Da stellte sich zwangsläufig die Frage, wie dieses Ergebnis mit der Info des Obmannes des Fachverbandes Hotellerie der WKÖ (Wirtschaftskammer Österreich), Georg Imlauer, zusammenpasst? Der hatte nämlich eine Woche zuvor bei einem Pressegespräch betont, dass „wir froh wären, wenn wir diese 1 – 2 % Zuwachs bei den Nächtigungen über den Sommer halten könnten“ (Anm.d.Red.: im bisherigen Sommer gab es per Ende Juni ein Plus von +1,5 %, im ersten Halbjahr 2026 eines von +1,0 %). T.A.I. berichtete über dieses Gespräch (https://www.tai.at/hotellerie/hotellerie/umsaetze-ertraege-im-krebsen-gang-hochsommer-von-den-gaesten-her-schwach) und zwar noch auf der „alten“ Website.
Juli-Plus in der Hotellerie bei lediglich +2,45 %
T.A.I. wandte sich deshalb an die Geschäftsführerin des Fachverbandes Hotellerie, Maria Schreiner. Sie bestätigte das, wovon die Redaktion ausgegangen war: Dass die „Hotels und ähnlichen Betriebe“ (5- und 4-Sterne, 3-Sterne, 2- und 1-Stern/e) im ersten Halbjahrjahr 2026 (Jänner bis Juni) über ein Plus von +1,0 % nicht hinausgekommen waren. Der Juli brachte zwar ein Plus, das lag aber „nur“ bei +2,45%. Maria Schreiner: „Die Sommersaison läuft von Mai bis Oktober, sodass wir davon ausgehen, dass wir ein Wachstum von 1 – 2 % erreichen.“
Während die 2- und 1-Stern-Betriebe im Juli ein Plus von +1,8 % erreichten, schnitten sie im bisherigen Gesamtjahr mit -1,76 % negativ ab. In den Monaten März und April sowie Juni gab es für sie jeweils ein großes Minus. In den höheren Kategorien waren dieselben Monate ebenfalls negativ, sie konnten aber im bisherigen Kalenderjahr inkl. Juli besser performen (5- und 4-Sterne +1,94 %, 3-Sterne +2,05 %).
FeWos hingegen performten mit +11,1 %
Für das große Plus bei den Übernachtungen im Juli sowie im bisherigen Kalenderjahr zeichneten vor allem die gewerblichen Ferienwohnungen und -häuser verantwortlich. Allein um Juli verbuchten sie ein Plus von +11,1 %. Im Bisherigen Kalenderjahr gab es inkl. Juli ein Plus in Höhe von +6,23 %. Laut Maria Schreiner waren besonders die Monate Mai (Pfingstferien) und Juli stark nachgefragt.
Fest steht, dass das Nächtigungs-Plus für Österreichs Tourismus seit Jahresbeginn bis inkl. Juli trotzdem „nur“ +3,2 % beträgt. Dies ist dem Umstand zuzuschreiben, dass die Hotellerie das Geschehen mit mehr als zwei Fünfteln (43 %) der Gesamtnächtigungen dominiert. Die gewerblichen Ferienwohnungen und -häuser steuerten zum Gesamtergebnis lediglich ein knappes Sechstel (15 %) bei.
Hotellerie kämpft weiter
Maria Schreiner: „Im Hinblick auf die Gesamtsituation der Branche, also Umsatz- und Ertragsentwicklung, auf die wir unseren Fokus bei der Sommer-Pressekonferenz gelegt hatten, entscheiden wir uns regelmäßig dafür, die mediale Aufbereitung der Nächtigungsentwicklungen differenziert zu betrachten. Denn niemandem ist geholfen, wenn Nächtigungsrekorde ‚bejubelt‘ werden, die bei den Betrieben aber so nicht ankommen.“
Die klassische Hotellerie mit ihrem Serviceangebot an den Gast hat einen extrem hohen Personalkostenanteil (35 % bis 40 %) und Wareneinsatz zu tragen. Deshalb gehen bei ihr – trotz der Nächtigungsrekorde – die Ertragszahlen laufend zurück. Die Umsätze können wiederum nicht mit der Nächtigungsentwicklung mithalten.