Teuer ist nicht immer das Problem
Hotels scheitern selten an den Kosten, sondern an der Führung. Die ÖHV reagiert darauf mit einem Kurs, der Hoteliers betriebswirtschaftlich fitter machen soll.
Die vergangenen Jahre waren für Hoteliers wirtschaftlich alles andere als einfach. Umso überraschender ist ein Befund der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT): Kostensteigerungen sind nur in rund sieben Prozent der Fälle der Hauptauslöser für Unternehmenskrisen im Tourismus.
Was zunächst kontraintuitiv klingt, verweist auf einen heiklen, aber zentralen Punkt: Viele Hotels geraten nicht wegen externer Belastungen in Schieflage, sondern wegen interner Schwächen in der Betriebsführung. Die Kostensteigerungen hätten alle Betriebe getroffen, und die meisten davon gibt es noch, sagt Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV). Der entscheidende Unterschied liege darin, wie professionell Betriebe mit diesen Rahmenbedingungen umgehen. Denn die Führung von Hotels ist komplexer geworden: Energie, Personal, Waren, Finanzierung, Ortstaxen und Preisakzeptanz müssen gleichzeitig im Blick behalten werden.
Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer seine Zahlen kennt, realistisch kalkuliert und strategisch investiert, kann auch bei steigenden Kosten stabil bleiben. Wer hingegen auf Bauchgefühl, Gewohnheit oder externe Hilfe allein setzt, läuft Gefahr, schleichend den Überblick zu verlieren. Ein wiederkehrendes Muster in Krisenbetrieben ist fehlendes oder unzureichendes Controlling. Budgets werden nicht laufend überprüft, F&B-Kosten nicht konsequent gesteuert, Investitionen ohne langfristige Finanzierungsstrategie getätigt. Die Folgen zeigen sich oft erst spät (dann aber umso drastischer).
Genau hier setzt die Unternehmerakademie der ÖHV an, die seit Jahrzehnten auf betriebswirtschaftliche Qualifizierung im Hotelbereich fokussiert. Im Mittelpunkt stehen Themen, die im operativen Alltag gerne zu kurz kommen, für die wirtschaftliche Stabilität aber entscheidend sind: Kosten- und Erlösstrukturen, Preisgestaltung, Liquiditätsplanung, Finanzierung und Investitionsentscheidungen.




