Mit dem Gründungsjahr 1700 gilt das Salzburger Traditionskaffeehaus am Alten Markt als ältestes Café Österreichs und steht nun vor einem markanten Einschnitt: Mit dem Rückzug von Elisabeth Aigner aus der Eigentümerfamilie, die das Haus seit 2011 operativ geführt hat, wird die Geschäftsführung neu organisiert. Die Übergabe erfolgt nach einem strukturierten Auswahlverfahren, das auf Kontinuität und Zukunftsfähigkeit des Betriebs abzielte.

Von der Großküche zur Sahnetorte

Der neue Pächter GMS Gourmet zählt zu den größten Anbietern im Land, hat seinen Sitz in Wien und ist sowohl im klassischen Restaurantbetrieb als auch in der Gemeinschaftsverpflegung aktiv. Zum Portfolio gehören unter anderem traditionsreiche Standorte wie das Café Schwarzenberg, der Wiener Rathauskeller oder die Gastronomie im Kunsthistorisches Museum.

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Für die Eigentümerfamilie war entscheidend, einen Betreiber zu finden, der das historische Profil des Hauses respektiert und zugleich wirtschaftliche Perspektiven eröffnet. „Der Schritt in den Ruhestand fällt mir nicht ganz leicht, schließlich habe ich diese Aufgabe immer mit großer Freude ausgeübt“, sagt Elisabeth Aigner gegenüber der ÖGZ. Gleichzeitig zeigt sie sich erleichtert darüber, dass der Betrieb künftig in „sehr gute Hände“ übergeht. „Gourmet hat ein gutes Gefühl für Tradition und ich bin überzeugt, dass sich das Café positiv weiterentwickeln wird. Ganz im Sinne der Mitarbeiter, der Gäste und des Hauses“, so Aigner.

Auch seitens des neuen Pächters wird die Bedeutung der Traditionslinie hervorgehoben. „Unser Anspruch ist es, die Identität und Tradition des Cafés zu bewahren und unsere umfassende Erfahrung aus vergleichbaren, ehrwürdigen Häusern einzubringen. Wir freuen uns, nun auch in Salzburg vertreten zu sein und das Café als beliebten Treffpunkt für die Salzburger Bevölkerung und Besucher der Stadt zu erhalten“, erklärt Gourmet Geschäftsführer Herbert Fuchs.

Sanfte Modernisierungen

Mit dem Einstieg eines systemisch organisierten Gastronomieunternehmens stellt sich die Frage nach möglichen Veränderungen im operativen Alltag. Offiziell bleibt das Erscheinungsbild unverändert: Name, Angebot und Positionierung als klassisches Kaffeehaus sollen bestehen bleiben. Auch die Teams in Küche und Backstube werden übernommen.

Für die Gäste des Traditionsbetriebs am Alten Markt wird sich nichts ändern. © Creating Click OG

Gleichzeitig eröffnet die neue Betreiberstruktur Spielraum für Investitionen und Effizienzsteigerungen etwa durch Optimierungen in Logistik, Einkauf oder Produktionsabläufe. Der Betrieb soll unverändert starten. Schrittweise und ohne Eingriff in das gewohnte Gästeerlebnis sollen im Laufe des Jahres beispielsweise infrastrukturelle Anpassungen im Küchenbereich umgesetzt werden.

Standortfaktor Salzburg

Für Gourmet bedeutet die Übernahme auch eine strategische Erweiterung im Bundesland Salzburg. Zwar ist der Wiener Systemgastronom bereits mit der Belieferung von Bildungseinrichtungen und Betrieben in der Region präsent, ein klassisches Kaffeehaus in der Altstadt fehlte aber bislang im Portfolio.