Warten auf Köstingers Plan

Kommentar
03.10.2018

Auf den groß angekündigten Plan-T müssen wir noch ein halbes Jahr warten. Das ist aber kein schlechtes Zeichen

Der Tourismus ist verdammt wichtig: Ein Mantra, das zuständige Politiker natürlich gebetsmühlenhaft wiederholen. So auch Tourismus-Ministerin Elisabeth Köstinger und EU-Kommissarin Elzbieta Bienkowska beim 17. EU-Tourismusforum in Wien. Die Zahlen kennen wir. 16 Prozent des BIP oder noch mehr, je nachdem wie man rechnen will – der Tourismus ist volkswirtschaftlich bereits fast ebenso wichtig wie die Indus­trie. Durchwegs positiv wurde ­Köstingers Ankündigung aufgenommen, eine neue Tourismusstrategie zu erarbeiten, die seither etwas kryptisch als „Plan T“ herumgeistert. Wie steht es denn um den viel angekündigten Plan-T (der auf der ITB im Frühjahr angekündigt wurde), wollen viele wissen. Genau darum stellte sich Köstinger vergangene Woche der Presse und sagte ... inhaltlich nicht viel Neues.
Touristiker, die sich über den Sommer eine Antwort auf alle Zukunftsfragen erhofften, wurden nun enttäuscht. Anlass zur Kritik gibt es trotzdem noch nicht. Zehn Jahre ist die bisherige Tourismustrategie alt, Herausforderungen wie etwa die Digitalisierung wurden dort noch kaum thematisiert. 

Köstinger präsentierte – flankiert vom Tiroler Landeshauptmann Günther Platter und Tourismus-Obfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher – die weitere Vorgehensweise. In einem offenen Innovationsprozess wird mit der Einbindung von möglichst vielen Stake­holdern und interdisziplinären Experten in Workshops in allen neun Bundesländern an einer gemeinsamen Strategie gearbeitet. Jetzt sofort beginnt die heiße Phase der Projektarbeit, bis zum März soll dann der „Plan-T“ wirklich stehen. Nicht als Schnellschuss, sondern als überdachte Zukunftsstrategie. Das ist der richtige Weg. 
Zurab Pololikashvili, Generalsekretär der UN-Welttourismusorganisation, gab Köstinger ihm Rahmen des Besuchs des EU-Tourismusforums bereits Vorschusslorbeeren. Er lobt das Vorhaben, Tourismus und Nachhaltigkeit zu vereinen. Warten wir bis in den März, um zu beurteilen, ob ­Köstinger diese Erwartungen auch einlösen wird.