1. Keine falschen Versprechen

Der wichtigste Tipp zum Thema Schlaf: nichts versprechen, was sich nicht halten lässt! „In der Werbung mit ‚traumhaftem Schlaf‘ oder ähnlichen Formulierungen zu arbeiten, ist verlockend, aber wenig seriös. Auf den größten Faktor, der für guten Schlaf verantwortlich ist – die körperliche und geistige Verfassung des Gastes – hat das Hotel keinen Einfluss. Geworben werden darf damit, die Voraussetzungen für eine gute Nacht individuell zu optimieren.“

2. In Betten investieren

Ein Hotelbett ist der Mittelpunkt eines Hotelzimmers und sollte auch bei Investitionen im Mittelpunkt stehen. „Die Grundausstattung eines Bettes sollte in jeder Hotelkategorie stimmen. Das beginnt mit Oberbetten sowie Wäsche und Laken, geeigneten Kopfkissen und Matratzen samt Unterfederung, damit die Physik ihre Arbeit leisten kann und der Körper anatomisch richtig zu liegen kommt.“

3. Betten optimieren

Klar ist: Ein Bett kann nie allen Gästen gleichermaßen gerecht werden. Zu unterschiedlich sind Körper und Schlafgewohnheiten. „Was hilft, ist eine ergänzende Auswahl, seien es leichtere oder wärmere Zudecken, Kissenmenü oder Topper für mehr Softheit auf der Matratze. Wer beim Bett klug investiert, kann seinen Gästen sogar verstellbare bieten, womit die Liege- und Schlafpositionen des Körpers sinnvoll verändert werden kann, wie auch die gefühlte Festigkeit der Matratze.“

4. Licht oder Lärm vermeiden

Störende Faktoren können Schlaf verhindern. Große Problemfaktoren sind Licht oder Lärm, auf die Gäste mal mehr, mal weniger sensibel reagieren. „Wo aus baulichen Gründen keine Vollverdunkelung möglich ist oder ein gewisser Geräuschpegel nicht unterschritten werden kann, lassen sich Defizite durch Hilfsmittel wie Schlafmaske oder Ohrstöpsel ausgleichen. Dabei auf Details achten, wie zum Beispiel blaues Licht im Standby-Modus des Bildschirms. Dieses langwellige Licht kann selbst bei geschlossenen Augen zu Schlafstörungen führen.“

5. Raumgerüche neutralisieren

Sobald ein Gast ein Hotelzimmer betritt, nimmt er den Geruch des Raumes auf. Der ihn, wenn es schlecht läuft, auch im Schlaf begleitet. „Sinnesorgane arbeiten auch im Schlaf. Dazu gehört der Geruchssinn, der alle unbekannten Gerüche als Gefahr und alle unangenehmen auch als unangenehm wahrnimmt. Das kann den Schlaf negativ beeinträchtigen, weshalb Zimmer und Bett neutral riechen sollten. Raumdüfte & Co. sind gut gemeint, kommen aber unterschiedlich gut an.“

6. Klima regulieren

Zu warm oder zu kalt? Die Raumtemperatur hat großen Einfluss auf den Schlaf. „In Abhängigkeit von Jahreszeit und baulichen Gegebenheiten sollte über Oberbett, Öffnen der Fenster, Ventilatoren oder dem Betrieb einer Klimaanlage auf Wärme und Luftaustausch Einfluss genommen werden können. Dazu gehört, jene Produkte aus dem Bett zu verbannen, die nicht ausreichend dampfdurchlässig sind, zum Beispiel Matratzenschutzbezüge aus Kunststoff (Encasings), die einen Schwitzeffekt hervorrufen. Denn dann kann die Haut nicht richtig atmen, was den Schlaf unterbrechen oder sogar unmöglich machen kann.“

7. Hygiene garantieren

Ein Gast merkt sofort, wie reinlich ein Zimmer ist. Hygiene im Bett ist ein Muss. Die Wahrnehmung sauberer Betten schafft ein gutes und sicheres Gefühl und sorgt für einen besseren Schlaf. „Was das aktuell höchste Hygieneniveau ist, lässt sich im Kriterienkatalog zur Hotelklassifizierung von hotelstars.eu oder beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband nachlesen. So entspricht zum Beispiel das regelmäßige Waschen von Matratzenbezügen und Matratzenkernen einer aktuellen und somit zeitgemäßen Hygiene.“

Jens Rosenbaum. © Marc Theis

Zur Person

Der Fachbuchautor („Das Hotel-Bett“) und Hotel-Tester Jens Rosenbaum publiziert regelmäßig zu Themen der Hospitality und ist beratend tätig für Industrie, Handel und Hotellerie. In seinen Vorträgen widmet er sich unter anderem Fragestellungen rund um die Bereiche Schlaf, Hygiene und Nachhaltigkeit sowie weiterer Erfolgsfaktoren. Zusammen mit anderen Fachmedien der Branche vergibt er Auszeichnungen für Hotel-Betten in verschiedenen Kategorien sowie einmal jährlich den Hotel-Award „bonum noctis“. 2007 soll im Fachbuchverlag Erich Schmidt Berlin das Buch „Der Schlaf-Sommelier“ erscheinen.