Ankünfte-Plus aus den 10 Märkten

Das grundsätzliche Interesse an Winterurlaub in Österreich wächst jedenfalls: In Großbritannien kommt Österreich für 56 % der Winter-Reiseplanenden infrage (Vorjahr: 47 %), in Polen für 55 Prozent (Vorjahr: 49 %). Für den Winter 2026/27 prognostiziert die ÖW insgesamt 21,7 Mio. Ankünfte (+1,5 %) bzw. 17,1 Mio. aus den 10 befragten Märkten, was für diese Länder ein Plus von 1 % bedeuten würde. Astrid Steharnig-Staudinger: „Der Winter ist und bleibt eine österreichische Stärke.“

Bezüglich der Nächtigungen ist die ÖW vorsichtig. Es dürften aber rund 63,1 Mio. aus den 10 befragten Märkten werden, was ein Plus von 1,1 % bedeuten würde.

Zusätzliches Potenzial zeigt die Studie bei Begleitpersonen im Skiurlaub (im Vorjahr ging es um das Interesse der Ski-/Snowboardurlauber:innen). Diese Begleiter:innen fahren selbst nicht Ski, kommen aber mit Familie oder als Freund:innen mit. In Deutschland trifft das auf 42 % jener zu, die einen Skiurlaub planen. Für diese Gäste-Zielgruppe braucht es eigene Angebote, denn sie suchen laut Astrid Steharnig-Staudinger „vor allem Spaziergänge in der Natur, Wandern und Entspannung.“

Medienoffensive für den Sonnenskilauf

Dies ist nicht die einzige Besonderheit. Auch der Spätwinter (Stichwort: Sonnenskilauf) hat es in sich. Rund 11 Mio. Menschen aus den 10 befragten Märkten fahren im März und April Ski, 6 Mio. sogar ausschließlich dann. Von jenen, die im Jänner oder Februar Ski fahren, nutzen bisher nur gut 10 % auch den Spätwinter für einen Skiurlaub. „Wir sollten aufhören, den Spätwinter wie einen Nachsatz zu behandeln“, so die ÖW-Chefin.

Ab Februar 2027 bewirbt die ÖW gemeinsam mit Partnern aus der österreichischen Tourismusbranche deshalb gezielt den Spätwinter. Geplant ist dabei eine Medienoffensive in Deutschland, Polen und Tschechien.

Ob es sich am Ende für ein Plus ausgeht, wird sich weisen. Die Vorzeichen sind jedenfalls gut.